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SOFIA/ Nationaloper : DAS RHEINGOLD und DIE WALKÜRE. Start eines sehenswerten „Ringes“

28.05.2026 | Oper international

SOFIA: DAS RHEINGOLD und DIE WALKÜRE am 26. und 27. Mai 2026

 Sehenswerter „Ring“

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Die Rheintöchter. Foto: Klaus Billand

Das III. Wagner-Festival an der Nationaloper Sofia begann mit dem „Rheingold“ als Vorabend zur 2. „Ring“-Inszenierung von Prof. Plamen Kartaloff innerhalb von nur 13 Jahren (!) in diesem „Bayreuth des Balkans“. Das kann man in der Tat einmal so nennen, denn Kartaloff hat bisher immerhin neun Werke des Bayreuther Kanons von zehn in Szene gesetzt, seit 2010. Und er kann diese neun Werke mit kürzester Vorlaufzeit bei Belieben spielen. Das sollte in der Opernwelt inkl. Bayreuth einzigartig sein.

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Foto: Klaus Billand

Und die beiden „Ring“-Inszenierungen von 2013 und 2023 ähneln sich keineswegs. Beiden unterliegt ein ganz genau bedachtes künstlerisches Konzept, das sich die ersten Abende und sicher auch den ganzen Zyklus über zeigen wird. Das Bühnenbild von Hans Kudlich aus Wien und das Lichtdesign von Andrej Hajdinjak mit dem Multimedia von Elena Shopova waren ästhetisch zeitweise überwältigende optische wie dramaturgische Säulen beider Abende. Die geschmack- wie phantasievollen Kostüme lagen in den bewährten Händen von Hristiyana Mihaleva-Zorbalieva.

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„Wotan“. Foto: Klaus Billand

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„Das Rheingold“. Schlussapplaus. Foto: Klaus Billand

Sehr gute Sänger wie Veselin Mihaylov als „Rheingold“-Wotan und, besser noch, der wohl erste griechische Wotan Aris Argiris in der „Walküre“ – letzterer mit akzentfreiem Deutsch – waren hervorragend, ebenso wie Daniel Ostretsov als agiler und intelligenter Loge sowie Plamen Dimitrov als rustikaler boshafter Alberich. Violeta Radomirska war eine attraktive und klangvolle Erda. Martin Iliev konnte einmal mehr als Siegmund mit seiner kämpferischen Natur und leicht depressiven Darstellung – passend für die Rolle des Siegmund – überzeugen. Alma Liza Bandalovska sang eine sehr engagierte Sieglinde mit dramatischem Aplomb und starker Mimik. Kurt Rydl war mit weit über 70 noch einmal ein beeindruckender Hunding. Gergana Rusekova gab die Brünnhilde vom knallroten, lebensgroßen Grane aus mit dunkel getöntem und somit charaktervollem Sopran. Die Schluss-Szene mit ihr und Argiris war herzzerreißend!

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Constantin Trinks beim Schlussapplaus. Foto: Klaus Billand

Bei den – anders als in Wien zwei Abende zuvor – durchwegs guten Walküren war diesmal eine dabei, die nicht aus Bulgarien kommt. Micaela di Catalano aus München fügte sich bestens in das voll überzeugende Ensemble auf den beweglichen Pferden ein. Constantin Trinks, der wie viele der bulgarischen Sänger bei Prof. Richard Trimborn in die Schule ging, übrigens auch wie Micaela di Catalano, zeigte am Pult des Orchesters der Sofia Opera and Ballet sein ganzes Wagnersches Können. Mit sicherer und oft dezent geführter Hand hielt er perfekten Kontakt zu den Musikern wie zu den Sängern und spannte einen nie abreißenden langen harmonischen Bogen über beide Abende. Ein ganz feines „Ring“-Dirigat mit dem durch neue Blechinstrumente (Hörner, Posaunen und eine Bass-Trompete) auch klanglich stark verbesserten Orchester!

Dieser „Ring“ ist, was Wagners Intentionen und seinen Mythos angeht, mit den dazu stets passenden Bildern, die durchwegs auch modernistische Elemente sowie herrliche, manchmal an Chagal erinnernde Farbvariationen zeigen, eine der zwei bis drei attraktivsten der derzeit in Europa und wahrscheinlich weltweit zu sehenden Produktionen.

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Foto: Klaus Billand

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Drei der Walküren mit ihrer Wal. Foto: Klaus Billand

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Schlussapplaus „Die Walküre“. Foto: Klaus Billand

„Siegfried“ heute, am 29., und „Götterdämmerung“ am 31. Mai 2026!

 

Klaus Billand

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