Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

SCHRATTENTHAL bei Retz/Schloss: Choralschola der Wiener Hofburgkapelle konzertiert im Rahmen der „Kerzenlicht-Konzerte“

26.07.2026 | Konzert/Liederabende

Choralschola der Wiener Hofburgkapelle konzertiert im Rahmen der „Kerzenlicht-Konzerte“ auf Schloss Schrattenthal bei Retz

schola1
Choralschola der Wiener Hofburgkapelle unter Antanina Kalechyts. Foto: Schlosser

Das positive Echo des ersten Auftrittes der Choralschola der Wiener Hofburgkapelle im Rahmen der Serie in der Saison 2021 veranlasste die Veranstalter, die Sänger zu einem weiteren Konzert nach Schloss Schrattenthal einzuladen. Unter dem Motto „In aula sancta eius“ bot die Choralschola in der Schlosskirche am 25. Juli eine Folge von gregorianischen Chorälen, auch Mehrstimmiges war im Programm.

Im Unterschied zu 2021 stand das aus männlichen Sängern bestehende Ensemble diesmal unter der Leitung einer Dirigentin: Antanina Kalechyts stammt aus Minsk, studierte in Graz und darf als außergewöhnliche musikalische Begabung angesehen werden. Ihr Dirigat verlieh den Chorälen Schliff, rhythmische Geschlossenheit und Eloquenz. Die Bewegungen der Dirigentin entbehrten nicht der Anmut und Schönheit, schafften aber mit geradezu akrobatischem Elan auch eine erhebliche Unruhe. Dem großen Plus an Perfektion stand ein Weniger an kontemplativer Verinnerlichung entgegen.

scholoa2
Choralschola der Hofburgkapelle. Foto: Schlosser

Sänger dieser Art des Gesanges – etwa Mönche in Klöstern – spüren einander gegenseitig, hören einander, sie verstehen einander quasi von selbst. Diese innere Verankerung sollte durch die autoritäre Präsenz eines Leiters nicht verringert werden. Einzelne Werke des Schrattenthaler Programmes, die ohne Dirigentin vorgetragen wurden, bestätigten diesen Eindruck, etwa das Organum Lectio Jes. 2, 2-5, das von nur zwei Solisten interpretiert wurde. In sich ruhend, schienen die beiden durch eine unsichtbare Brücke verbunden zu sein und ließen die Hörer an ihrem seelischen Erleben teilhaben.

Den gesamten Abend hindurch beeindruckte die Choralschola durch stimmliche Ausgewogenheit und Schönheit im Klang – kommen doch alle Sänger aus der strengen Schule der Wiener Sängerknaben. Das begeisterte Publikum in der voll besetzten Schlosskirche dankte mit viel Applaus und bewog die Choralschola und ihre Dirigentin, als Zugabe den letzten Hymnus zu wiederholen.

schola3
Überreichung der Ehrenmitgliedschaft an Constanzr von Othegraven durch Robert Pobitschka. Foto: Schlosser

Eine kleine Zeremonie fand ganz zu Beginn des Abends statt: Constanze von Othegraven, langjährige Helferin der „Kerzenlicht-Konzerte“, wurde als Dank für Ihre Bemühungen von Intendant Robert Pobitschka zum Ehrenmitglied ernannt.

 

Isolde Cupak 

 

Diese Seite drucken