TTT Vinylschätze 17 Tempi passati: R. Strauss Wiener Philharmoniker Sir Georg Solti 1958 Arabella – Und du wirst mein Gebieter sein – Lisa della Casa – George London
https://www.youtube.com/watch?v=HSzCOTQbw2s&list=RDHSzCOTQbw2s&start_radio=1 3.39 Min.
Auszug NMZ 2007: „Und du wirst mein Gebieter sein, und ich dir untertan. Dein Haus wird mein Haus sein, in deinem Grab will ich mit dir begraben sein – so gebe ich mich dir auf Zeit und Ewigkeit.“
Aber nun reicht’s! Hier wird doch hemmungslos reaktionäres Gedankengut gepredigt! Die Frau am Herd, und das im Zeitalter des Krippenausbaus! Noch nie was gehört von mehrfach codierten Beziehungen und Lebensabschnittspartnern? Frauengehorsam und Ewigkeit! Und dann die Uraufführung, Dresden 1933, schon nach der faschistischen Machtergreifung: typisch für diesen Opportunisten! Strauss, setzen, sechs! (Hofmannsthal muss nur zehn Kniebeugen machen, der ist schon 1929 gestorben.)
Aus der Sicht heutiger EU-Normen mag das zutreffen. Nur kümmert sich leider das Kunstwerk nicht darum. Die Musik hebt den psychologisch raffiniert gebauten Text in eine Kunsthöhe, wo solche gesellschaftsbezogenen Einwände nicht nur wirkungslos verpuffen, sondern wo auch das, wogegen sie sich richten, wieder völlig überzeugend daherkommt. Ein richtiger Akkord, eine melodische Wendung, und alle mühsam verdrängten Empfindungen werden im Nu wieder lebendig. Die Tabus schmelzen dahin, das Publikum erkennt in der Musik seine eigenen heimlichen Sehnsüchte, und die Suggestion der reinen Liebe, wie sie sich in der Figur der Arabella verkörpert, lässt alle kritischen Theorien alt aussehen. So einfach ist das manchmal.
Die Oper „Arabella“ (1933) von Richard Strauss
Selten wurde eine Oper so mit einer Sängerin identifiziert wie Richard Strauss‘ „Arabella“ mit Lisa della Casa. Was sagt ein Dirigent dazu, der sich besonders zu Strauss hingezogen fühlt? Christian Thielemann über ein unterschätztes Werk.
https://www.deutschlandfunkkultur.de/die-oper-arabella-von-richard-strauss-ein-zweiter-100.html
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TTT Vinylschätze 16 – Tempi passati: Bach – Matthäus Passion 1727, Philharmonia Orchestra, Choir London, Otto Klemperer 1961, Kingsway Hall
Peter Pears, Dietrich Fischer-Dieskau, Elisabeth Schwarzkopf, Christa Ludwig, u.a.
Chor „Kommt, ihr Töchter, helft mir klagen“
https://www.youtube.com/watch?v=yojsqLYTnEg 12 Min.
https://www.youtube.com/watch?v=mc3bS2E7GME komplett 3.5 Std.
Matthäus-Passion: Dieses beeindruckende Werk des Thomaskantors schildert die Leidensgeschichte Jesu, wie sie im 26. und 27. Kapitel des Matthäus-Evangeliums zu lesen ist. Für die Darstellung verwendet Bach zwei Chöre, zwei Orchester und sieben Solostimmen. Die Aufführungsdauer variiert je nach Interpretation zwischen drei und vier Stunden. Diese monumentalste aller Kompositionen Bachs ist von einem tiefen christlichen Glauben geprägt und wurde zur besonderen Gestaltung des Vespergottesdienstes am Karfreitag 1727 in der Leipziger Thomaskirche komponiert…. https://magazin.klassik.com/meisterwerke/template.cfm?MID=9&Seite=1&Start=1
„Aus einer Rezension zur Aufnahme: Otto Klemperer: „Bachs Messe in b-Moll sei die größte und einzigartigste Musik, die je geschrieben wurde“. Eine solche transzendentale Musik erfordert für ihre Verwirklichung nicht einen Techniker, sondern einen Musiker. Hier ist wahre Authentizität zu versuchen, was Bach in seinem Kopf in den Momenten der Komposition hörte. Für einige von uns kommt Klemperer näher als fast jeder andere. Das ist erhabenes und tiefgründigeres Musizieren.“