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STUTTGART/ Staatsoper: LA FEST – Musiktheatercreation

01.01.2026 | Oper international

Stuttgart: La Fest, Musiktheatercreation,31.12. 2025 – Derniere

feste
Foto: Martin Sigmund

Nach gut zweijähriger Spielzeit verschwindet das Barockarien-Pasticcio erstmal in der Versenkung.Es hatte jetzt nochmal eine fast ausverkaufte umjubelte Silvester-Vorstellung. Die Idee dazu sowie Regie und Choreographie stammen vom ehemaligen Stuttgarter Balletttänzer Eric Gauthier, der zu Beginn auf offener Bühne ins Stück führte, Sängerinnen und Balletttänzer vorstellte und sogleich auch das Publikum miteinbezog, es zu Atem- und kleinen Einsingübungen aufforderte. Weiter  hinten war das Orchester sichtbar placiert, das in Continuoformation mit Theorbe, Gambe , Cembalo sowie auch Grossformation mit  einer Bläserreihe ganz hinten postiert war.Die Leitung sowie die Arien-, Stücke-Auswahl oblag Benjamin Bayl, der meist mit Hut dirigierte und zu Beginn davor zusammen mit Gauthier dialogisierte, der in Lederjacke während der Aufführung sympathisch präsent blieb.

Bei La Fest sollten also ausgehend von der grossen adligen und Volksfeste-Tradition alle möglichen Festformen  ‚ausgelotet‘, dabei auch ‚Spiele‘ durch Tänzerinnen und Choristen  miteinbezogen werden,sowie Festessen, wobei etwa ein Riesen-Okopus hereingetragen wurde. „Alt und Jung“ war dabei auch ein leitmotivisches Thema, wenn die ältere Sängerin, Mezzosopranistin Diana Haller mit einer ganz jungen ‚Debütantin‘, Clara Schwind, Solistin des Kinderchors zusammen sang und agierte.

Die Musik für „La Fest“ bestand aus folgenden Stücken: J.Ph.Rameau: Ouvertüre aus ‚Achante et Cephise‘, Vivaldi: Chor aus ‚Dorilla in Tempe‘, Purcell: Air aus aus dem Schauspiel ‚The Virtuous Wive‘, Ricc.Broschi: ‚Son qual nave‘ aus ‚Artaserse‘, A.Campra: aus „Le Carneval de Venise“, Agostino Steffani: Marcia aus “ Niobe,regina di Tebe, Purcell: aus Birthday Ode for Queen Mary, A.Caldara: ‚Sparga al senso lascivo veleno‘ aus „La castita‘ al cimento“ mit dem Countertenor Yuriy Mynenco, Leonardo Vinci: Vorspiel zu ARTASERSE, Reinhard Keiser: ‚Ihr sanften Winde‘, aus ULYSSES, Marin Marais: 3.Air der Mänaden & Marsch der Satyrn aus dem Prolog SEMELE, G.F.Händel, Chor aus THEODORA,Nicola Porpora: ‚Come nave in mezzo all‘ onde‘, aus SIFACE mit Sopran Alma Ruoqi Sun bzw Luiza Willert,  J.-B.Lulli: aus ARMIDA, R. Kaiser: Duett aus FREDEGUNDA,mit Diana Haller, Händel: Chor aus HERCULES, G.F.Telemann: Rimembranza crudel aus GERMANICUS, Cavalli: Pur ti stringo, aus ELIOGABALO, Arr. B. Bayl zu einem ‚Highschool dance‘, Cavalli: Misero, cosi va, aus ELIOGABALO, mit Alberto Robert, Tenor, Vivaldi: aus: GIUSTINO mit Yuriy Mynenco,szenisch: Psychoaktive Frösche!

Ausserdem trat noch der Bariton Elliott Hines auf in dem erstklassigen Sänger-innen Sextett auf.

Die Bühne mit den für das „Fest“-spiel kongenial erdachten Aufbauten, Vertiefungen und Einbuchtungen stammt von Susanne Gschwender. Die ansehnlichen Kostüme für Tänzerinnen,Solisten und die zum Teil unisex designten Chöre zeichnete Gudrun Schrezmeier, Licht: Mario Daszenies.Die Opernchor-Einstudierung übernahm Bernhard Moncado.

An die kurzweilige gelungene Aufführung schloss schloss sich im Saatsopernsaal eine ‚After Show Lounge‘ mit DJA(n)e Tess an.

Friedeon Rosen

 

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