Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

SALZBURG/ Osterfestspiele_ DAS RHEINGOLD. Wirklich spannende Neudeutungen gibt es nicht

29.03.2026 | Oper in Österreich

Salzburg/ Osterfestspiele-  Wagner: Das Rheingold 27.März 2026 Premiere

rhei
Copyright: Monika Rittershaus

KIRILL SEREBRENNIKOVs Deutung des Ring- Vorabends ist nicht ganz entschlossen in eine Richtung. Wirklich spannende Neudeutungen gibt es nicht und auch darstellerisch bewegt sich der Abend auf überschaubarem Niveau.

Die Sensation ist das Orchester. Endlich sind die BERLINER PHILHARMONIKER  zurück und Salzburg und sie werden zu Recht vom Publikum umjubelt. Fein im Detail musiziert dieses Ausnahme-Kollektiv unter der phantastischen Leitung KIRILL PETRENKOs. Da gibt es Neues zu entdecken und die einzelnen Gruppen (Streicher/ Holz- und Blechbläser) brillieren mit ausnahmeschönem Klang.

Die Besetzung warf schon vor der Aufführung Fragen auf, die sich leider nicht zum Guten beantowrteten. Nur ein Muttersprachler war sängerisch am Werk und manch anderer mühte sich mit der Diktion und noch mehr mit dem inhaltlichen Verständnis für seine jeweilige Rolle.

Mit Spannung  (und gewisser Sorge) erwartete man das Wotan- Rollendebut von CHRISTIAN GERHAHER. Und leider, bei aller klugen Textausdeutung, blieb er der Figur an Größe und Klangraum doch eklatant viel schuldig. Die Stimme ist für die große Salzburger Felsenreitschiule bei diesem Repertoire schlicht nicht groß genug und für Wotan zu hoch gelagert.

Ähnlich erging es dem agilen Spielbariton von LEIGH MELROSE, der sich zwar szenisch verausgabte, aber dem es als Alberich doch entscheidend an stimmlichem Format und komplexer  Wortausdeutung fehlte.

Die Tenöre konnten besser überzeugen: allen voran BRENTNON RYAN als Loge mit gut foikussierter Stimmgbebung und wendigem Spiel und THOMAS CILUFFO als eindringlicher Mime. Die anderen Partien sind für die glamourösen Festspiele höchstens solide besetzt. Vielleicht ist noch LE BU hervorzuheben mit großer Klangresonanz.

Schade, dass die Sänger dem Orchester nicht das Wasser reichen konnten. Man dachte wehmütig an die klugen Besetzungen der tragenden Rollen im Berliner Staatsopernring 2022.

Es ist also Luft nach oben für die kommenden Ringteile.

Dem Publikum gefiel´s. Jubel vorallem und zu Recht für die Berliner und Petrenko.

Christian Konz

 

Diese Seite drucken