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VORDERWEISSENBACH: HÄNSEL UND GRETEL von Engelbert Humperdinck für Kinder

06.07.2019 | Oper

„Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck  für Kinder , Vorderweißenbach am 4.7,2019

Am 4.Juli fand in der Neuen Mittelschule Vorderweißenbach eine Aufführung von „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck  für die Kinder der gesamten Volksschule und der ersten beiden Klassen der NMS statt. Der Erfolg war groß, die Kinder begeistert.

Warum wird über einen international gesehen unbedeutenden Kunstevent ohne große Stars in einer kleinen Marktgemeinde in Oberösterreich überhaupt berichtet? Ich denke, weil es wichtig ist, einen Nachwuchs für die Oper zu suchen und eventuell auch zu finden. Das könnte gelungen sein. Ein Schüler aus der Volksschule bemerkte: „ Die haben wirklich super ge-opert!“.

Unter der Regie des renommierten Regisseurs Robert Simma und der musikalischen Leitung und Klavierbegleitung von Michael Rot ging die szenische Aufführung unter Fußgetrampel und Schreien der Begeisterung nach etwa eineinhalb Stunden-inklusive Pause- zu Ende.

Für den Erfolg sorgten die sehr jungen Nachwuchskünstler Victoria Popp als Hänsel und Megumi Sakai als Gretel. Beide verfügen über junge, klare Stimmen mit guter Intonation und deutlicher Aussprache des Textes. Ihre Darstellung war sehr zufriedenstellend. Als böse Hexe, die in der klassischen Inszenierung am Ende der Aufführung durch die Verbrennung nicht starb, sondern zum Guten geläutert wurde, sang Christian Germain. Er setzte sich tatkräftig in Szene und verfügt über einen höhensicheren teilweise etwas heldisch anmutenden Charaktertenor. Die ebenfalls routinierten Sänger Ilka Krenn  und Christian Haselberger konnten in den Rollen als Mutter und Vater ebenso überzeugen. Tanja Mayer sang die Doppelpartie des Sandmännchens und Traummännchens.

Ich glaube, dass es extrem wichtig ist, Kinder und Jugendliche für die Oper zu gewinnen, da es mir in letzter Zeit nicht nur in der Staatsoper Wien, sondern auch in Opernhäusern in Italien und Deutschland auffällt, dass die Opernbegeisterung deutlich nachlässt. Übrig geblieben ist derzeit ein auch gegen moderne Inszenierung resistentes durchschnittlich weit über dem 60.Lebensjahr sich befindliches Publikum, das sicher in den letzten Jahren viel erlebt und überlebt hat- Nachwuchs ist leider aber nicht in Sicht.

Offensichtlich liegt es aber nicht daran, dass Kinder und Jugendliche nicht dafür zu begeistern sind, zumal die finanziellen Mittel für dieses künstlerische Projekt (insgesamt 2500 Euro.-) sehr bescheiden waren. Herzlichen Dank gilt vor allem auch den lokalen Sponsoren.

 

Alexander Gallee

 

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