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STUTTGART/Liederhalle: Stuttgarter Philharmoniker bei „philharmonicpops“ am 26. 9. 2026 im Hegel-Saal

27.09.2026 | Konzert/Liederabende

Stuttgarter Philharmoniker bei „philharmonicpops“ am 26. 9. 2026 im Hegel-Saal der Liederhalle/STUTTGART 

Faszination einer riesigen 3-D-Welt   

phil
Copyright: Altmann

Die Stuttgarter Philharmoniker präsentierten unter der einfühlsam-temperamentvollen Leitung von Ekkehard Stier die neue, einfallsreiche Reihe „philharmonicpops“. Diese beliebte Konzertreihe von Merregnon Studios und Produzent Thomas Böcker steht kurz vor ihrem nächsten Highlight. Seit 2018 begeistert diese Reihe Fans von Videospielmusik auf der ganzen Welt. Das Konzert bot einfallsreiche Musik aus beliebten Square-Enix-Rollenspielen. So erklangen diese Kompositionen in großer sinfonischer Bearbeitung. Nach der pompösen „Opening Fanfare“ von Nobuo Uematsu gab es dann mit „Nier Series“ („Echoes from the Spiral“) von Keiichi Okabe eine Uraufführung. Hier wird mit Hilfe des Rollenspiels „NieR“ der Frage nachgegangen, was es eigentlich bedeutet, Mensch zu sein. Automata machte diese Reihe weltweit bekannt. Millionen Spieler verloren sich in einer postapokalyptischen Welt. Gut und Böse waren schwerer erkennbar. Tremolo- und Choralpassagen schufen so eine klanglich geheimnisvolle Atmosphäre. Das Werk von Keiichi Okabe wirkte auch im Hegel-Saal ausgesprochen wuchtig und monumental, wobei die Stuttgarter Philharmoniker unter Ekkehard Stier alle Register zogen. Figuren und Schauplätzen wurden wichtige emotionale Tiefen verliehen. Im Arrangement von Robin Hoffmann konnten sich Themen und Motive dieser Komposition eindringlich entfalten. Der hervorragende Pianist Mischa Cheung war anschließend der Solist bei einem veritablen Klavierkonzert des japanischen Komponisten Keiichi Okabe, wo die chromatischen Passagen zu marschartigen Rhythmen nur so hervorsprudelten. Die Welten von Micky Maus und Final Fantasy prallten bei der Rhapsody „Kingdom Hearts“ der Komponistin Yoko Shimomura eruptiv aufeinander. Eiskönigin Elsa traf auf Donald Duck – und Cloud Strife arbeitete mit Hercules-Bösewicht Hades zusammen. Die Spiele dieser Serie haben sich fast 40 Millionen Mal verkauft. Das alles hat die einfallsreiche Komponistin Yoko Shimomura in einem vielschichtigen harmonischen Gerüst klangfarbenreich zusammengemischt. Die märchenhaften Welten von „Kingdom Hearts“ hinterließen beim Publikum jedenfalls einen starken akustischen Eindruck. Zuletzt folgte dann die 40minütige „Final Fantasy VII“ („Symphony in three movments“) von Nobuo Uematsu. Diese im Jahre 1997 veröffentlichte „Final Fantasy VII“ definierte das japanische Rollenspiel  neu. Die Reise von Cloud Strife und seinen Gefährten führt hier von den neonbeleuchteten Straßen Midgars bis in die entlegensten Winkel einer riesigen 3D-Welt. Dabei wird eine packende Geschichte über Umweltzerstörung erzählt, die sich auch in der aufwühlenden und raffiniert instrumentierten Musik ausdrückt. Die Stuttgarter Philharmoniker brannten hier ein orchestrales Feuerwerk ab! Pizzicato- und Staccato-Passagen, klangfarbenreiche Leuchttürme, betörende Celesta-Klänge, gewaltige Ostinato-Einsätze, Flöten-Flatterzungen und zuletzt ein faszinierender Pianissimo-Schluss begeisterten das Publikum. Diese von Jonne Valtonen arrangierten „Symphonic Memories“ beeindruckten die Zuhörer mit den drei eruptiv musizierten Sätzen „Nibelheim Incident“, „Words Drowned by Fireworks“ und „The Planet’s Crisis“. Melodien wie „Main Theme of Final Fantasy VII“, „J-E-N-O-V-A“ und „Tifa’s Theme“ erwiesen sich als glutvolle Keimzellen, die sich zu einem glanzvollen polyphonen Rausch steigerten. Die abwechslungsreiche Moderation übernahm Alex Moukala. Jubel eines überwiegend jugendlichen Publikums!  

Alexander Walther

 

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