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TODESFÄLLE – STAND AUGUST 2020

27.07.2020 | Todestage

TODESFÄLLE – STAND AUGUST 2020

Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny

 Sergey YAKOVENKO ist am 28.6.2020 verstorben

Geboren am 19. Juli 1937; Nachruf auf den russischen Bariton auf Englisch: https://operawire.com/obituary-russian-baritone-sergey-yakovenko-dies-aged-82/

 

Matthias KAUL ist am 1.7.2020 verstorben

 Geboren am 29. Januar 1949 in Hamburg; er kam schon als Kind mit Musik in Berührung, indem er spielerisch auf alles reagierte, was es in seiner Umgebung zu hören gab. Doch „anstatt durch musikalische Früherziehung in den Bann standardisierter Klassik zu geraten“, fand er seinen Weg über das Schlagzeug und die Rockmusik. Nach dem Abitur studierte er Schlagzeug an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und war fünf Jahre lang Mitglied des Hamburger Instrumentalensembles Hinz & Kunst. Anschließend und teilweise auch schon während seines Studiums wirkte er gastweise als Schlagzeuger bei mehreren norddeutschen Symphonieorchestern mit. 1977-80 bereiste er Afrika, um die traditionelle Musik verschiedener Volksstämme (Xhosa, Samburu und Maasai) zu studieren. Im Jahre 1983 gründete er das Ensemble L’art pour l‘art. Ab 1987 spielte er bei zahlreichen Radioaufnahmen und Festivals Perkussionsinstrumente und Glasharmonika und erschien auf CDs mit eigenen Werken und Kompositionen anderer Komponisten wie Alvin Lucier, John Cage, Vinko Globokar und Christian Wolff. Als Improvisator spielte er ab 1990 im Duo mit dem amerikanischen Geiger Malcolm Goldstein. Er war der Erfinder zahlreicher Instrumente, darunter die Matthias Kaul-„Overtonedrum“ sowie die Oberton-Triangel. „Er baute dabei nicht nur eigene und oft sehr skurrile Instrumente, sondern brachte auch banale Alltagsgegenstände zum Klingen.“ Gemeinsam mit seiner Frau, der Flötistin Astrid Schmeling, gründete er 1999 die Kinderkompositionsklasse Winsen. Im Jahr 2018 wurde er als Mitglied in die Freie Akademie der Künste in Hamburg aufgenommen. Matthias Kaul starb im Alter von 71 Jahren „mitten in der Arbeit an einem fast vollendeten Werk“ für das Projekt „Sternbild: Mensch“ des „KlangForum Heidelberg“.

 

Nikolai KAPUSTIN ist am 2.7.2020 in Moskau verstorben

 Geboren am 22. November 1937 in Gorlowka (Ukraine); er studierte Klavier bei Aurelian Grigorjewitsch Rubbach (1895–1975), einem Schüler von Felix Blumenfeld, der auch Simon Barere und Vladimir Horowitz unterrichtete, und später bei Alexander Goldenweiser am Moskauer Konservatorium, bei dem er 1961 sein Diplom ablegte. Bereits in den späten 1950er Jahren machte er sich als exzellenter Jazz-Pianist, Arrangeur und Komponist einen Namen. Er hatte zeitweilig ein eigenes Quintett und war gleichzeitig Mitglied von Juri Saulskis Bigband in Moskau. Einen ersten Durchbruch als Komponist hatte er im Jahr 1957, als er mit dieser Band sein Concertino für Klavier und Orchester op. 1 bei den VI. Weltfestspielen der Jugend und Studenten in Moskau uraufführte. 1961-72 arbeitete er mit dem Orchester von Oleg Lundstrem zusammen und unternahm zahlreiche Tourneen durch die Sowjetunion. Für Lundstrems Bigband entstanden auch einige der größeren Werke Kapustins. 1972 erhielt Kapustin eine Anstellung als Pianist im renommierten Moskauer Rundfunkorchester, das damals von dem bedeutenden Dirigenten Gennadi Roshdjestwenski geleitet wurde, der es ermöglichte, dass in der Sowjetunion erstmals Werke von Carl Orff, Paul Hindemith, Béla Bartók und Maurice Ravel zur Aufführung gelangten. Noch 1972 komponierte Kapustin in seiner neuen Stellung das Klavierkonzert Nr. 2 op. 14, das im Orchester neben der klassischen Besetzung auch eine Bigband verwendet, die ihm beim Moskauer Rundfunk ebenfalls zur Verfügung stand. Mit diesem Werk erreichte er zudem eine Aufnahme in den Sowjetischen Komponistenverband, was einer offiziellen Anerkennung seines Schaffens durch den Staat gleichkam. Als Roshdjestwenski sein Moskauer Dirigentenamt 1975 aufgab, um zukünftig mehr im Ausland tätig zu sein, verschlechterte sich Kapustins Situation deutlich: Im Gegensatz zum Klavierkonzert Nr. 2 op. 14, das vom Moskauer Rundfunk – mit Kapustin als Solist – aufwendig produziert wurde, wurde keines seiner noch folgenden Werke für Klavier und Orchester mehr aufgeführt. Einige dieser Werke wurden erst 2016 erstmals gespielt, so das Nocturne für Klavier und Orchester op. 16 und das Klavierkonzert Nr. 3 op. 48. Kapustin lebte seit seiner Studienzeit in Moskau. Der in den USA lehrende Physiker Anton Kapustin ist sein Sohn.

