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TTT: Motive zu Opernkompositionen? Festspiel–Ausprägungen! KI–Regeln!

27.08.2026 | Themen Kultur

TTT: Motive zu Opernkompositionen? Festspiel–Ausprägungen! KI–Regeln!

tinn

Recherche – Ergebnisse nach Irritationen durch hochjubelnde Beurteilungen der Festspiele in Bayreuth und Salzburg.

Alles  „revolvierende Autogamie“ (sich selbst bestätigenden Systeme)!

 Kann Bayreuth vorhergehende Verkaufszahlen als Zuspruch zu seiner KI – Programmatik nutzen, können Publizisten unfertige KI – Produktion trotz mind. 3 jähriger Vorbereitung mit positiven Aussichten beurteilen, ohne Grundsätzliches zu beachten, Maschinen statt Menschen bevorzugen?

https://www.br.de/nachrichten/kultur/bayreuther-festspiele-erfolg-mit-einem-ungeliebten-ungetuem,VTP4u5e

Kann man in Salzburg zu viele schlechte Aufführungen einfach ignorieren und Jubel über alles ergießen?

Salzburger Festspiele 2026:

Carmen (Regie: Gabriela Carrizo): Die Inszenierung wird als überfrachtet, gewalttätig und teils als sadistisches Spektakel kritisiert, das die Opernhandlung erdrückt. Lob gibt es nur für die musikalische Qualität von Teodor Currentzis und die Sängerin Asmik Grigorian. 

Ariadne auf Naxos (Regie: Ersan Mondtag): Das Weltraum-Konzept (Verlegung auf den Mars) überzeugte Publikum und Kritik kaum.  Der erste Teil wird noch als feinsinnig gelobt, der zweite Teil gilt als lahm und der Gesamtauftritt als Flop. 

Der Menschenfeind (Regie: Jette Steckel): Molières Komödie wird als fad, unmotiviert und als „berufsjugentliche Eskapade“ kritisiert, die an ein Hip-Hop-Battle erinnert. 

Faust I (Regie: Ulrich Rasche): Die Inszenierung wird als ermüdend und zu langsam beschrieben; die Umsetzung im Zeitlupentempo führe dazu, dass der Text zur bloßen „Soundfläche“ ohne Bedeutung verkomme. 

Miserere (Dirigent: Teodor Currentzis): Die Inszenierung von Arvo Pärts Werk wird als zu viel Spektakel kritisiert, das die strenge Struktur der Musik verwässere. 

Grundsätzlichen Kompositionsmotive von Opern:

Opern wurden nie ausschließlich zur Unterhaltung komponiert, Motive waren vielfältig:

Höfische Repräsentation und Machtdemonstration: In den Anfängen diente die Oper den Höfen als Instrument, um Öffentlichkeit und Prestige zu schaffen; prunkvolle Inszenierungen zeigten den Reichtum der Herrschenden. 

Religiöse und mythologische Vermittlung:Vorformen wie das liturgische Drama und die Wurzeln in der griechischen Tragödie vermittelten religiöse und gesellschaftliche Wertvorstellungen. 

Politische Botschaft: Verdi nutzte Nabucco als Ausdruck nationaler Unterdrückung, Mozarts  Zauberflöte trug aufklärerische Ideen; die Oper fungierte als „ästhetische Bildungserfahrung mit politischer Konnotation“. 

Emotionale und existenzielle Ausdruck: Liebe, Tragödie, Tod, Eifersucht und innere Konflikte standen im Zentrum – vom Verismo über die Romantik bis zu Wagners Tristan und Isolde.

Barock: Hofoper als eitle Selbstbespiegelung der Herrscher – Propaganda und Machtdemonstration.

Frühoper (Monteverdi & Kollegen): Liebe, Verzweiflung, Schmerz und Glück als Ausgangspunkt; jede Figur bekam eine eigene musikalische Sprache. 

Romantik: Vertonung des „Dramas des Menschseins“ – innere Konflikte und Grenzbereiche der gesellschaftlichen Wirklichkeit. 

Verismo (Mascagni, Puccini): Explosive, affektgeladene Handlungen – Eifersucht, Totschlag, schlichte, oft unreflektierte Figurenmotive. 

Wagner: Leitmotiv-Technik zur psychologischen Tiefenzeichnung (z. B. Tristans Leid, der Liebestrank). 

