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TTT: Musiktheater – Kommerzielle Interessen oder künstlerische Freiheit? Korruption, Kick – backs, Agenturen und andere Unwesen!

03.01.2026 | Themen Kultur

TTT:  Musiktheater – Kommerzielle Interessen oder künstlerische Freiheit?

Korruption, Kick – backs, Agenturen und andere Unwesen!

luz

Im Februar 2023 thematisierte ich erstmals ethische und strukturelle Herausforderung im öffentlich finanzierten Theaterwesen, Einfluss verdeckter Geldflüsse bei Entscheidungsträgern, etwa Intendanten mit hoher Honorarzahlungsbefugnis, bei bundesweiten Budgets von bis zu 10 Milliarden €. Dabei geht es um gesellschaftliche + kulturelle Themen im Spannungsfeld künstlerischer Freiheit und institutioneller Verantwortung, um Transparenz und Authentizität.

Gegenläufig zu nachlassender künstlerischer Substanz (gemessen am Handwerk und Quereinsteigern) entwickelt sich Intransparenz bei  Gagen, Entscheidungsprozessen, Besetzungen. Handwerk der Kunst geht unter, andere Mechanismen etablieren sich.

Transparenz, rechtliche Eindeutigkeit gegen solche Praktiken, um künstlerischen Wettbewerb, Integrität öffentlicher Kulturinstitutionen zu bewahren, besteht kaum.

Das bedingt gegenwärtige mangelnde künstlerische Durchlässigkeit, fehlende autarke Entscheidungsprozesse.

Damit geht es um Strukturen subventionierter Theater im Opernbetrieb, unter Focus 

meiner langjähriger Erfahrungen in freier Wirtschaft, wo Korruption, Kick – backs und andere Unwesen schamlos Tagesordnung ausmachen. Kick – backs, auch Zahlungen an Politiker, fallen immer mal auf. Immer mal wechseln auch Leute aus Politik und Wirtschaft in Theaterleitungen, so intensiviert sich mancher „Geruch“. Mag er auch nicht nachzuweisen sein, warum sollten diese perfiden Gewohnheiten nicht übertragen werden, Gelegenheit macht Diebe!

Gibt es  Kick – backs (verdeckte Provisionen, Schmiergelder, Bestechung) im öffentlichen Kulturbetrieb?

Wirtschaftsstrafrecht nach D. Portner: „Kick-backs sind eine Sonderform der Korruption. Dabei erhält ein Bediensteter des öffentlichen Auftraggebers eine in den Auftragspreis inkludierte Zuwendung für eine Bevorzugung im Vergabeverfahren.“

Dieser Mechanismus sei auch im Musiktheater denkbar, wo Intendanten über hohe Gagen entscheiden – teilweise für Künstler mit geringer Erfahrung oder ohne musikdramatische Qualifikation.

Auftragsvergabe im Theater- / Kulturbereich ist korruptionsanfällig, besonders für verdeckte Zahlungen, Wettbewerb verzerrend, staatliche Mittel schädigend.

Führende freie Gastkünstler an etablierten Häuser erhalten  i.d..R. deutlich höhere Abendgagen als Theaterleiter im ganzen Monat. Das kann Anreize für verdeckte Geldflüsse schaffen. Bei hochdotierten Regie- oder Solistenverträgen im fünf- bis sechsstelligen Bereich ist dies denkbar. „Selbstverständlich nutzen inkludierte verdeckte Zahlung, „Kick backs“ zur Entscheidungshilfe.“ Teile hoher Gagen könnten an Entscheider zurück fließen.

Zentrale Überlegung ist da also möglicher Fluss von Kick – Backs, verdeckten Provisionen – an Entscheidungsträger, Intendanten, um auch Dominanz bestimmter Künstleragenturen erklären können.

Evtl. Beeinflussung von Intendanten / künstlerischen Leitern im subventionierten Musiktheater durch undurchsichtige finanzielle Praktiken bleibt zu hinterfragen..