 

Ennio MORRICONE ist am 6.7.2020 in Rom verstorben

 Geboren am 10. November 1928 in Rom; er studierte am Konservatorium von Santa Cecilia Trompete und Chormusik und erhielt 1946 sein Konzertdiplom als Trompeter. Ein Jahr später folgte ein erstes Engagement als Theaterkomponist. 1953 begann er mit der Gestaltung des Abendprogramms eines italienischen Rundfunksenders. Für seine Ausbildung als Komponist am Konservatorium, die er 1954 mit einem Diplom abschloss, zeichnete Goffredo Petrassi verantwortlich. 1956 heiratete er Maria Travia. Er etablierte sich ab Mitte der 1950er Jahre mit Kammermusik- und Orchesterwerken in der musikalischen Avantgarde seines Landes. 1958 besuchte Morricone die Internationalen Ferienkurse für Neue Musik in Darmstadt. Im selben Jahr unterschrieb Morricone einen Arbeitsvertrag als Musikassistent bei der staatlichen Rundfunkanstalt Radiotelevisione Italiana, wo er als Arrangeur tätig war. Auch für zahlreiche Schallplattenaufnahmen im Genre Pop (beispielsweise für Gino Paoli und Mina) schrieb er Arrangements und leitete Band und Orchester. Morricone komponierte 1961 seine erste Filmmusik für Luciano Salces Il Federale, doch ließ der internationale Erfolg noch einige Jahre auf sich warten. 1964 begann er seine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Sergio Leone (die beiden waren in dieselbe Schulklasse gegangen) und Bernardo Bertolucci. In dieser Zeit schrieb er unter anderem die Musik für Leones Filme Für eine Handvoll Dollar, Zwei glorreiche Halunken und Spiel mir das Lied vom Tod. Morricones Kompositionen unterschieden sich stark von den traditionellen symphonischen Western-Soundtracks aus Hollywood und wirkten durch ihre ungewöhnlichen Soundelemente (Maultrommeln, Pfiffe, Schreie, Kojotengeheul, Eulenrufe, Glocken, Spieluhren, Peitschenknallen, Schläge auf Amboss etc.) stilbildend und innovativ. Mit einigen seiner Kompositionen konnte der Komponist sogar Hitparadenerfolge verbuchen. Im Genre des Italo-Westerns orientierten sich zahlreiche Komponisten an dem von Morricone entwickelten Stil. Ab Mitte der 1990er Jahre komponierte Morricone jedes Jahr die Filmmusik für etwa 15 Filme. Außerdem spielte er von 1964 bis in die 1970er Jahre im von Franco Evangelisti initiierten Improvisationsensemble Gruppo di Improvvisazione Nuova Consonanza. Zusammen mit anderen Komponisten gründete Morricone 1984 in Rom das I.R.TE.M, eine Forschungsanstalt für musikalisches Theater. In mehr als vierzig Jahren künstlerischen Schaffens schrieb Morricone über 500 Filmmusiken und arbeitete dabei mit namhaften italienischen und internationalen Regisseuren zusammen. Er dirigierte eine große Anzahl von Orchestern, wobei er für zahlreiche Konzerte sowie Filmmusikaufnahmen mit dem Roma Sinfonietta Orchestra zusammenarbeitete. Mit diesem Ensemble gab Morricone am 2. Februar 2007 auch ein Ehrenkonzert zum Amtsantritt des Generalsekretärs der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon. Neben Film- und Bühnenmusik schrieb er auch weiterhin Kammermusik für Solisten (Gitarre, Klavier, Violine, Cello) und diverse Formationen (Trio, Quintett, Sextett, Piano und Instrumente, Gesang und Instrumente, Chöre etc.) sowie Kantaten und Messen. Seine Frau Maria Travia lernte er 1950 kennen. Sie lebten in Italien. Einen weiteren Wohnsitz, z. B. in der Nähe von Hollywood, wollte er nie. Seine Frau unterstützte ihn bei seiner Arbeit; so schrieb sie ergänzende Texte zu seinen Musikstücken zum Film The Mission, die auch lateinische Texte enthalten. Sie haben gemeinsam drei Söhne und eine Tochter: Marco (geb. 1957), Alessandra (1961), Andrea (1964), Dirigent und Filmkomponist, mit dem der Vater die Musik zu Cinema Paradiso komponierte, Giovanni (1966), in New York lebender Filmemacher. Bei der Verleihung des Ehrenoscars 2007 sprach Clint Eastwood die Laudatio. Er übersetzte Morricones auf Italienisch gehaltene Dankesworte, da Morricone nicht fließend Englisch sprach. Aus ihrer langjährigen Zusammenarbeit in vielen Filmen entstand eine enge Freundschaft. Ennio Morricone starb am 6. Juli 2020 im Alter von 91 Jahren an der Universität Campus Bio-Medico in Rom an den Folgen eines Oberschenkelhalsbruchs, den er sich einige Tage zuvor bei einem Sturz zugezogen hatte. Sein Tod rief ein hohes öffentliches Echo hervor, in dem er häufig als der bekannteste Komponist der Filmgeschichte bezeichnet wurde. 

