SALZBURG/ Festspiele: Olivier Messiaen:» Saint François d’Assise «
Salzburger Festspiele am 4. August 2026
Von Thomas Prochazka
Scènes franciscaines. Eine Oper? Ein Oratorium? Ein Mysterienspiel? Ein … Gottesdienst? Das wird festzustellen sein.

Foto: Salzburger Festspiele/Rittershaus
Im Programmheft beansprucht Jürgen Maehder » Weltgeltung « und bedient sich des komparativen Superlativs: Saint François d’Assise sei eines der bedeutendsten Meisterwerke des 20. Jahrhunderts. Bezeichnet es als festen Bestandteil des internationalen Repertoires. So wie Bellinis Il Pirata? Donizettis Linda di Chamounix? Wagners Liebesverbot? Von Einems Dantons Tod? Oder Stockhausens [Wochentag] aus Licht?
Messiaens einziger Beitrag zum Musiktheater, so Maehder, sei die am größten besetzte Partitur der Operngeschichte; — was immer das auch heißen soll. Kann man eine Partitur überhaupt » groß « besetzen? Müßte » groß « nicht vielmehr das Werk bezeichnen; meinetwegen die Zahl der Systeme, Orchester- und Gesangsstimmen? Gegen Programmheftenthusiasmus wuchs noch kein Kraut. Ebenso gegen Messiaenies. In diesem Sommer keimt allerdings der Verdacht, hierbei handele es sich eher um Hinterhäuseries auf der Suche nach ihrem Salzburger Fan-Armband-Freundschaftbaum …
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Festspiele sind der richtige Ort für Unterfangen wie dieses; musikalisch wie szenisch. Und mit der Felsenreitschule verfügt Salzburg über einen idealen Schauplatz.
Maxime Pascal war Messiaens Werk ein beredter Fürsprecher. Romeo Castellucci tat, was er immer tut: Er ignorierte des Schöpfers Anweisungen und stülpte dem Abend seine Sichtweise über. Und das Publikum dankte, wie man nach Hochämtern den Künstlern Beifall zollt. Es feierte wohl auch sein Durchhaltevermögen.
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