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WIEN/ Altes Rathaus/Bank Austria-Salon: Das Ensemble WISE mit einer Schubert-Offenbarung

13.12.2025 | Konzert/Liederabende

Wien/ Altes Rathaus: Das Ensemble WISE mit einer Schubert-Offenbarung am 12.12.2025

Meet the CIPRA Quartet ✨, Four extraordinary women shaping our Echoes &  Horizons Season 25/26 — and bringing all their magic to our Christmas  Concert., From vibrant Vivaldi (as our orchestra!), to the ...
Copyright: Wise

Im Bank Austria Salon im historischen Alten Rathaus der Stadt Wien wird anspruchvolles weihnachtliches Musizieren geboten. Auftakt mit WISE, dem Wiener Internationalen Solisten Ensemble, mit einem etwas ungewöhnlichen Weihnachtskonzert auf kreative Art. Richtig weihnachtlich, mit X-mas duftendem Zuschnitt, folgt am 21. Dezember eine von Dirigent Heinz Prammer geleitete „Weihnachtliche Feierstunde“, ganz auf klassischer Linie

(Info: office@jkr-fonds.at).

WISE-Geigerin Andrea Nikolic wartete voll Hingabe mit ihrem Klavierpartner Stipe Bilic wie dem Cipra-Streichquartett mit einer mutigen Programmierung und einem kraftvoll spontanen Einsatz für die Musikstücke auf. Nicht so ganz weihnachtlich der erste Teil: Werke von komponierenden Damen. Dora Pejacevic (1885 – 1925, aus slawonischer Adelsfamilie) zuletzt auch mit einer Symphonie in Wien zu hören, hat mit ihrer „Slawischen“ Violinsonate so ein richtig aufwirbelndes Virtuosenstück geschrieben. In gehöriger Ausdehnung und mit aller geigerischen Brillanz zu interpretieren. Die  Wienerin Gabriele Proy bewegt sich mit ihrem Klaviersolo „Opal“ auf dem Pfad feiner und sich gefühlvoll wiegender ins Ohr gehender repetierender Harmonien. Zur spätromantischen wie modernen Musikkultur hat Antonio Vivaldis Konzert für zwei Oboen mit Ivana Nikolic und Markus Deuter die dynamische Einstimmung gebracht.  

Hierauf doch weihnachtlich (?), mit einer ungemein persönlichen Note: Franz Schuberts Streichquartett „Der Tod und das Mädchen“. Zuerst das empfindungsvolle Lied von Tanja Ruzdjak gesungen, dann der edle Todesgesang des zwanzigjährigen Schubert von den Cipra-Damen extrem expressiv, in einer eindrucksvollen vielschichtigen Wiedergabe musiziert. Abschließend vorgetragenen: „Stille Nacht, heilige Nach“. Schuberts berührende Seelensprache hat hier wie eine Offenbarung gewirkt – auch zur Adventzeit darf dem Sein und Vergehen ein musikalisches Vermächtnis gegeben sein.

Meinhard Rüdenauer

 

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