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Reinhard Stauber: DER WIENER KONGRESS

15.12.2014 | buch

BuchCover Stauber, Wiener Kongress jpg

Reinhard Stauber: 
DER WIENER KONGRESS
288 Seiten,
Böhlau UTB, 2014 

Im Vergleich zu vielen anderen Verlagen legt der Böhlau Verlag zum Thema des Wiener Kongresses „nur“ ein Taschenbuch vor, das sich aber vor allem für Leute, die zu irgendeinem Aspekt schnelle Information suchen, sehr bewähren wird. Denn Autor Reinhard Stauber, der an der Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt als Professor Neuere und Österreichische Geschichte lehrt, geht es nicht um ein Stimmungsbild dieser für die Weltgeschichte wesentlichen Monate 1814/1815, sondern um Fakten.

Man findet sie, mehr oder minder chronologisch geordnet, in übersichtlichen Kapiteln auf das jeweils Wesentliche konzentriert, sprich: auf die „Verteilung“ Europas aufs Neue unter den damaligen Großmächten, nachdem Napoleon nach seinem Willen ein neues und anderes Europa strukturiert hatte.

Da geht es um die Ansprüche aller auf Polen, um Preußens Wunsch, Sachsen einzuverleiben, um das stückweise Tauschen von Landstrichen zwischen Habsburg und Wittelsbach, um Italien, die Niederlande, die Schweiz und Skandinavien, schließlich um die Schaffung des Deutschen Bundes. Die „Festkultur“ des Kongresses gibt es am Ende gleichsam noch als Drüberstreuer.

Was das Buch darüber hinaus so besonders nützlich macht, ist die Zeittafel am Ende, die quasi von Tag zu Tag, von einem wesentlichem Ereignis zum nächsten, die Ereignisse nachzeichnet: Vom 5. September 1814, als man die Gespräche aufnahm, bis zum 19. Juni 1815, als man die Schlussakte unterzeichnete. Die Schlacht von Waterloo war am Tag davor geschlagen worden. Allerdings – es gab kein Fernsehen und kein Internet – erreichte die Nachricht von Napoleons Niederlage erst am 26. Jun 1815 Wien… Aber bis es so weit war, kann man ein ungeheures Angebot von Verhandlungen und Festivitäten nachvollziehen.

Renate Wagner

 

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