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VERONA/ Arena: AIDA – Weltklasse-Aida/ vierte Vorstellung

09.07.2022 | Oper international

Giuseppe Verdi: Aida • Arena di Verona • Vorstellung: 08.07.2022

(4. Vorstellung • Wiederaufnahme am 18.06.2022)

Weltklasse Aida

Die Arena di Verona ist auf bestem Wege sich zu dem Verdi-Festival zu entwickeln, das die Gründer 1913 beabsichtigt haben. Ganz wesentlich dazu trägt das Orchester bei, das nach der Corona-Pause wie ausgewechselt scheint.

aida
Foto © FotoEnnevi

Franco Zeffirellis Inszenierung ist von einem idealen Gleichgewicht von Show und Oper geprägt. Die grosse, drehbare Pyramide auf dem einstöckigen Bühnenaufbau und die verschiedenen Sphinxe sorgen für die vom Auftraggeber Ismail Pascha gewünschte Couleur locale und ermöglichen zugleich rasche Auftritte und Abgänge der Massen, was den intimen Szenen dann auch die notwendige Privatheit verleiht. Das aus an Streichhölzern erinnernde Stangen bestehende Bühnenbild lässt die Szene wesentlich stimmungsvoller erscheinen als die Installationen von La Fura dels Baus oder die Blöcke der rekonstruierten Inszenierung von 1913. Die Kostüme von Anna Anni treffen wie die Choreographie von Vladimir Vasiliev das ideale Verhältnis von Pomp und Eleganz.

Das Orchestra della Fondazione Arena di Verona scheint intensiv mit Marco Armiliato geprobt zu haben, denn es klingt wesentlich besser, leidenschaftlicher, feingliedriger und farbiger als in den Jahren vor der Pandemie. Armiliato hat nicht nur das Orchester fest im Griff und vermag der Partitur selten gehörte, feine Details zu entlocken, sondern trägt auch die Sänger auf Händen durch den Abend und macht diesen damit zum Ereignis. Der Coro della Fondazione Arena di Verona klingt ebenfalls wie ausgewechselt: Ulisse Trabacchin hat ganze Arbeit geleistet. Gaetano Petrosino verantwortet die klassische Choreographie der Ballette.

Clémentine Margaine gibt die Amneris mit vollem, perfekt geführtem, elegantem Mezzosopran und ist mit ihren diskreten Rollengestaltung und trotzdem grosser Bühnenpräsenz eine würdige Gegenspielerin der Aida. Anna Netrebko ist Aida. Die Stimme ist mit der kurzen Auszeit noch farbiger und runder geworden. Die umfassende Rollendurchdringung und die hervorragende Textverständlichkeit sind geblieben. So lässt sich einen bessere Aida in unseren Tagen kaum vorstellen. Netrebkos Gatte Yusif Eyvazov singt den Radamès mit viel Schmelz, langen und grossen Tönen. Auch ohne grössere emotionale Feinzeichnerei vermag er in dem «schwierigen» Umfeld zu bestehen. Günther Groissböck gibt mit seinem wunderbar warm klingenden Bass einen bestens verständlichen Ramfis von natürlicher Autorität. Der Amonasro ist bei Ambrogio Maestri in bester Kehle: Maestri überzeugt mit seinem perfekten Verdi-Bariton und grosser Bühnenpräsenz. Romano Dal Zovo als Il Re, Riccardo Rados als Un messaggero und Francesca Maionchi als Sacerdotessa ergänzen das formidable Ensemble.

Besser kann man «Aida» im Moment nicht haben!

Weitere Aufführungen:

16.07.2002, 24.07.2022, 28.07.2022, 05.08.2022, 21.08.2022, 25.08.2022, 04.09.2022.

10.07.2022, Jan Krobot/Zürich

 

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