Wiener Staatsoper: 11.03.2026 SO „Don Pasquale“

Das Wiener Opernleben erlebt soeben eine sehr positive Phase: Nach der gelungenen „Opera Seria“ im Theater an der Wien hat die Staatsoper mit einer ebenso (jedenfalls musikalisch) gelungenen Aufführung des „Don Pasquale“ geantwortet. In der mittlerweile schon arrivierten Inszenierung von Irina Brook, die ein Kaffeehaus als Background für die Oper wählte, gab es viele Lichtblicke. Nicola Alaimo war in der Titelrolle eine Klasse für sich, er brachte das gescheiterte Liebeswerben des alten Gockels mit viel Komödiantik auf die Bühne. Im Unterschied zu manchen Fach- und Rollenkollegen brachte er stimmlich noch das volle Stimmvolumen mit. Besonders imposant das „Rache-Duett“ mit Malatesta. Dieser wurde von Stefan Astakhov hervorragend dargestellt und gesungen. Auch hier war das Stimmvolumen mächtig. Dmitry Korchak sang den Ernesto bravourös, mit klarer, sauberer Höhe und schönen Lyrismen. Man könnte ihn ob seiner Stimmkraft einen „lyrischen Kraftlackel“ nennen – ein Ausdruck, der als Kompliment gedacht ist. Als Einspringerin für Pretty Yende reüssierte Nina Minasyan als Norina. Nach vorsichtigem Beginn war sie stimmlich bestens geeignet, die Rolle der erst schüchternen, dann despotischen „Braut“ zu verkörpern. Strahlende und sicher gesetzte Spitzentöne waren ihre Stärke. Das bestens disponierte Orchester sorgte unter der Leitung des fach-sicheren Dirigenten Francesco Ivan Ciampa für optimale Begleitung des Ensembles.
Das Publikum bejubelte einen sehr gelungenen Opernabend.
Johannes Marksteiner

