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STUTTGART/ Schauspielhaus: TOLERANZ UND TOLLEREI – Performance

09.10.2022 | Theater

Performance im Schauspielhaus „Toleranz & Tollerei“ am 8.10. 2022/STUTTGART

TRAUM EWIGER JUGEND

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Foto: Simp

Bei dieser ungewöhnlichen und neuartigen Performance stand der tolerante Umgang miteinander im Fokus des Geschehens. An diesem Abend wurde nicht nur im Foyer gefeiert. Interessant war vor allem der abwechslungsreich inszenierte Backstage-Einlass. Dann konnten Liveshows und die Party beginnen. An verschiedenen Orten hinter der Bühne waren Performances zu erleben, die thematisch auf die Nacht einstimmten. Damit bekam man neue Einblicke ins Schauspielhaus und sah plötzlich Orte, die man noch nie wahrgenommen oder gesehen hatte. 

So gab es eine Audioinstallation des Kollektivs theFinest & theFrankest zu sehen. Aber man konnte auch Figurentheater als animierte Installation von Eva Hasler betrachten. Außerdem spielten Schauspielerinnen des Stuttgarter Schauspielensembles nicht nur Liebesszenen. Die wandlungsfähigen Darstellerinnen Katharina Hauter, Theresa Annina Korfmacher, Cora Kneisz und Liliana Merker ließen unterschiedlichste Gefühlsbereiche Revue passieren. Gleich zu Beginn sah man die griechische Göttin Aphrodite in einem wundervollen Garten. So wurde der Traum ewiger Jugend plötzlich präsent. Anschließend gab das Tanzensemble „Rap on stage“ im Schauspielhaus Einblicke in seine vielfältige Arbeit. Zu einfühlsamen Streicherklängen kam es zu intensiven visuellen Berührungen mit dem Publikum.

Das Thema „Tanz“ wurde in seiner ganzen Vielfalt eindringlich beleuchtet. „Was muss die Frau sein?“ Diese Frage wurde ganz unvermittelt gestellt. Sie müsse im Alter zwischen 20 und 40 Jahren mit dem richtigen Mann die richtige Anzahl von Kindern zeugen, hieß es dann. Dann könne sie auch als Top-Model getrost Karriere machen. Diese Performance beleuchtete das Leben der Menschen immer wieder mit einem Augenzwinkern. Wie am weiblichen Line-Up zu erkennen war, spielte Female Empowerment eine wichtige Rolle.

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Foto: Aileen Hölke

Im Foyer selbst gastierten Sängerinnen wie Yeva und Eunique, die für fetzig-hitzige Stimmung im Saal sorgten. Auf einem Plakat stand: „Mach‘ ein Foto und poste es!“ Nach dem furiosen Auftritt der Künstlerinnen Haiyti, Eunique (sie brillierte nicht nur mit dem Titel „Egoist“) und Yeva gab es dann noch eine rasante Aftershowparty mit Joy und Miami Lenz. So verwandelte sich das Schauspielhaus plötzlich in einen Tanz- und Musen-Tempel. Dazu gab es im Foyer auf den Tischen ein Begleitheft zum Thema „Sex“, in dem auch Themen wie „sexuelle Belästigung, sexualisierte Gewalt und Vergewaltigung“ thematisiert wurden: „Einsicht wäre der erste Schritt zur Besserung“. Sogar Donald Trump und seine Melania gaben zu diesem Thema ein Statement. Was ist Toleranz? Und was ist eigentlich Tollerei? Auf diese Fragen bekam man an diesem Abend allerdings keine eindeutige Antwort. „Rap on stage“ im Schauspielhaus wurde als Kooperation mit dem Schauspiel Stuttgart und 0711 präsentiert. Das Publikum war begeistert.  

Alexander Walter

 

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