TTT Wertewandel + Theaterreform: Gilt’s der Kunst? Erneuerung oder Restauration? Teil 4 a
„Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert!“ Einstein
Macht Macht mächtig? Wirken von Theatern, Leitern, Inszenatoren, Publikum, Kritikern u.a
Essenzieller Text zu probater Moral in einem von Anomalien gefährdeten Kosmos, das ist „Der Zauberlehrling“ (1792) Ballade von Johann Wolfgang von Goethe, taugt für manche Theater!
TTT’s Text assoziiert Ausprägungen zum Wirken von Theatern, Leitern, Inszenatoren, Publikum, Kritikern u.a
Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister
Werd ich nun nicht los.
Walle! walle
manche Strecke,
dass zum Zwecke,
Wandel fließe
und mit reichem, vollem Schwalle
zu Reformen sich ergieße!
Kann klassisches Musiktheater
doch noch einmal aufbegehren?
Können seine guten Geister
nun nach richt’gem Willen lehren?
Seine Wort und Werke
entstellten falscher Brauch.
Können wir mit Geistesstärke
retten vor Kultur – Missbrauch?
Walle! walle
manche Strecke,
dass zum Zwecke,
Wandel fließe
und mit reichem, vollem Schwalle
zu Reformen sich ergieße?
Und nun komm, bedeutend Kunstwerk!
Entfern schlechte Theaterhüllen;
bist schon lang gequält gewesen,
nun erfülle bess’ren Willen!
Auf den wahren Werten stehen
Qualitäten kluger Geister,
eilen nun und wehen
für der Menschen richt’ge Meister.
Walle! walle
manche Strecke,
dass zum Zwecke
Wandel fließe
und mit reichem, vollem Schwalle
zu Reformen sich ergieße!
Seht, hier ging die Kultur nieder,
wahrlich, ist in miesem Flusse.
Trotzen wir Missbräuchen wieder,
da ist nichts im guten Gusse,
nur Zerstörung des Idialen!
Soll Destruktives weiter schwillen,
Idiotie nur im Banalen?
Gebt dem Intellekt nun Willen!
Lebe! Lebe!
denn wir haben
deine Gaben nicht zerschossen!
Ach, ich merk es! Wehe! wehe!
Räudig wurdest Du verschlossen.
Auf zur Tat, worauf am Ende
es wieder wird, wie es gewesen!
Ach, wer bringt denn nun die Wende?
Gibt es sie, die klugen Wesen
mit gescheiten Geistes- Güssen?
Lasst nun Klugheit kraftvoll sein,
mit der Hirnkraft richt’ger Flüsse,
brechen in die Torheit ein!
Nein, nicht länger
kann man’s lassen,
woll’n es fassen,
üble Tücke!
Ach! Es ward uns immer bänger!
Welche Mienen! welche Blicke!
O solch Ausgeburt der Hölle!
Soll ganze Kultur ersaufen?
Gibt ’s noch keinerlei Appelle,
sollten doch Reformen laufen!
Wer gibt nun die guten Thesen,
denen, die nicht hören wollen?
Unkultur, die du gewesen,
lass uns niemals wieder grollen.
Sollen wir am Ende
Schmutz zulassen,
den nicht hassen?
Nein, lasst Kultur – Erbe walten,
rapide jede Abfall – Wende
mit dem richt’gen Geiste spalten.
Seht noch kommt der Blödsinn wieder!
Last ihn in den Orkus werfen,
gleich, o Plunder, liegst du nieder;
Lasst doch Musikdramen schärfen!
Wahrlich, noch sind wir betroffen!
Noch ist Übles nicht entzwei!
Kann man darauf wirklich hoffen,
wird ehrliche Kunst bald frei?
Wehe! wehe!
alle Teile,
böse Pfeile
schießen gegen jedes Recht
ungebildet gegen uns!
Rettet hier kein Doppel – Wumms?
Und weiter geht es! Mies und Schleim
verschmutzt Theater auf den Bühnen.
Welch entsetzliches Gemenge!
Publikum und Intendanten! Endet diesen falschen Schein!
Ach, wo kommen neue Hühnen!
Qualität sofort verdränge
das, was Schlechte jetzt entzwei’n!
Last Dreck in den Orkus werfen!
Gleich, o Plunder, liegst du nieder;
Lasst die Musikdramen schärfen!
Wahrlich, noch sind wir betroffen!
Noch ist Übles nicht entzwei!
Kann man darauf wirklich hoffen,
wird ehrliche Kunst bald frei?
In den Orkus,
Schund, Unwesen,
sei´s gewesen.
Gute Geister unserer Dramen
ruft nur noch im richt’gen Rahmen,
alle Zeit den Musenkuss.
Musenkuss: göttliche oder genialische Inspirationsquelle der Künste