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SALZBURG: 5. INTERNATIONALE BALLETT-GALA – hochkarätig besetzte Gala zu Gunsten der Aidshilfe

01.02.2015 | Ballett/Tanz

SALZBURG: 5. Internationale Ballettgala – 31.1. hochkarätig besetzte Gala zu Gunsten der Aidshilfe Salzburg

Wie sagte Intendant Carl Philip von Maldeghem:“ Salzburg ist eine Mozartstadt, eine Sound-of-Music-Stadt und Salzburg ist eine Tanzstadt“. Mit der 5. Internationalen Ballettgala wird nicht nur ein kleines Jubiläum gefeiert, diesmal steht ein ganz großer Ballettschaffender im Mittelpunkt: Salzburgs Ballettchef Peter Breuer wird im am 28.März im Aalto Theater in Essen der dt. Tanzpreis für sein Lebenswerk verliehen. Diese höchste Auszeichnung im deutschsprachigen Raum im Ballettbereich würdigt damit das jahrzehntelange Wirken von Peter Breuer als international berühmten Tänzer, renommierten Choreografen und erfolgreichen Ballettdirektor.

Aus diesem Anlass gab es im Programm einen thematischen Schwerpunkt mit Auszügen aus dem reichen Schaffenswerk des Geehrten: seine allererste Choreografie „Fatum“ (Musik: P.I. Tschaikowski) – damals für sich und einen jungen australischen Tänzerkollegen kreiert; hier präsent Yoshito Kinoshita und Patric Palkens – war ebenso zu sehen wie „Der Gottgeliebte“, eine Kreation mit Kompositionen von Mozart und über dessen Leben (mit Marian Meszaros und Cristina Uta als in Liebe zueinander findendes Hauptpaar). Letzteres Werk hatte bei einer Aufführung in München den damaligen Salzburger Intendant bewogen, Peter Breuer den Job als Ballettchef in Salzburg anzubieten. Dazu noch „Der Juchitza“ (Musik: Hubert von Goisern) als Opener und der Ausklang des Abends mit „American Rhapsody“ (Musik von John Adams). Sowohl beim Einstieg als auch beim Schlussstück setzt Breuer im jeweils vielleicht unerwarteten Kontext in seiner charakteristischen Bewegungssprache auf die Ensemblewirkung seiner Compagnie: die geballte Dynamik und Intensität brachte eine spannende Tanzdemonstration; zumal am Vortag mit dem „Nussknacker“ das neueste abendfüllende Handlungsballett (insgesamt sind es 40) aufgeführt worden war. Das Publikum folgt seinem Meister stets mit großer Begeisterung.

Fixpunkt unter den Gästen ist das Stuttgarter Ballett. Bereits zum dritten Mal war Filip Barankiewicz eingeladen und tanzte diesmal mit Alicia Amatriain einen Pas de deux aus „Der widerspenstigen Zähmung“ von John Cranko. In diesem kleinen Ausschnitt gelang es den beiden, die entsprechende spannungsgeladene prickelnde Stimmung zu vermitteln. Während er mit großen Sprüngen und triple tours (!) reüssierte, konnte sie – zunächst die personifizierte Ablehnung – letztlich seinem Charme nicht widerstehen. Ein Höhepunkt des Abends! Kaum zu glauben, dass der groß gewachsene und sprungstarke Tänzer mit Ende der Spielzeit 2013/14 seine Karriere als Erster Solotänzer in Stuttgart beendet hat. Seither arbeitet er als freischaffender Tänzer und Ballettmeister und wird mit Beginn der Spielzeit 2017/18 als Ballettdirektor die Leitung des Tschechischen Nationalballetts in Prag übernehmen.

Als Publikumslieblinge erwiesen sich diesmal die Tänzer von Gauthier Dance. Mit „PacoPepePluto“ steuerte die junge Compagnie von Eric Gauthier sogar eine umjubelte Uraufführung bei: Choreograf Alejandro Cerrudo spielte äußerst originell mit viriler Männlichkeit – augenzwinkernd diese dabei nicht ganz ernst nehmend – und dem Eindruck von (fast) kompletter Nacktheit. Luke Prunty, Florian Lochner und Rosario Guerra reüssierten zu „L´amour-Hatschern“ von u.a. Dean Martin mit ihren durchtrainierten muskeldefinierten schönen Körpern. Sehr gelungen! Auch mit „Pas de trois“ (Cantata) von Mauro Bigonzetti zu süditaliensicher Volksmusik ernteten Florian Lochner, Rosario Guerra mit weiblicher Verstärkung durch Garazi Perez Oloriz sehr viel Beifall.

Leipziger Ballett Mario Schröder - Mozart Requiem (Benedictus) - Nikolaus Tudorin und Tyler Galster - Foto Ida Zenna (3)
Mozart-Requiem im Schwarz-Weiß-Kontrast: einfühlsamer Pas de deux mit Nikolaus Tudorin und Tyler Galster. Credit: Ida Zenna

Erstmals eingeladen war das Slowenische Nationalballett Maribor. Tjuana Križman Hudernik und Gaj Žmavc beeindruckten mit „Stabat Mater“ von Edward Clug. Ein sehr stimmiger Pas de deux zur Komposition von Giovanni Battista Pergolesi war ihr tänzerischer Beitrag. Das Leipziger Ballett steuerte mit „Mozart Requiem“ in der Choreografie von Mario Schröder einen athletisch-ästhetischen Männer Pas de deux bei: Tyler Galster und Nikolaus Tudorin im weißen bzw. schwarzen Tutu verkörperten wohl den guten und den bösen Engel. Vom Dortmund Ballett kamen Monika Fotescu-Uta und Mark Radjapov. Ihr eleganter Pas de deux mit Ballroom-Atmosphäre aus „Who Cares“ von George Balanchine als Hymne an seine neue Heimat New York zu Klängen von George Gershwin gefiel den Zuschauern sehr. Wie wichtig es ist, der Ballettjugend Raum und Gelegenheit durch eine Junior Company zum Auftritt zu geben, zeigte die 6 jungen Tänzer und Tänzerinnen vom Bayerischen Staatsballett II. Sie tanzten „Jardi Tancat“ von Nacho Duato zu Gesängen von Maria del Mar Bonet mit viel Esprit.

Das Publikum bedankte sich für diesen wunderschönen Ballettabend mit nicht endenwollendem Applaus und Standing Obvations bei den Künstlern, die für diesen Benefizabend auf ihr Honorar verzichtet haben.

Ira Werbowsky

 

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