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SALZBURG/ Festspiele/Stiftung Mozarteum: LIEDERABEND Konstantin KRIMMEL, Bariton, Ammiel Bushakevitz, Klavier- Vollendeter Liedgesang

08.08.2026 | Konzert/Liederabende

7.8.2026.  Salzburger Festspiele Stiftung Mozarteum – Großer Saal

Konstantin Krimmel, Bariton, Ammiel Bushakevitz, Klavier

Vollendeter Liedgesang

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Konstantin Krimmel. Foto: Geoffroy Schied

Völlig zu Recht hat sich der junge deutsche Bariton Konstantin Krimmel in den letzten Jahren am Olymp des Liedgesangs etabliert, zeigt seine Kunst in ganz Europa und darüber hinaus, und hat es bereits auf eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Tonaufnahmen gebracht.

Bei seinem Salzburger Liederabend hat er sich ganz der Romantik verschrieben, und so war es außerordentlich erfreulich, dass das Programm mit dem Schumannschen Liederkreis nach Gedichten von Joseph von Eichendorff op. 39 anhob. Dieser Zyklus, der von Schumanns zunächst noch aus faktischen Gründen unerfüllbarer Liebe zu Clara Wieck geprägt ist, fokussiert darüber hinaus stark auf Naturbeschreibungen und Stimmungsbilder, unangefochten am bekanntesten Die Mondnacht, von Krimmel elegisch zurückgenommen verträumt interpretiert. Der begnadete Liedsänger kann bei diesem aus 12 Stücken bestehenden Reigen all seine hervorstechenden Eigenschaften bestens zu Gehör bringen: Charme und Witz bei Die Stille, Dramatik bei Schöne Fremde, Warnendes bei Zwielicht. Den alten Ritter, der übel gelaunt Auf der Burg sitzt, beschreibt Krimmel mit erschreckender Deutlichkeit. Mal leuchtet sein lyrischer Bariton stark, mal zurückgenommen, immer das Legato findend, immer textdeutlich, immer voller dynamischer Variationen, die aber nie Selbstzweck sind oder gar gekünstelt erscheinen. Diese Natürlichkeit ist es, die gepaart mit einer Selbstverständlichkeit, Krimmel so besonders auszeichnet. Vor der Pause rundet eine weitere (todessehnsüchtige) Schumann/Eichendorff-Kombination Der Einsiedler das Programm ab.

Wie schon bei seinem letzten Liederabend im Wiener Konzerthaus stellt er auch dem Salzburger Publikum Eusebius Mandyczewski, einem aus der Bukowina stammenden Musikwissenschaftler und Komponisten vor, den er als dessen Zeitgenosse bewusst in Beziehung zu Johannes Brahms setzt. Fünf in rumänischer Sprache – Krimmels Abstammung geschuldet – vorgetragene Lieder, die von Liebe, Tod und Einsamkeit handeln, zeigen ganz bewusst, dass fein-gefälliges Liedgut vielerorts beheimatet ist und wert ist, entdeckt zu werden.

Sieben Lieder von Johannes Brahms runden den Abend ab. Vieles ist hier schwermütig, wie Auf dem Kirchhofe oder Der Tod, das ist die kühle Nacht. Bei Feldeinsamkeit lässt Krimmel das Bild eines am Felde liegenden, den Himmel beobachtenden jungen Mannes entstehen, Wie rafft’ ich mich auf in der Nacht zeigt verschiedene unterschiedliche nächtliche Stimmungen, besonders gut gelingt das lautmalerische Funkeln der Sterne.

Ammiel Bushakevitz, in Israel geboren, in Südafrika aufgewachsen und in Deutschland und Frankreich ausgebildet, ist Krimmel ein kongenialer Begleiter. Gerade bei der expressiv-dramatischen-bedrohlichen Zugabe von Schumanns Belsatzar wird dies besonders deutlich.

Konstantin Krimmel, ein wahrhafter Ausnahmekönner, trotz jugendlichen Alters knapp über 30, als Liedsänger bereits vollendet in einer Form, wie sie viele seiner Kollegen nach jahrzehntelangem (Be)mühen nicht erreichen.

Sabine Längle

 

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