Durchgehend diente die Oper als Ausdruck von Emotionen, Erzählung und gesellschaftlichem psychosozialem Kommentar – Unterhaltung war nie alleiniges Ziel.

Überschreibungen und Dekonstruktionen waren aber auch nie intendiert.

KI kann als Werkzeug dienen, ersetzt aber keine menschliche Quelle von Kreativität – Intuition. Biografische Erfahrung und bewusste künstlerische Absicht bleiben dem Menschen vorbehalten. 

Ethische Richtlinien für KI in der Kunst

Es gibt inzwischen mehrere Ebenen, allerdings noch keine einheitliche, rechtsverbindliche KI-Ethik speziell für die Kunst.  

Internationale Ebene: UNESCO-Empfehlung zur Ethik Künstlicher Intelligenz (2021) ist der erste global gültige Völkerrechtstext, der sich explizit dem Einsatz von KI in Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft widmet.  Kernforderungen: Schutz kultureller Vielfalt, Transparenz beim Trainingsmaterial, Achtung von Menschenrechten in allen Phasen des KI – Lebenszyklus.

 EU-Ebene: EU-Hochkommission für KI hat 2020 Ethik-Leitlinien für vertrauenswürdige KI veröffentlicht mit sieben Anforderungen: menschliche Aufsicht, technische Robustheit, Datenschutz, gesellschaftliches Wohlergehen, Rechenschaftspflicht, Fairness, Transparenz. Diese gelten branchenübergreifend – auch für kreative Anwendungen.                          

Nationale Ebene (Deutschland): Deutsche UNESCO-Kommission hat nach einem zweijährigen Dialog mit dem Kulturbetrieb konkrete Handlungsansätze für eine ethische KI -Nutzung in Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft entwickelt – u.  a. Forderungen an den Gesetzgeber (Kennzeichnungspflicht für Trainingsdaten), an Bildungseinrichtungen und an KI -Anbieter.

Der Kulturrat fordert in seiner Position, dass bei  Entwicklung von KI Interessen und Rechte der Kulturakteure berücksichtigt werden und europäische Standards (Datenschutz, Urheberrecht) als Standortfaktor gestärkt werden.

Kurz: Die Rahmenbedingungen existieren auf mehreren Ebenen, haben aber überwiegend Empfehlungscharakter. Ein verbindlicher, kunstspezifischer Ethikkodex – vergleichbar mit dem Hippokratischen Eid in der Medizin – gibt es noch nicht.

Welchen Unterhaltungswert soll eine Opernaufführung heute haben, insbesondere im Hinblick auf überfrachtete dekonstruierte Regietheaterinszenierungen?

Der primäre Unterhaltungswert gem. Akzeptanz einer Opernaufführung liegt heute nicht in  dekonstruierten Inszenierungen, sondern vor allem im musikalischen Erleben und den sängerischen Leistungen.

Untersuchungen zeigen, dass für das Publikum die Musik als wichtigster Aspekt gilt, gefolgt  vom Gesang. Im Gegensatz dazu wird die Inszenierung nur von wenigen der Besucher als „sehr wichtig“ eingestuft.

Konkret bedeutet dies für moderne Inszenierungen:

Fokus auf Sänger: Der Unterhaltungs- und Emotionswert entsteht maßgeblich durch die charismatische Präsenz und gesangliche Höchstleistung der Interpreten, nicht durch szenische Effekte.

Kritik an Regietheater: Zu aufwendige oder „überfrachtete“ Inszenierungen, die den Plot mit unnötigen visuellen Elementen oder radikaler Dekonstruktion überlagern, werden oft als störend wahrgenommen. Sie verdecken die menschliche Tiefe der Partien, verwirren das Publikum eher als zu begeistern.

Emotionale Authentizität: Ein hoher Unterhaltungswert entsteht, wenn die Inszenierung den Sängern Raum gibt echte Emotionen zu vermitteln, statt „polarisierende Modernität“.

Akzeptanz: Das Regietheater hat das Opernpublikum nicht verjüngt oder geöffnet, sondern eher soziale Spaltung vertieft. Viele Zuschauer bevorzugen daher klare, nachvollziehbare Inszenierungen, die die Musik in den Vordergrund stellen.

Zusammenfassend soll eine Opernaufführung heute vor allem musikalisch überzeugen und emotionale Authentizität bieten; Inszenierungen sollten dies unterstützen, nicht dominieren oder durch Dekonstruktion stören.

Tim Theo Tinn 27. Aug. 2026

 

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