 

Erich HARTMANN ist am 6.7.2020 verstorben

 Geboren am 26. Januar 1920 in Leipzig; er lebte in Berlin. Als Sohn eines Klavierbauers wuchs er zwischen Musik-Konservatorium und Thomaskirche in Leipzig auf. Hartmann studierte Kontrabass im Konservatorium, heute Musikhochschule Leipzig, bei Theodor Albin Findeiesen (sein letzter lebender Schüler) und Max Schulz. Gleichzeitig widmete er sich dem Kompositionsstudium bei hermann Grabner. Als junger Musikstudent befasste er sich mit den Kompositionen von Béla Bartók, Igor Strawinsky und Arnold Schönberg. Das Studium wurde aufgrund von Arbeitsdienst und Kriegseinsatz im Zweiten Weltkrieg unterbrochen. Durch eine Verletzung am 4. September 1942 endete seine Militärzeit. Im Oktober 1942 nahm er das Musikstudium wieder auf. Nach einem erfolgreichen Vorspiel bei den Berliner Philharmonikern wurde er am 1. November 1943 Mitglied dieses Orchesters. Die schweren Bombenangriffe auf Berlin zerstörten am 30. Januar 1944 auch die Berliner Philharmonie in der Bernburger Straße. Hartmann war Zeuge der Ereignisse. Erich Hartmann gründete 1967 ein Kontrabass-Quartett, dessen Mitglieder Erich Hartmann, Klaus Stoll, Wolfgang Kohly, Manfred Dupak, später Rudolf Watzel, Friedrich Witt waren. In seinen Kompositionen engagiert er sich vornehmlich für das tiefe Saiteninstrument, um ihm breitere Geltung zu verschaffen. Im Berliner Philharmonischen Orchester war Hartmann bis zum 31. Januar 1985 aktiv. Am 26. Januar 2020 feierte er seinen 100. Geburtstag.