Investigative Berichte, etwa aus der „WELT“ von 2009, zeigen, dass bestimmte Häuser auffällig oft Künstler derselben Agentur besetzen. Ein Wiener Agent  dominiert mehrere Häuser. Künstler, Dirigenten, Sänger, Regisseure stammten aus diesem Portfolio, in Häusern wie der Bayerischen Staatsoper, der Deutschen Oper Berlin oder der Oper Frankfurt überdurchschnittlich häufig besetzt.

Intendant Nikolaus Bachler räumt ein, dass dessen-Künstler „sehr wichtig“ seien, betont aber, dass dies keine bevorzugte Behandlung darstelle. Dennoch fällt auf, dass ganze Ensembles oft  aus einem einzigen Agenturkatalog stammen.

Auch wenn mit künstlerischer Qualität begründet wird, bleibt der Verdacht geschlossener Wirtschaftskreisläufe, in denen Karriereförderung, hohe Gagen, verdeckte Provisionen zusammenwirken – besonders, wenn unbekannte Regisseure (bevorzugt aus Osteuropa) mit hohen Gagen plötzlich an Top-Häusern inszenieren. „Warum zahlt man sechsstellige Beträge an unbekannte Regisseure? Ohne Gegenleistung und da soll niemand partizipieren?“

Einfluss von privaten Künstleragenturen im subventionierten Opernbetrieb spielen eine zentrale Rolle im internationalen Opernbetrieb, besonders in staatlich subventionierten Häusern. Wie Artikel der WELT verdeutlicht, hatten / haben  auch Agenturen wie Columbia Artists Management (CAMI) oder IMG lange Zeit maßgeblichen Einfluss auf Besetzungen, Programmgestaltung.  

Private Agenturen übernehmen zunehmend Besetzungsmacht in staatlich subventionierten Häusern, liefern „Rundum-Sorglos-Pakete“. So können Quereinsteiger in Leitungsposition schon fehlende Kenntnisse kompensierend delegieren. „Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!“

Nicht pauschal behauptend Intendanten erhielten Kick Backs, kann man darauf hinweisen, dass strukturellen Voraussetzungen dafür gegeben sind:

  • Hohe, wenig transparente Gagen
  • Mächtige Agenturen mit Paketlösungen div. Künstler
  • Entscheidungsträger mit vergleichsweise niedrigerem Gehalt
  • Fehlende Kontrollmechanismen
  • Fehlender Transparenz in Verträgen,
  • Undurchsichtige Finanzströme
  • Mangelnder Wettbewerb
  • Qualitätsverlust: Während bei Sängern oft vorgesungen wird, leide die Qualität der Inszenierung, wenn inhaltlich und dramaturgisch ungeeignete Personen engagiert werden.
  • Wirtschaftliche Abhängigkeiten: Intendanten mit niedrigerem Einkommen könnten versucht sein, durch verdeckte Provisionen ihre finanzielle Situation aufzubessern.

Dominanz bestimmter Agenturen, Verflechtung von finanziellen Anreizen bei künstlerischen Entscheidungen in  veraltetem „kameralistischen“ Rechnungswesen begünstigt solche Ausuferungen.

Bei Kick-Backs im subventionierten Musiktheater  besteht also der Verdacht, dass Intendanten von Agenturen indirekte Gegenleistungen erhalten könnten, wenn sie Künstler aus deren Katalog verpflichten, nicht belegt, aber als ketzerische, durchaus plausible These formuliert.

„Selbstverständlich nutzen inkludierte verdeckte Zahlungem, ‚Kick backs‘ zur Entscheidungshilfe.“ Da fließen Teile hoher Gagen an Entscheider zurück.

 Fazit: direkte Beweislage fehlt, strukturelle Voraussetzungen für Einflüsse sind gegeben, besonders vor mangelndem Mysterium Handwerk der Kunst. Zu fordern ist Transparenz, ethische Reflexion im subventionierten Kulturbetrieb. Kick – Back – These bleibt kritisch,  unbewiesen  – aber eine, die in Opern – Strukturen  ernst genommen werden sollte. Mglw. sieht auch Politik nach über 100 Jahren nötige Maßnahmen.

Tim Theo Tinn

 

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