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TORRE DEL LAGO/Puccini Festival: TOSCA am 21. August 2026. Puccini at his best!

23.08.2026 | Oper international

TORRE DEL LAGO/Puccini Festival: TOSCA am 21. August 2026

 Puccini at his best!

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Chiara Isotton, Francesco Meli. Copyright: Giorgio Andreuccetti.

Wunderschön, ganz romantisch am Lago di Massaciuccoli, liegt Torre del Lago Viareggio, nicht weit von der Geburtsstadt Giacomo Puccinis, Lucca, entfernt. Und man kann mit gutem Recht sagen, es ist das Mekka der Puccini-Verehrer und überhaupt des italienischen Verismo. Ein Besuch hier lohnt immer, selbst wenn man der Oper mehr oder weniger neutral gegenüber steht. Hier kann man lernen, sie in sein Herz zu schließen! Und das bei einem hohen künstlerischen Niveau zu – im Vergleich zu anderen Opern-Sommerfestspielen – moderaten Preisen.

Wie schon im letzten Jahr gab es heuer auch wieder eine spannende und emotional mitnehmende „Tosca“ in der Regie von Maria Todaro, die auch die bestens auf die klassische Inszenierung abgestimmten Kostüme schuf. Das Bühnenbild, optisch eindrucksvoll der Puccinischen Vorgabe folgend erst in Sant’Andrea della Valle, dann im Palazzo Farnese und schließlich unter dem Erzengel Michael auf der Plattform der Engelsburg, stammte von Carlo Centolavigna.

Zunächst sieht man die Einzelheiten der Kirche Sant’Andrea della Valle mit der Capella degli Attavanti und die Staffelei des Cavaradossi. Die Folter des Malers und das Leid der Tosca wurden überaus intensiv dargestellt und das Ganze noch von der Art und Weise, wie sie Scarpia mit dem Messer ermordet, übertroffen. Tradition ist hier Trumpf, es wirkte alles sehr authentisch, in der Tat veristisch, und, was auch nicht ganz unwichtig ist: es kommt beim Publikum bestens an! Puccini at his best!

Und dazu war die Besetzung – wie offenbar immer hier – ausgezeichnet. Francesco Meli, der wirklich schon weltbekannt ist und überall gesungen hat, interpretierte einen phantastischen Cavaradossi. Er brillierte mit wunderbar lang gehaltenen Bögen, die er perfekt abstützt, mit einer hervorragenden Technik. Hinzu kam eine enorme Emotion in seinem Spiel.

Chiara Isotton sang eine erstklassige Tosca, mit einer noch sehr jungen und bestens geführten Stimme, hochengagiert in ihrer Darstellung. In der unteren Mittellage fehlt es der Stimme noch ein wenig an Rundung und Wärme.

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Chiara Isotton, Ariunbaatar Ganbaatar. Copyright: Giorgio Andreuccetti.

Scarpia war der mittlerweile in Europa schon recht gut bekannte Ariunbaatar Ganbaatar, eine Mongole. Ein großartiger hünenhafter Bassbariton, der die leidenschaftliche Rolle des Scarpia mit vielen interessanten Einzelheiten eindrucksvoll interpretierte und dazu eine klangvolle Stimme hören ließ. Letztes Jahr sang hier in der „Tosca“ das Ehepaar Alagna und Kurzak mit Luca Salsi als Scarpia. Das war noch ein Tick emotionaler als dieses Jahr, weil diese drei einfach alle perfekt zusammenpassten und Alagna mit Kurzak sogar verheiratet ist.

 Lucisano Leoni sang einen gestressten Angelotti; Claudio Ottino wieder einen ausdrucksvollen humorigen Messner; Orlando Polidoro einen fiesen Spoletta; Omar Cepparolli einen eiskalten Sciarrone und Matteo Mollica einen kraftvollen Schließer.

Der sehr gut artikulierende und ausdrucksstark singende Chor des Puccini Festivals wurde von Marco Faelli geleitet und der Kinderchor von Soia Franzese.

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Copyright: Giorgio Andreuccetti.

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Francesco Meli, Chiara Isotton. Copyright: Giorgio Andreuccetti.

Carlo Montonaro ließ mit dem Orchester des Puccini Festivals eine spannende und mit viel Dramatik versehene „Tosca“ spielen. Da passte alles zusammen, zumal bei der guten Akustik dieses Open Air Theaters. Das Klangbild ist sehr rund und harmonisch, ein für ein solches Theater ungewöhnlich guter Klang. So brauchen auch die Sänger nicht verstärkt zu werden.

Torre del Lago ist eine exzellente Destination für Liebhaber der italienischen Oper, also in diesem Falle Puccinis, stets mit einem Hauch Romantik. Wenn man schon da ist, sollte man die wunderschöne alte Stadt Lucca in der Nähe besuchen, wo der Komponist geboren ist und man ein hochinteressantes Puccini-Museum besuchen kann. Davor steht eine ganz berühmte Bronze-Statue Puccinis im Sessel, absolut sehenswert. Empfehlenswert ist auch eine Stadtführung!                                                                                                     

 

Klaus Billand

 

 

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