 

Henry KRTSCHIL ist am 7.7.2020 in Berlin verstorben

 Geboren am 3. Oktober 1932 in Dresden; nach seinem Abitur 1951 studierte er 1951-56 an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin. Er war anschließend ein Jahr als Repetitor an der Staatlichen Ballettschule Berlin tätig. Im Jahr 1957 spielte er Hanns Eisler vor, der ihn an das Berliner Ensemble holte. Hier arbeitete Krtschil bis 1970 als Repetitor und stellvertretender musikalischer Leiter. In den 1950er-Jahren begann auch Krtschils Zusammenarbeit mit Gisela May, der er über 30 Jahre lang musikalisch verbunden blieb. Ab 1970 war er für die Volksbühne Berlin tätig. Zu den wichtigsten Arbeiten in dieser Zeit gehören die Komposition für die Trilogie Der Bauch von Kurt Bartsch, die mit dem Kritikerpreis ausgezeichnet wurde, sowie die Vertonung von Heiner Müllers Die Schlacht. An der Volksbühne arbeitete Krtschil unter anderem mit Benno Besson und Erich Engel zusammen. Ab 1977 war Krtschil freischaffend tätig und ging 1991 an das Theater im Palais in Berlin. Hier war er als Komponist, aber auch als Pianist aktiv. Im Jahr 1999 zog er sich von der Bühne zurück. Parallel zu seiner Bühnenarbeit komponierte er als Freischaffender auch Filmmusiken für das Fernsehen der DDR, unter anderem für Der Hase und der Igel, Polizeiruf 110: Die letzte Kundin oder die Fernsehserie Rentner haben niemals Zeit. Außerdem vertonte er Texte von Schriftstellern wie Erich Kästner, Bertolt Brecht und Kurt Tucholsky. 1977 wurde er mit dem Kunstpreis der DDR ausgezeichnet. Krtschil lebte im Berliner Stadtteil Friedrichshain.

 

