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SALZBURG: 19./20.08.2026 Salzburg/Felsenreitschule „Saint Francois d’ Assise“, „Prinz von Homburg“

21.08.2026 | Oper in Österreich

19./20.08.2026   Salzburg/Felsenreitschule   „Saint Francois d’ Assise“,   „Prinz von Homburg“

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Foto: Monika Rittershaus

Als nach wie vor nicht sattelfester Besucher relativ zeitgenössischer Opern versuche ich, meine Eindrücke im Vergleichsverfahren zu bringen. Beide Werke liegen weit außerhalb des Repertoirebetriebes, beide verdienen ob ihrer musikalischen Qualität die größere Aufmerksamkeit, die im Rahmen der Salzburger Festspiele garantiert ist. Messiaens Tondichtung – der Ausdruck scheint mir hier passender als Oper – ist eine gigantische Aneinanderreihung einzelner Lebensstationen des Heiligen Franziskus, die in den einzelnen Szenen mit unterschiedlichen, aber immer wirkungsvollen Kompositionsmitteln dargestellt werden. Die lyrischen Stellen, aber wie zum Schluss dramatisch packenden bringen das zum Ausdruck, was nach Meinung des Komponisten in dem Heiligen vorgegangen sein muss. Ein Manko ist die Länge der Pausen, die die Aufführungsdauer auf über sechs Stunden dehnt, was beim Zuhörer (zumindest bei mir) durch sparsame Aktionen ein hohes Maß an Konzentration verlangt. Der Regisseur Romeo Castellucci (auch für Bühne, Kostüme und Licht verantwortlich) versucht erst gar nicht, die Riesenbühne mit allerlei Kram anzufüllen, sondern bietet in wenigen Szenen sparsam, die Handlung zu begleiten. Hervorragend freilich die musikalische Ausführung durch die Wiener Philharmoniker, die unter der Leitung des äußerst kompetenten Dirigenten Maxime Pascal in Hochform spielten. Von den Sängern ist natürlich die Leistung des Titelhelden, Philippe Sly besonders zu bewundern, sein kraftvoller und wohl timbrierter Bariton hält bis zum Ende durch. Auch Lauranne Oliva als Engel war eine leuchtende Erscheinung dieser Aufführung.

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Georg Nigl. Foto: Anna Schmid

Hans Werner Henzes Vertonung von Kleists Drama, überarbeitet durch Ingeborg Bachmann, aufgeführt in konzertanter Form, ist Oper im herkömmlichen Sinn. Klare Handlung, deutlich gezeichnete Charaktere, ausnehmend gute Textvorlage, bestechende Vertonung mit allen tontechnisch verfügbaren Klangmitteln. Trotz fehlender Aktionen ist die Spannung während der gesamten Aufführung hoch. Auch hier waren die Ausführenden hochklassig, das ausgezeichnete RSO unter der Leitung von Ingo Metzmacher, die Solisten, hier vor allem Georg Nigl als Titelheld mit kraftvollem Ausdruck und hinreichendem Volumen für die fordernde Partie, aber auch Kathrin Zukowski als Nathalie und Tanja Ariane Baumgartner als Kurfürstin konnten überzeugen. Was hätte hier ein mittelmäßiger Regisseur anstellen können…

Johannes Marksteiner

 

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