„Nacht der Sterne“ eine musikalische Gala und Sandmalerei.

Yuhao Guo und das Streichquartett, im Hintergrund Naomi Flatman. Sascha von Donat und Carl Osch
Eine Operngala der besonderen Art durfte ich am 14. März im Forum Velbert erleben. Aber was verbirgt sich hinter diesem Programm? Zunächst muss ich Sascha von Donat meinen größten Respekt aussprechen, wie er es mit der Opernwerkstatt am Rhein überhaupt schafft ein so großartiges Programm aufzustellen. Zusammen mit Yuhao Guo, dem musikalischen Leiter des Abends, wurde eine sehr abwechslungsreiche Gala geboten.
Die Mezzosopranistin Naomi Flatman eröffnete den Abend mit Nobles Seigneurs aus der Oper Les Huguenots von Giacomo Meyerbeer und wurde hierbei von Diana Schnürpel am Klavier begleitet. Nach dieser sehr gelungenen Eröffnung stellte sich die Pianistin als Sopran vor und setzte sich wieder an den Flügel und präsentierte dem Publikum, sich selbstbegleitend, die Rachearie der Königin der Nacht aus Mozarts Zauberflöte und hier gab es einen fliegenden Wechsel auf Yuhao Guo, der sogleich auch die Führung des Streichquartetts übernahm. Es ist schon sehr beeindruckend, was sich hier auf der Bühne abspielte. Jeffrey Kok, Violine, Sara Molina, Violine, Margarita Trofimov, Bratsche und Klaudio Zoto, Cello waren das Streichquartett, dass den Abend hervorragend musikalisch mitgestaltete.
An dieser Stelle möchte ich zum zweiten Höhepunkt der Gala gehen, der Sandmalerei. Als ich es gelesen hatte, wusste ich nicht recht viel damit anzufangen. Was verbirgt sich dahinter? Aber als ich es sehen durfte, war ich beeindruckt. Mit ihrer vergänglichen Kunst zählt Olga Lysytska zu den besonderen Talenten der internationalen Sandmalerei. Mit beeindruckender Fingerfertigkeit entstehen im Zusammenspiel von Musik und Licht im Sekundentakt neue Sandbilder. Die Gala wurde auf einer Großleinwand begleitet – live entstanden ausdrucksstarke Motive zu Arien und Liedern. Es gab der großartigen Gala noch das i-Tüpfelchen. Aber bevor ich es zerrede, betrachten Sie einfach ein Bild, dass während der Gala entstand.

Blick auf ein Sandbild des Abends, im Vordergrund Benjamin Hewat-Craw. Sascha von Donat und Carl Osch,
Und so komme ich zum nächsten Sänger des Abends, Benjamin Hewat-Craw, er sang mit seinem sehr lyrischen Barriton die Fenster Arie Giovanni von Mozart. Es folgte das Cosi Terzett gesungen von den drei Sängern bevor nun auch der Tenor Alejo Ruiz „O Sole Mio“, was wohl jeder kennt und zuerst von Tenor Enrico Caruso 1916 der erste Sänger auf Schallplatte veröffentlicht, zum Besten gab.
Es folgten “Non so piu cosa son” aus Le Nozze di Figaro von Naomi Flatman; der Kusswalzer „Il Bacio“ von Luigi Arditi von Diana Schnürpel; „Dunkelrote Rosen“ von Benjamin Hewat-Craw, es gefolgte „Sous le dôme épais“ oft auch als „Blumenduett“ bezeichnet von Délibes aus der Oper Lakmé hervorragend gesungen von Naomi Flatman und Diana Schnürpel. Das Gala-Publikum dankte jeden Auftritt mit starkem Applaus und durfte die wechselnden Sandbilder bewundern. Mit „Brüderlein und Schwesterlein“ aus der Operette Die Fledermaus von Johann Strauss wurde das Publikum von Benjamin Hewat-Craw und den anderen Sänger verwöhnt, bevor „Una voce poco fa“ aus Il Barbiere Di Siviglia von Rossini gesungen von Naomi Flatman kam. Im Duett von Diana Schnürpel und Benjamin Hewat-Craw „Lippen Schweigen“, Großer Schlusswalzer aus der Operette wurde gesungen und getanzt. Zum Abschluss des ersten Teils gab es „Rigoletto Quartett“ von Verdi. Der Applaus zur Pause war schon überragend.
Nach der Pause hob das Quartett unter der Leitung Major Ben mit „Space Odity“ bekannt von David Bowie in Weltall ab. Die Ground Control behielt Olga Lysytska und ließ das Publikum mit ihrem Sandbild am Flug teilhaben. Naomi Flatman erdete da Publikum mit einem Chanson wieder, bevor Diana Schnürpel mit „Sempre libera“ aus der Oper La Traviata von Verdi in das Reich der Oper entführte.

Blick auf ein Sandbild des Abends, im Vordergrund Diana Schnürpel und rechts dahinter Olga Lysytska. Sascha von Donat und Carl Osch
Sehr schön war auch der Einfall, dass alle Sänger zu ihren Arien und Liedern eine kleine persönliche Moderation gaben, die oft das Publikum auch etwas erheiterte. Mit „Nessun dorma“ der Arie des Prinzen Kalaf zu Beginn des 3. Aktes der Oper Turandot von Giacomo Puccin setzte Alejo Ruiz den Abend fort. Das „Lied an den Abendstern“ aus der Oper Tannhäuser von Richard Wagner sang Benjamin Hewat-Craw, bevor uns Naomi Flatman mit der bekannten Arie aus Carmen von Georges Bizet „Habanera“, oder L’amour est un oiseau rebelle, unterstüzt von den anderen Sängern erfreute. Mit einem Duett gesungen von Naomi Flatman und Benjamin Hewat-Craw „Laci darem la mano“ aus Don Giovanni von Mozart leitete das Ende der sehr schönen Gala ein, bevor alle Sänger sich mit „Libiamo“ aus La Traviata vom Publikum verabschiedete.

Von rechtsnach links: Benjamin Hewat-Craw, Diana Schnürpel, Alejo Ruiz, Naomi Flatman und Olga Lysytska. Fotos: Sascha von Donat und Carl Osch
Aber das Publikum wollte mehr und danke es allen mit langanhaltendem Applaus und den Rufen noch einer Zugabe, die dann auch durch die Sängerinnen des Abends mit der „Barcarolle“ von Jacques Offenbach aus „Hoffmanns Erzählungen“ geboten wurde.
Es war ein glanzvoller Abend auf höchstem Niveau, der mit großartigem Applaus und einer wohlverdienten Standing Ovation sein würdiges Finale fand.
Die Fotos sind von Sascha von Donat und Carl Osch, Pit Schaaf hatte die Assistenz und Jannes Mintel war für den Ton verantwortlich.
Carl Osch, den 22. März 2026