Gabriella TUCCI ist am 11.6.2020 in Rom verstorben

Geboren am 4. August 1929 in Rom; sie war Schülerin des Gesangpädagogen Leonardo Filoni in Rom, den sie heiratete. Debüt 1951 am Teatro Giglio in Lucca als Violetta in »La Traviata«. Sie wurde bekannt, als sie 1952 den Internationalen Gesangwettbewerb von Spoleto gewann. Hier erschien sie 1952 auf der Bühne als Leonore in »La forza del destino«. Es kam zu einer sehr erfolgreichen Karriere an den großen italienischen Bühnen, zumal an der Oper von Rom und an der Mailänder Scala (wo sie 1959 als Mimi in »La Bohème« debütierte und dann 1959-60 als Micaela in »Carmen«, 1960 als Desdemona in Verdis »Otello«, 1961 als Butterfly, als Helena in der Premiere von Benjamin Brittens »A Midsummer Night’s Dream« und als Alice Ford in Verdis »Falstaff« sowie 1965 als Aida und als Amelia in Verdis »Simon Boccanegra« zu sehen war; beim Gastspiel der Mailänder Scala in Moskau 1964 sang sie die Liù in Puccinis »Turandot« und die Leonore im »Troubadour«) sowie bei den Festspielen von Verona (1959, 1961, 1963-64, 1969) und beim Maggio Musicale von Florenz (1953 Titelheldin in »Medea« von Cherubini). Sie sang 1959 bei ihrem England-Debüt am Londoner Adelphi Theatre die Mimi. 1955 Gastspiel-Tournee in Australien. An der San Francisco Opera trat sie 1959 als Maddalena in »Andrea Chénier« von Giordano, als Donna Anna im »Don Giovanni« und als Desdemona auf. 1960 gastierte sie an der Covent Garden Oper London (als Aida und als Tosca) und an der Staatsoper München; Gastspielreisen führten sie bis in die Länder des Fernen Ostens sowie durch ganz Europa. 1960 debütierte sie an der Metropolitan Oper New York als Butterfly. Sie sang dort bis 1972 in 13 Spielzeiten in 259 Vorstellungen zwanzig Partien (die Traviata, die Aida, die Euridice in »Orfeo ed Euridice« von Gluck, die Mimi, die Donna Elvira im »Don Giovanni«, die Maddalena im »Andrea Chénier«, die Desdemona, die Amelia sowohl in Verdis »Un ballo in maschera« als auch in dessen »Simon Boccanegra«,  die Tosca, die Alice Ford, die Leonore sowohl im »Troubadour« als auch in »La forza del destino«, die Marguerite im »Faust« von Gounod, die Liù, die Elisabeth in Verdis »Don Carlos«, die Gilda im »Rigoletto«, die Luisa Miller in der gleichnamigen Verdi-Oper und die Micaela). 1962-63 gastierte sie in insgesamt elf Vorstellungen an der Wiener Staatsoper (als Traviata, als Desdemona, als Aida, als Maddalena in »Andrea Chénier« und als Butterfly). Sie gastierte auch am Bolschoi Theater Moskau, am Teatro Colón Buenos Aires, an den Opern von Sydney, Johannesburg, Oslo, Monte Carlo, in Chicago, Dallas, New Orleans und Philadelphia. 1966 sang sie in der Eröffnungsvorstellung der neuen Oper von Houston/Texas (Jones Hall) die Aida. Zu ihren Bühnenrollen gehörten auch die Elvira in »I Puritani« von Bellini und die Elcia in Rossinis »Mosè in Egitto«. Auch als Konzertsängerin erfolgreich aufgetreten. Sie wirkte nach Beendigung ihrer Karriere als Dozentin an der Indiana University in Bloomington. – Lyrisch-dramatische Stimme von großer Ausdruckskraft (Tosca, Aida, Nedda).

Schallplatten: Decca (»Pagliacci«), Columbia (»Il Trovatore«), MRF (Requiem für Bellini von Donizetti), Melodram (»Il Furioso all’isola di San Domingo« von Donizetti, Micaela in »Carmen«, Aufnahme einer Aufführung in Tokio, 1959; »Il Trovatore«, Mitschnitt einer Aufführung im Bolschoi Theater Moskau).

 

Reinhard KLUTH ist am 12.7.2020 in Tübingen verstorben

 Geboren am 31. Juli 1950 in Dülken; er studierte Kirchenmusik an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf. 1976 legte er sein Examen ab, 1978 die künstlerische Reifeprüfung. Seine Lehrer waren Jürg Baur, Hans-Dieter Möller, Heinz Bernhard Orlinski, Friedemann Gottschick und Alberte Brun. Er besuchte Meisterkurse in Chor- und Orchesterleitung für historische Aufführungspraxis bei Hermann Max. Während der Studienzeit war Kluth nebenher als Assistenzorganist am Münster St. Vitus in Mönchengladbach bei Viktor Scholz tätig. 1978-82 Kantor an St. Michael, Mönchengladbach, 1983-85 Kantor an St. Peter in Düsseldorf, 1986-88 Kantor in St. Michael, Wermelskirchen. 1989-2001 war Kluth als Kantor an der Kirche St. Antonius im Düsseldorfer Stadtteil Friedrichstadt tätig. Er ist Mitglied der Hermann-Schroeder-Gesellschaft. 2001-13 war er Seelsorgebereichskantor der Düsseldorfer Pfarreiengemeinschaft Eller-Lierenfeld. Reinhard Kluth lebte 2013-16 als freischaffender Komponist, Kirchenmusiker und Musiklehrer in Tübingen-Kilchberg; er war Organist an St. Petrus und Pankratius in Tübingen und seit 2016 stellvertretender Dom-Organist in Rottenburg. In Tübingen-Bühl leitete er 2015-16 die Chorgemeinschaft Bühl 1878. Ab 2016 war er Leiter der von ihm gegründeten Kleinen Kantorei Tübingen. Vom 1. Oktober 2016 bis 31. August 2018 war er Stiftskirchenmusiker und Organist der Stiftskirche in Horb am Neckar.

