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ST.GALLEN/Theater: RUSALKA in der Nemirova-Inszenierung

03.11.2019 | Oper

Antonín Dvořák: Rusalka, Theater St.Gallen, Grosses Haus, Vorstellung: 02.11.2019

 

(7. Vorstellung seit der Premiere am 21.09.2019)

Bildergebnis für st. gallen rusalka

 

«Ich hab mein weisses Reh gefunden»

 
   

Vera Nemirovas Regiearbeit (Mitarbeit Regie: Sonja Nemirova) für das Theater St.Gallen überzeugt auch nach einem halben Dutzend Vorstellungen immer noch. Die Deutung des Märchens als Geschichte der Selbstfindung Rusalkas, der Tänzerin Rusalka, die um die verlorene Kraft ihrer Beine kämpft, steht Dvořáks Musik und dem Text nie entgegen.

Ganz wesentlich wird Nemirovas Konzept von Sofia Soloviy, der Interpretin der Rusalka getragen, die die Partie mit ungeheurer Intensität und Bühnenpräsenz verkörpert. Als «kühle Blonde» passt sie auch optisch hervorragend ins Konzept. Die Stimme ist aber nie kühl, sie trägt immer und Soloviy hat all die Farben zu Verfügung, die sie zur Gestaltung der Rolle benötigt. Auch ihr Spiel ist eine Klasse für sich, gerade am Anfang, wenn sie sich der Flossen entledigt hat, zum Geländer des Ballettsaals robbt und sich langsam nach oben zieht. Kyungho Kim singt mit wunderbar metallisch-heldischem, aber nie groben Tenor den Prinz. Was ihm darstellerisch fehlt, macht er ohne Weiteres stimmlich wett. Alžběta Vomáčková gibt die Fremde Fürstin als Diva, Nora Sourouzian als Ježibaba beginnt ihren Part im Publikum und verankert die Geschichte so im Hier und Jetzt, steht so für die Zeitlosigkeit der Geschichte. Marcell Bakonyi gibt den Wassermann mit sonorem Bass und ist der ruhende Pol der Inszenierung. Die drei Waldfeen, Tatjana Schneider, Eva Zalenga und Taisiya Labetskaja, bestechen mit der Jugendlichkeit und Leichtigkeit ihrer Rollengestaltung. Jennifer Panara als Küchenjunge, Riccardo Botta als Heger und Nik Kevin Koch als Jäger ergänzen das hochstehende Ensemble.

Das Sinfonieorchester St.Gallen spielt unter seinem Chefdirigenten Modestas Pitrenas schlicht sensationell. Lyrische Stellen gelingen gleichermassen perfekt wie die Dramatischen, die Farben der Instrumente leuchten nur so, das Orchester ist nie zu laut. So dargeboten, kann man von Dvořáks gar nicht genug bekommen.

Es gilt weiterhin: Absolute Empfehlung!

Weitere Aufführungen: 14.11.2019, 08.12.2019, 13.12.2019, 17.12.2019 und 07.02.2020.

02.11.2019, Jan Krobot/Zürich

 

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