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Volksoper / Premiere des Staatsballetts: „American Signatures“ – beschwingte Grüße aus den USA

10.05.2026 | Ballett/Performance

Volksoper / Premiere des Staatsballetts: „American Signatures“ – beschwingte Grüße aus den USA . 9.5.2026

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Ioanna Avraam, Maseyu Kimoto.  Copyright: Ashley Taylor

Amerika, Amerika …. ganz auf die Ballettkultur in den USA des letzten halben Jahrhunderts hat Alessandra Ferri in ihrer ersten Saison als Chefin des Wiener Staatsballetts gesetzt. Um als Österreich-Neuling mit einer gewissen Sicherheit in das nicht so übermässig blühende Tanz-, Ballettleben des Landes zu gleiten. Denn New York ist auch ein Fixplatz in Ferris Karriere gewesen. „American Signaturen“ heißt es nun in der Volksoper mit vier aus den Vereinigten Staaten übernommenen Ballettkreationen. Zuvor wurde auch in der Staatsoper mit „Visionary Dances“ eine kompakte US-Packung abgeliefert. Und auch in der kommenden Saison wird es mehrere Rückblicke auf amerikanisches Tanztheater geben

Ballettfreunde dürfen sich über diese „American Signatures“ freuen: Schlecht ist der US-Import nicht. Guter Deal. Und auch die Leistungen all der neu in das Staatsballett aufgenommenen rein internationalen Tänzerschar hat seine Qualitäten. Und somit ohne irgendeine Erwartung hinein in einen lustvollen Abend. „Interplay“ heißt es am Beginn, und auf Morton Goulds leicht jazziges ‚American Concertette‘-Klavierkonzert hat Jerome Robbins (1918 – 1998), einer der genialen Choreographen und Musicalregisseure dieser Epoche, 1945 ein spritziges wie abwechslungsreiches Boys & Girls – Spaß- und Emotionenspiel für acht TänzerInnen kreiert.

Zwei Duos folgen im Doppelpack: In „Dispatch Duet“ rumort es im Orchesterraum kurios und immer überraschend zu Ted Hearnes „Dispatch“. Und Choreographin Pam Tanowitz hat es nicht an Witz gefehlt, Sinthia Liz und Duccio Tariello virtuos und mit Gags und recht effetuoso auf der Bühne rumoren zu lassen. Höchst elegant hingegen lässt Choreographie-Senior Lar Lubovitsch in tänzerischer Harmonie Davide Dato und Rinaldo Venuti in „Each in Their Own Time“ nach ihren eigenen Persönlichkeiten fragen.

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Copyright: Ashley Taylor

Im zweiten Teil des Abends dann mit „Let Me Mingle Tears With Thee“ retour zu Giovanni Battista Pergolesis „Stabat mater“, anno 1736, und wieder zurück in die USA heute zu Choreographin Jessica Lang. Sie beherrscht ihr Handwerk. Alles fließt und fließt wenn die noble zehnköpfige Schar der Anbeter der Muttergottes zu Reigentänzen oder verführerischen Soli antritt, wird weder ein Laden mit Devotionalien sichtbar und es muss auch keine einzige Träne vergossen werden. Auch hier: Die von den Tänzern wie Musikern übernommenen lieben Grüße aus den USA erweisen sich schon als sehr, sehr professionell arrangierte Gustostückerln.  

Meinhard Rüdenauer

 

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