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USA, ATLANTA / High Museum of Art: TUILERIEN

10.11.2013 | Ausstellungen

RMN340700

USA, ATLANTA (GEORGIA) / High Museum of Art: 
THE ART OF THE LOUVRE’S TUILERIES GARDEN
Vom 3. November 2013 bis zum 19. Jänner 2014 

Ein Gruß aus Paris

Mag das High Museum of Art in Atlanta, eines der bedeutendsten Kunstmuseen der USA, derzeit auch mit der großen „Go West!“-Ausstellung einen natürlichen Publikumsrenner und Anziehungspunkt verzeichnen, so ist die zweite, parallel laufende Großausstellung nicht weniger reizvoll. Sie widmet sich den Tuilerien-Gärten in Paris, die ein „Kunststück“ für sich sind, mit nicht weniger als rund hundert Objekten, von denen einige Paris noch nie verlassen haben. Wobei ein großes Modell der Anlage, das gleich im ersten Saal zu sehen ist, von einem „unbekannten Österreicher“ angefertigt wurde.

Von Heiner Wesemann

Ein Palais für Katharina von Medici      Heute sind die Tuilerien nur noch ein sehr großer Park im Herzen von Paris zwischen Place de la Concorde, Louvre, Seine und Rue de Rivoli. Einst waren sie der Park zu einem Schloss, dem Palais des Tuileries, das sich Königin Katharina von Medici ab 1564 bauen ließ und das ein Teil des Louvre war. Von diesem Schloss, das 1871 beim Aufstand der Pariser Kommune abbrannte, sieht man nur noch ein Modell. Der Garten selbst blieb erhalten.

Zum Geburtstag des Architekten  „Sonnenkönig“ Ludwig XIV. hatte dem Park besonderes Interesse zugewandt und ihn durch den Architekten André Le Nôtre ((1613-1700) ausgestalten lassen: Dessen 400. Geburtstag wird als Anlass der Ausstellung genannt, er hat 1664 jenes Schmuckstück eines „französischen Gartens“ aus der Anlage gemacht. Und kurz darauf, 1667, wurden die Tuilerien Frankreichs erster öffentlicher Park.

TuileriesGardens_Kokoschka 
Kokoschka, Tuileriengarten

Ort der Kunst, Objekt der Kunst     Bis heute ist der Tuileriengarten ein Ort, wo sich zahlreiche Kunstobjekte in Gestalt von Skulpturen finden – zwei hat man aus Paris nach  Atlanta gebracht. Der Musikfreund weiß, dass eine Passage von Modest Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“ einer Ansicht des Tuileriengartens gewidmet ist. Und man ist in Atlanta offensichtlich stolz darauf, zahlreiche hochrangige Gemälde zu diesem Thema zusammen getragen zu haben – dem österreichischen Besucher springt dabei gleich jenes von Oskar Kokoschka ins Auge, das dieser 1925 gemalt hat und das sich die Ausstellungsgestalter aus dem Museum von Portland (Oregon) geholt haben… (Dorthin wandert die Ausstellung anschließend.)

RISDM 42-190  Une allÈe au jardin des Tuileries, 1er arrondissement, Paris. Tuileries 
Manet                                                                                  Cartier-Bresson

Von Manet bis Cartier-Bresson   Unter den Objekten findet sich viel Hochkarätiges: So haben die Impressionisten den Garten offenbar besonders geliebt, wie man an Gemälden von Édouard Manet (der sein Augenmerk auf spielende Kinder legte) oder Camille Pissarro (der den Garten 31mal gemalt hat!) erkennt, aber auch der Amerikaner Childe Hassam verliebte sich Ende des 19. Jahrhunderts offenbar in diese „Garten-Landschaft“. Henri Cartier-Bresson hat die Tuilerien fotografiert und dabei mit seinem Blick auf abgeschnittenes Holz ein ungewöhnliches Motiv gewählt. 

Bis 19. Jänner 2014

 

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