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TRAUN/ Schloss/Schönbergsaal: VIVALDVI PUR vom Ensemble CASTOR. Ein barocker Traum mit Countertenor Alois Mühlbacher als Mitgestalter

04.10.2026 | Konzert/Liederabende

VIVALDVI PUR vom Ensemble CASTOR im Schönbergsaal des Trauner Schlosses

Ein barocker Traum mit Countertenor Alois Mühlbacher als Mitgestalter

Bereits seit über dreißig Jahren behauptet das Ensemble CASTOR für Alte Musik seinen führenden Platz in der Reihe anderer gleichgesinnter Klangkörper im Lande. Das Musizieren auf historischen Instrumenten ist in den letzten Jahrzehnten immer mehr Mode geworden und hat das wachsende Interesse für Alte Musik angekurbelt. Mit dieser absolut erfreulichen Tatsache parallel geht auch der Besuch klassischer Konzerte, für die sich längst ein Stammpublikum herangebildet hatte.

Diesen Eindruck vermittelte erst zuletzt ein Kammermusikabend im Schloss Traun, wohin das Kulturforum Traun  das Ensemble CASTOR in den akustisch fein bedienten Schönbergsaal einlud, der restlos voll wurde. Prinzipalin Petra Samhaber-Eckhardt gewann zur Mitwirkung den bereits überregional berühmten Countertenor Alois Mühlbacher, dessen Gesangsvorträge aus dem umfangreichen Schaffen Vivaldis den  Abend zu einem Traumerlebnis machten. Das Einmannprogramm VIVALDI PUR könnte– wie man glauben würde  vielleicht langweilig ausfallen, aber es war ausgeschlossen, der Musik des Barockmeisters nicht bis zur letzten Note gebannt zu folgen. Der „rote Priester“, wie Vivaldi wegen seiner roten Haare genannt wurde, gilt als Pionier der barocken Solokonzerte – er schrieb von denen an die 300 – , aber die Castors – jeder für sich  – verfügt über solistische Qualitäten, mit denen sie im Kollektiv eine wunderbare Klanghomogenität erzielen. Neben Samhabers Führung musizieren im Ensemble Maria Wahlmüller-Ammer (Violine), Peter Aigner (Viola), Philipp Comploi (Violoncello) und Erich Traxler (Cembalo). Besondere Sorgfalt galt ihnen, die stilistische und formale Vielfalt in Vivaldis Musik flexibel herauszuarbeiten. Barockgestaltung pur in Farbnuancen:  Die impetuöse Verve, die sinnliche Leuchtkraft, bestechende Klangfantasie, alles strahlt aus Vivaldis Musik, die dann wieder überraschend irreguläre Bizzaren zu einem Feuerwerk neuer, geistreicher musikalischer Ideen zündet. Ob diesmal das Concerto in A-Dur RV 158, die Triosonate RV 60, das Concerto in C-Dur RV 114 oder die Sonate für Cello in B-Dur, jeweils mit B.c., gespielt wurden, war alles ein Erlebnis  Und dann als ein staunenswertes Wunder dazwischen Alois Mühlbachers Stimme im Glanz, mit der Bravour technischer und muikalischer Freudensprünge auf einer kostbaren Perlenschnur aufgefädelt. Die sonore Tiefe präzise wandelnd in der Basslage, dramatisch milde Sopranhöhen himmelwärts aufsteigend, Franz Welser-Möst sprach über Mühlbacher einmal von einem Mirakel der Naturmächte. Mühlbacher sang mit den Castors vier Arien aus Vivaldis Vokalschaffen und schenkte dem Publikum noch eine Zugabe aus „Juditha triumphans“ . Vivaldi schrieb insgesamt 16 Opern. Wir warten auf noch viele Proben daraus. Um wieder Grund zum Jubeln zu haben. Wie nach diesem Konzert, das geistige Erbauung und seelische Nahrung  mit nach Hause nehmen konnte.

 Georgina Szeless

Kulturjournalistin

 

 

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