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ST.GALLEN/ Theater: MACBETH von Giuseppe Verdi – Rhythmisch stark akzentuiert und mit viel Brio

31.03.2025 | Oper international

Giuseppe Verdi: Macbeth • Theater St.Gallen • Vorstellung: 30.03.2025 nachmittags

(7. Vorstellung • Premiere am 01.02.2025)

Rhythmisch stark akzentuiert und mit viel Brio

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Foto: Edyta Dufaj

Krystian Lada (Inszenierung, Bühne, Video) fokussiert seine Regie auf das individuelle Drama Macbeths, die Abgründe von Seele, Schuld und Gewissen. Er erzählt die Geschichte eng am Libretto und hat sich dazu ein, als Fokus wie auch als Bühne zu sehendes Podest, auf die durch einen an einen Schlachthof erinnernden Plastikvorhang halbkreisförmig gestaltete Bühne gestellt. Mit Videoeinblendungen wie der Beleuchtung von Aleksandr Prowaliński schafft er die passende düstere, aber nie bedrückende Stimmung. Die im Programmheft dargelegten Gedanken zu Krieg und (menschlichem) Fortschritt kommen zum Vorteil der Produktion nur sehr diskret zur Geltung. Die Kostüme hat Adrian Bärwinkel entworfen.

Eine Aufführung von «Macbeth» stellt das Leading Team jeweils vor die Entscheidung, welche Fassung man spielen oder eine eigene Mischfassung erstellen will. Die Fassung des hiesigen Leading Teams legt das Gewicht auf die erste Fassung und ergänzt sie mit Elementen der zweiten Fassung. Dazu zählt erfreulicherweise auch die Ballettmusik.

Das Sinfonieorchester St.Gallen unter Carlo Goldstein spielt rhythmisch stark akzentuiert und mit viel Brio. Filip Paluchowski hat den Chor des Theaters St.Gallen und den Opernchor St.Gallen tadellos einstudiert und so glänzen die Chöre mit sattem, mitreissendem Wohlklang.

Vincenzo Neri gibt den Macbeth mit sattem, wohlfokussiertem Bariton und guter Bühnenpräsenz. Brent Michael Smith agiert als Banco absolut auf Augenhöhe. Libby Sokolowski gibt eine Lady Macbeth, wie man sie sich wünscht: mit sattem, runden Sopran mit guter Höhe erfüllt sie die schwierigen Anforderungen der Partie mit Bravour. Die Tenöre Francesco Castoro als Macduff und Sungjune Park als Malcolm, Sohn von König Duncan halten das erfreulich hohe Niveau. David Maze als Duncan, Mack Wolz als Lady Malcolm, Dame der Lady Macbeth, Jonas Jud als Diener des Schicksals, Arzt, Diener und Mörder, Kio Bruderer als Fleancio, Mohammad Al Haji als Alter Ego des Macbeth und Iven Haltiner, Somkeart Khamphai, Leon Regenscheit und Loc Truong als Könige ergänzen das Ensemble.

Rhythmisch stark akzentuiert und mit viel Brio wunderbar musiziert!

Weitere Aufführungen: 23.04.2025 und 13.05.2025.

01.04.2025, Jan Krobot/Zürich

 

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