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THE GUNMAN

25.04.2015 | FILM/TV, KRITIKEN

FilmPlakat GUNMAN~1

Ab 30. April 2015 in den österreichischen Kinos
THE GUNMAN
GB, Spanien  /  2015 
Regie: Pierre Morel
Mit: Sean Penn, Javier Bardem, Jasmine Trinca, Ray Winstone, Idris Elba u.a.

Da ist jemand ein Killer, der sich im Kongo auch schon mal als Bodyguard-Söldner verdingt, und wir sollen ihm glauben, dass er eigentlich ein herzensguter Mann ist, der der eingeborenen Bevölkerung wirklich helfen will… Ein solches Drehbuch gewinnt dann nicht gerade den Preis für Glaubwürdigkeit, und Sean Penn, der immer zerknitterter und schärfer in seinen Zügen wirkt, ist auch nicht unbedingt der Typ, dem man den „Good Guy“ glaubt. Aber wenn man es nicht tut, kann man gleich zuhause bleiben.

Sean Penn schießt

Wer meint, dass er zwischen dem Schwarzen Kontinent, London und Madrid (dort Stierkampf inklusive) an Sean Penns Fersen geheftet gute Action-Unterhaltung bekommt, wird wahrscheinlich nicht enttäuscht. Regisseur Pierre Morel hat dergleichen Gangster-Geschichten, die nach der „Auf der Flucht“-Routine funktionieren, schon gedreht. Er kann die Sache spannend machen – glaubwürdig eher nicht.

Penn spielt also den Söldner Jim Terrier, der im Kongo im Auftrag eines Konzerns einen Politiker erschießt, der irgendwelche wirtschaftliche Schwierigkeiten gemacht hätte. Als Terrier nach dem Attentat Leine zieht, lässt er seine Geliebte, die Ärztin Annie (Jasmine Trinca) zurück. Er ahnt nicht, was jeder Kinobesucher weiß, dass der intrigante Felix sich nicht nur um sie kümmern, sondern sie ihm auch abspenstige machen wird…

Dieser Felix wird übrigens von keinem Geringeren als Javier Bardem verkörpert, und wenn man sich erinnert, wie dämonisch dieser etwa in dem James-Bond-Film „Skyfall“ als Bösewicht war, dann fragt man sich, was er mit dieser durch und durch uninteressanten Mini-Rolle, die sich noch dazu in der Mitte des Geschehens verabschiedet, eigentlich wollte – na ja, ein sattes Gagen-Taschengeld wird es wohl geworden sein.

Sean Penn lässt bei seiner Flucht (er wird nämlich von seinen ehemaligen Auftraggebern gejagt) eine Blutspur mit Opferquote hinter sich, die auch für diese Art von Film überdurchschnittlich hoch sein dürfte.

Dennoch müssen wir ihm glauben, dass er ein Guter ist – irgendwann wird er in Afrika wieder Brunnen bohren. Merk’s: Bösewichte abschießen, zählt nicht. Das fällt unter blutige Kino-Unterhaltung. Aber Entwicklungshelfer, ja, das ist das Wahre. So verlogen kann Kino sein.

Renate Wagner

 

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