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SALZBURG/ Festspiele/ Haus für Mozart: MICHAEL SPYRES/IL POMO D’ORO

28.07.2026 | Konzert/Liederabende

27.7.2026 Salzburg, Haus für Mozart  MICHAEL SPYRES/IL POMO D’ORO

Der Tenor, der alles kann

Michael Spyres – Wikipedia
Der Tenor, der alles kann – sogar Fechten. Foto: Wikipedia

Eben noch Kaiser am Schaukelpferd in Barrie Koskys ikonischer Frau ohne Schatten in Aix, und nunmehr Barockvirtuose für das Publikum des anderen kontinentaleuropäischen vielgesichtigen High-end-Sommerfestivals: (Bari-)Tenor Michael Spyres, der vielbeschäftigte US-Amerikaner mit dem dreioktavigen Stimmumfang zeigt diesmal seine Koloraturfertigkeiten: Mit dem Ensemble il Pomo d’Oro, das sich der historischen Aufführungspraxis verschrieben hat, bringt er Musik der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu Gehör. Damals waren es vor allem die Geschichten von Herrschern und Kriegern, die vertont wurden:

Vor der Pause Händel (Tamerlano, Theodora), Vivaldi (Artabano), Galuppi (Alessandro nell’Indie) als Teaser quasi, zeigt er danach mit Rameau (Arie des Neptune aus Naïs), Porpora (Arie des Segeste aus Germanico in Germania), Hasse (Arie des Segeste aus Arminio)  und zuletzt als End- und Höhepunkt Mazzoni (Arie des Antigono aus Antigono), warum er derzeit zu den ganz Großen im Opernbusiness zählt:

Sein einschmeichelnd weiches baritonales Timbre, seine Koloraturfähigkeit, sein Legato, sein langer Atem, die scheinbare Mühelosigkeit, mit der die Töne seine Kehle verlassen, seine Modulationsfähigkeit, die Fertigkeit, gleichermaßen leise Töne wie anschwellende Dynamik zu produzieren, und, und, und: Spyres entzündet gegen Ende seiner Darbietung ein wahres Feuerwerk an Musik, das Lust auf mehr macht!

An diesem Abend belohnt er das Festspielpublikum mit einem heroisch gesungenen „J’ai perdu, mon Eurydice“, am Marienfeiertag werden „Ingemisco“ und „Hostias“ in Verdis Requiem unter dem dirigierenden Titan Riccardo Muti folgen.

Sabine Längle

 

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