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THE FANTASTIC FOUR

12.08.2015 | FILM/TV, KRITIKEN

FilmCover Fantastic Four~1

Ab 13. August 2015 in den österreichischen Kinos
THE FANTASTIC FOUR
USA  /  2015
Regie: Josh Trank
Mit: Miles Teller, Kate Mara, Jamie Bell, Michael B. Jordan u.a.

Von der Neuverfilmung der „Fantastic Four“ hat man noch nichts Gutes gelesen, aber dass der Film beim Anlaufen in den USA weit unter den Erwartungen blieb (man sprach auch von „Flop“), wundert eigentlich nicht. Es scheint, als ob gerade in letzter Zeit die Verfilmung der diversen Comics überreizt wurde. Abgesehen davon, dass diese Superhelden-Geschichten einander in der Machart letztlich alle gleichen, sind die Stories ja nie wirklich interessant und die Beschwörung irgendwelcher Galaxien (in diesem Fall) langsam wirklich abgeschmackt. Es wird zwar für 2017 ein weiterer „Fantastic Four“-Film angekündet, aber man erinnert sich, dass gerade diese Marvel-Helden schon einmal gescheitert sind…

Vor gut zehn Jahren hat man es bereits versucht, zwei Filme waren es damals, etwas prominenter besetzt als heute (u.a. mit Jessica Alba als „Storm“), und warum es dann abriss, wissen wohl die Buchhalter am besten, die Erfolge abrechnen – oder Mißerfolge abbrechen. Jedenfalls sind die neuen „Fantastic Four“ ein kompletter Neubeginn mit neuen Darstellern, deren Gesichter man großteils als „unverbraucht“ beschreiben kann.

Eines fällt jedenfalls auf: Man möchte die übernatürlichen Kräfte stärker an die Realität knüpfen. Es dauert für den Zuschauer eine gefühlte Ewigkeit, bevor man sich mit irgendetwas Irrationalem konfrontiert sieht. Bis dahin sind ernsthafte und überzeugte junge Leute dabei, ihre wissenschaftlichen High-School Experimente durchzuführen. Dabei reden sie von Sachen, die man ohnedies nicht versteht und was nur in den Köpfen von Sci-Fi-Autoren erblüht – was soll denn das „Teleportieren“ sein, das sich Reed Richards (Miles Teller) und Ben Grimm (Jamie Bell) seit ihrer frühen Jugend ausdenken?

Immerhin landen sie dann an einem Institut, wo sich auch die Geschwister  Storm, Sue (Kate Mara) und Johnny (Michael B. Jordan) für das Projekt begeistern, während sich Victor von Doom (Toby Kebbell) zwar auch an dem Versuchen beteiligt, aber eindeutig „der Böse“ ist…

Als die vier jungen Leute dann tatsächlich ins Weltall abdüsen, verwandeln sie sich – Susan zur „Invisible Woman“  Ben zu „The Thing“, Johnny zu  „Human Torch“ und Reed zu  „Mr. Fantastic“, jeder mit einer besonderen, den Fans natürlich vertrauten Fähigkeit, ob sie sich unsichtbar machen können oder beliebig lang strecken, ob sie mit Flammenkraft fliegen oder zum steinernen Monster werden – dergleichen wandert vom Comic mühelos computergeneriert auf die Leinwand. Es sieht nur, entschuldigen schon, immer gleich aus… Krach und Kampf in galaktischen Weiten, was soll’s. Wie oft muss die Welt noch gerettet werden?

Wie immer bei Filmen dieser Art wird die Handlung in ihrer Turbulenz höchst unübersichtlich, man wirbelt durch fiktive Welten, deren Unterhaltungsfaktor wohl eher bei einem jugendlichen Publikum landet, und ob der neueste Versuch mit den „Fantastic Four“, diesmal in der Regie von Josh Trank, wirklich endlich zum ersehnten Super- und Serien-Erfolg und nun, mit dieser  Besetzung zur großartigen Kino-Serie führt, scheint zweifelhaft. Viel eher kann man sich vorstellen, dass die ewigen Marvel-Superhelden langsam auch dem Publikum zu einförmig werden.

Renate Wagner  

 

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