 

Monique BORELLI ist am 23.7.2020 in Marseille verstorben

 Nachruf auf die französische Sopranistin, die von ihrem 18-jährigen Sohn ermordet wurde, auf Englisch: https://operawire.com/obituary-soprano-monique-borelli-dead-at-59-after-incident-with-son/

 

Bernard ŁADYSZ ist am 25.7.2020 in Warschau verstorben

 Geboren am 24. Juli 1922 in Wilna; er erhielt seine Ausbildung am Konservatorium von Warschau. Er debütierte 1950 an der Nationaloper Warschau als Gremin im »Eugen Onegin« und blieb für mehr als zwanzig Jahre Mitglied dieses Hauses. Er gastierte an weiteren polnischen Opernhäusern. Internationales Ansehen trugen ihm Gastspiele an den großen Operntheatern in Europa wie in Nordamerika ein. 1965 Gastspiel an der Staatsoper Wien als Pater Guardian in »La forza del destino«; auch zu Gast am Teatro Massimo Palermo, am Teatro San Carlo Neapel und am Teatro Regio Parma. Als Konzertsänger gastierte er 1970 in Budapest und in Los Angeles, 1972 beim Edinburgh Festival, 1973 beim Maggio Musicale Fiorentino. Er gastierte an der Oper von Chicago, an Bühnen in Westdeutschland, Frankreich und Italien. In Russland trat er als Gast u.a. am Bolschoi Theater Moskau auf. An der Staatsoper von Hamburg wirkte er am 20.6.1969 in der Uraufführung der Oper »Die Teufel von Loudun« in der Partie des Pater Barré mit. Seine mächtige, voluminöse Bass-Baritonstimme beherrschte das klassische italienische wie das slawische Opernrepertoire; er wurde besonders als Don Giovanni, als Boris Godunow und als Amonasro in »Aida« geschätzt. Weitere Höhepunkte in seinem Bühnenrepertoire waren der König Philipp wie der Großinquisitor im »Don Carlos« von Verdi, der Mephisto im »Faust« von Gounod und die Titelrolle in »König Roger« von Szymanowski. Dazu galt er als hervorragender Interpret moderner Bühnen- und Konzertwerke, namentlich von Werken des zeitgenössischen polnischen Komponisten Krzystof Penderecki; so sang er 1970 bei den Salzburger Festspielen das Bass-Solo in der Lukas-Passion dieses Komponisten.

Schallplatten: Muza (Recital und mehrere Opern-Querschnitte), Columbia (Raimondo in »Lucia di Lammermoor« als Partner von Maria Callas, 1955), Philips (»Die Teufel von Loudun« und Lukas-Passion von K. Penderecki), RCA (»Utrenja« von Penderecki).

Camil MARINESCU ist am 27.7.2020 an COVID-19 verstorben

 Geboren am 29. September 1964 in Bukarest; Sein Repertoire reichte von den Namen großer Komponisten wie Mozart, Strawinsky und Debussy bis hin zu zeitgenössischer symphonischer Musik, Filmmusik und Jazz. Aufgrund seiner vielfältigen Ausbildung sowohl im lyrischen Theater als auch im symphonischen Repertoire wurde er während seiner Karriere von zahlreichen Orchestern, Opernhäusern und Theatern engagiert. Darunter waren unter anderem das Minneapolis Opera House in Minnesota (USA), das OSM Orchestra Montreal, der Westdeutsche Rundfunk in Köln, die Komische Oper Berlin und der Mitteldeutsche Rundfunk in Leipzig. 2003-2006 wirkte er als Gastdirigent beim Berliner Sinfonie-Orchester. Er unterrichtete darüber hinaus Fagott an der Universitatea Nationala de Musica in Bukarest und wirkte dort auch als Hausdirigent der Staatsoper. Zuletzt war er 2012-19 als Chefdirigent für das George Enescu Philharmonic Orchestra aktiv.

 

 

 

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