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„Weihnachten mit dem Dresdner Kreuzchor“ bei Berlin Classics erschienen/

22.11.2019 | cd

Weihnachten mit dem Dresdner Kreuzchor

KLANGFLÄCHEN ALS LICHTSTRAHL

„Weihnachten mit dem Dresdner Kreuzchor“ bei Berlin Classics erschienen/

Bildergebnis für Weihnachten mit dem Dresdner Kreuzchor" bei Berlin Classics erschienen/

„Seit Jahrhunderten vermag der Dresdner Kreuzchor die Seelen der Menschen zu ernähren“, meinte der ehemalige deutsche Bundespräsident Joachim Gauck. Dass er mit dieser Feststellung sehr wohl Recht hat, beweist diese Compact Disc. Von Andreas Hammerschmidt erklingt mit starker voluminöser Kraft „Sei willkommen, Jesulein“. Michael Praetorius‘ „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ leitet direkt zu Johannes Eccards „Übers Gebirg Maria geht“ über. Ein großer gesanglicher Bogen spannt sich hier von Samuel Seidels „Uns ist ein Kind geboren“ über Georg Friedrich Händels „Tochter Zion, freue dich“ bis hin zu Rudolf Mauersbergers pompösem Satz „Macht hoch die Tür“. Hier kann sich auch die  Dresdner Philharmonie unter der inspirierenden Leitung von Gotthart Stier gut profilieren. Ansonsten fällt die Cappella Sagittariana unter der Leitung von Kreuzkantor Roderich Kreile positiv auf. „Schlaf, mein Kindelein“ von Max Reger überzeugt ferner mit reichhaltiger Harmonie und kontrapunktischer Leichtigkeit. Auch „Jerusalem gaude gaudio magno“ von Christoph Demantius besitzt hier starke Strahlkraft. „Nun komm der Heiden Heiland“ und „Singet und klinget, ihr Kinderlein“ von Michael Praetorius erhält auf dieser CD einen großen klanglichen Radius, der sich immer mehr auszudehnen scheint.  In einem kompakten Satz von Ulrich Schicha ist ferner „Leise rieselt der Schnee“ zu hören, wo sich der Dresdner Kreuzchor weiter profilieren kann. Im Satz von Rudolf Mauersberger imponiert auch „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ und im Satz von Carl Thiel „In dulci jubilo“. Dabei zeigt sich außerdem die große klangliche Durchsichtigkeit des Dresdner Kreuzchors. „Lieb Nachtigall, wach auf“ (Satz: Willy Träder) und „Maria auf dem Berge“ (Satz: Felix Woyrsch) besitzen eine große gesangliche Leuchtkraft. „Wie schön singt uns der Engel Schar“ von Cornelius Freundt und „Es kommt ein Schiff geladen“ von Max Reger gefallen mit zahlreichen dynamischen Kontrasten. „Maria durch ein Dornwald ging“ von Heinrich Kaminski und „Ihr Kinderlein, kommet“ (Satz: Ulrich Schicha) zeigen nochmals den erstaunlichen klangfarblichen Reichtum des Dresdner Kreuzchors. Die dichte, linear poyphone Schreibweise Kaminskis sowie dessen klangschwelgerische Übertreibungen erinnern fast an den späten Pfitzner. „Stille Nacht, heilige Nacht“ von Franz Xaver Gruber leitet direkt zu „O du fröhliche“ im gelungenen Satz von Rudolf Mauersberger als Höhepunkt über, wobei auch die lyrischen gesanglichen Bögen den Zuhörer immer wieder neu fesseln. Selbst wenn die Klangqualität bei manchen Sequenzen noch präziser und deutlicher sein könnte, überrascht diese CD mit einigen Repertoire-Raritäten. Klar und überaus kräftig werden die Klangflächen zum Lichtstrahl gebündelt. 

Alexander Walther

 

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