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SONNTAGBERG/ NÖ/Mostviertel: Herbstkonzert der „Cantores Dei Allhartsberg“ am 11. Oktober 2026 in der Basilika Sonntagberg

12.10.2026 | Konzert/Liederabende

Ein Requiem für Lebende – das neu entdeckte Werk aus Amerika von Dan Forrest am 11.10.2026

Die Vertonung einer Totenmesse auf andere Art

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Copyright: Cantores Dei

Unter den in Österreich reich gesegneten Kirchenchören sind die über fünfzig Jahre singenden “Cantores Dei Allhartsberg“   (welch‘ passender Name) anspruchsvolle Literatur auf hoher Ebene. Und verdienen mit ihren Konzerten auch durch ausgefallene Programme besondere Aufmerksamkeit. Das jährlich traditionelle Herbstkonzert (Choreinstudierungen Anita Auer;  Daniela Faschingleitner, Florian Helperstorfer) in zweifacher Auflage (10. und 11. Oktober) in der niederösterreichischen Basilika am Sonntagberg fand wieder einmal regen Anklang, füllte restlos das prachtvolle Gotteshaus und endete mit laut begleitenden Standing Ovations. Das groß angelegte Programm mit dem zur Verstärkung eingeladenen Chor “Inwendig Woarm Reinsberg“ bestand in der Hauptsache aus dem hierzulande unbekannten Werk „Requiem for the Living“ des amerikanischen Komponisten Dan Forrest. Die seit 1989 fachkundige Leiterin der „Cantores Dei“, mit dem Musiziergeist gespeist aus der legendären Arnold-Schönberg-Schule, hat sich mit dieser Wahl einen langgehegten Wunsch erfüllt und dem Publikum ein willkommenes Geschenk gemacht.

Als Vorspann zu dem Requiem erweiterten das Programm „Adagio for Strings“ von Samuel Barber (1910-1981), ebenfalls Amerikaner, der das Stück aus seinem Opus 11 für Streichorchester bearbeitete und sich durch seinen Ausdruck von Trauer  inhaltlich recht harmonisch in die Requiem-Stimmung einfügte. Gustav Mahler ging freilich andere Gefühlswege mit „Blumine“, dem 5. Satz aus seiner 1. Symphonie GMW 11, 2b, betitelt nach einer Publikation von Mahlers Lieblingsautor Jean Paul. Hier auch sehr willkommen und hörenswert zur Auffrischung schon wegen der Gesamtleistung des musizierenden Waidhofner Kammerorchesters mit staunenswerter Klangqualität und Begeisterung in allen Stimmen. Außerdem wurde Gelegenheit zu einer Buchpräsentation gegeben: „Basilika Sonntagberg“ von Lois Lammerhuber, vor Ort käuflich mit Widmung zu erwerben.

Endlich dann als Höhepunkt des Sonntags das „Requiem for the Living“, ein „Requiem für die Lebenden“, keine Kontradiktion, sondern eine gläubige Betrachtung der völlig zeitlosen Komposition ohne jedes atonale Anzeichen. Forrest gelang hier in einer allgemein gültigen Sprache im linearen Fluss kontrapunktisch gekonnt gearbeitet, ein großer Wurf. Mit Absicht eher abseits von berühmten Totenmessen-Vertonungen. Die fünf Sätze namentlich aus der Liturgie mit Ausnahme der zweiten „Vanitas Vanitatum“ (Eitelkeit der Eitelkeiten), einer alttestamentarischen Textzeile, drücken Sorge um die irdische Existenz und Trauer aus und klingen quasi ermahnend durch die dramatische Kraft der Rhythmik wie ein Appell der Musik an die Menschen. Das Schlagwerk darf nicht fehlen, und doch erspart Forrest seiner Musik jedes Aufbrausen und Entgleiten in zeitgenössische Klänge, die am Schluss im Lux aeterna die Toten und Lebenden in einem ewigen Licht vereinen. Der Soloeinsatz der überirdisch schönen Mezzosopran-Stimme von Elisabeth Kirchner führt insgesamt zu einer Aufwertung der Gestaltung und setzt allgemein Maßstäbe für künftige Interpretationen. Mit großer Liebe steht seit Jahrzehnten in traditioneller Treue und Leidenschaft zur Musik Wolfgang Sobotka am Pult des Waidhofner Kammerorchesters.

 Georgina Szeless

 

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