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TERNITZ/ Neunkirchen: GIOVANNA D’ARCO“. Konzertant

Ein großartiger Belcantoabend ohne störende Regie!

30.03.2019 | Oper


Alexander Gallee, Vittorio Vitelli, Maria Katzarava, Stefan Tanzer, Luciano Ganci. Foto Herta Haider

TERNITZ/NEUNKIRCHEN: „AMICI DEL BELCANTO““:  GIOVANNA D’ARCO am 30.3.2019

Ein großartiger Belcantoabend ohne störende Regie!

Ein toller Griff von Michael Tanzler, Amici Chef, nicht nur diese Oper zu wählen, sondern auch ein Sängerteam in den Hauptrollen, die diese Oper schon mehrmals in letzter Zeit zusammen vortrugen. Getragen von diesen drei hervorragenden Sängern spielten und sangen das Orchester und der Chor der Staatsoper Banska Bystrica gleich weit über das von ihnen gewohnte Niveau.

In der Titelrolle erlebte man Maria Katzarava, eine Künstlerin mit mexikanischen und georgischen Wurzeln. Eine sehr kräftige Stimme, die gut geführt ist und ein schönes Timbre hat. Sie hat sich in sehr kurzer Zeit ein großes weitgefächertes Repertoire erarbeitet und ist international sehr gut unterwegs. Sie nahm die Giovanna eher von der dramatischen Seite, nicht so wie vor einigen Jahren in einer Amici Zusammenarbeit in Trnava Clara Polito, die sie lyischer anlegte. Ihre Giovanna ist eine sehr starke „religiöse“Frau, wohl nicht mehr das verträumte Mädchen, das dem Traumbild nachhängt.

Der schwache König Carlo VII. wird von Luciano Ganci einfach großartig gesungen. Er ist manchem Amici schon von einer konzertanten Aufführung des „Corsaro“ mit Alberto Gazale in Banska Bystrica bekannt. Die Stimme wurde größer und breiter, verlor aber nicht an Geschmeidigkeit und Pianokultur. Seine Umsetzung dieser schwachen Figur ist stimmlich sehr gut und ausdrucksstark im Publikum angekommen. Eine Freude wäre es schon, diesen Tenor einmal an der Staatsoper hören zu können. Er wäre sicher ein Gewinn. Er ist hauptsächlich in Italien (bis zur Scala) unterwegs, aber der Weg nach Wien ist über Ternitz schon angeschnitten.

Der Dritte in der Runde, Giacomo, der unangenehme Vater Giovannas ist Vittorio Vitelli.

Eine wunderbare schöne Stimme, wohl mehr Kavaliersbariton mit dramatischen Einschlag. Seine Arien und Cavatinen kamen perfekt mit edlem Timbre in die begeisterte Runde. Nebenbei hat er den gewissen Cappuccilli Augenaufschlag. Wieso hört man immer die dumme Aussage, es gäbe keine italienischen Baritonisten mehr? Dies sollte man die Agenturen fragen, wie diese Künstler gehandelt werden. Es gibt sie, Vitelli ist ein Beispiel dafür wie vor einem Monat Nicola Alaimo in Palermo, und viele weitere Rohdiamanten auch anderer Stimmen verkümmern in schlechten Agenturen oder werden von anderen Seiten behindert.

Die zwei kleineren Rollen wurden von „Uramico“ Stefan Tanzer/Talbot und Alexander Gallee/Delil tadellos gestaltet.

Wie schon eingangs erwähnt, das sehr gut spielende Orchester auf Gastspielreise unter Marian Vach ebenso genau und gut der Chor unter Iveta Popovicova die auch das Harmonium bediente.


Alexander Gallee, Vittorio Vitelli, Maria Katzarava, Stefan Tanzer, Luciano Ganci, vorne kniend Michael Tanzler. Foto:  Herta Haider

Das Publikum jubelte absolut zu recht, ein Abend den man lange nicht vergessen wird.

Weiter so Michael Tanzler.   

Elena Habermann

 

 

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