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REICHENAU / Festspiele: „DIE LEGENDE VOM HEILIGEN TRINKER“. Novelle von Joseph Roth, erschienen 1939 posthum

05.07.2026 | Theater

REICHENAU / Festspiele: „DIE LEGENDE VOM HEILIGEN TRINKER“ Novelle von Joseph Roth, erschienen 1939 posthum
Textfassung und Regie: Alexandra Liedtke

Bericht über die Premiere am 4. Juli 2026 (Dauer: 100 Minuten ohne Pause)
20 Vorstellungen bis 2. August (Restkarten verfügbar!)

Alle Infos auf www.festspiele.reichenau.at

Die 4. Premiere beschert den Festspielen Reichenau ihren Höhepunkt:
Joseph Lorenz in der Rolle des Trinkers Andreas

„Die Legende vom heiligen Trinker“ komplettiert 2026 eine Joseph-Roth-Trilogie, die vor drei Jahren mit der „Kapuzinergruft“ begonnen und 2025 mit „Hiob“ fortgesetzt wurde.

Nach 100 Minuten wird die Aufführung vom Publikum bejubelt: Riesenapplaus, Bravi und Standing Ovations!!!

Gemeinsam mit Joseph Lorenz in der Rolle des Trinkers Andreas, David Oberkogler, Oliver Urbanski und Julienne Pfeil begeben wir uns ins Paris der frühen 30er-Jahre. Vier Spielende tragen den ganzen Abend. Manche übernehmen sechs Rollen.

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© LaloJodlbauer

Der Inhalt

Der obdachlose Ex-Häftling Andreas Kartak schläft jeden Abend unter einer anderen Brücke der Seine. Ausgerechnet er bekommt von einem gut gekleideten Herrn 200 Franc – einfach so. Andreas ist ein Ehrenmann und kündigt an, das Geld später zurückgeben zu wollen. Der unbekannte Wohltäter bittet ihn, das Geld bei der Statue der Heiligen Thérèse von Lisieux in der Kirche Sainte-Marie des Batignolles beim Sonntaggottesdienst abzugeben. In den folgenden drei Wochen passieren weitere Wunder. Andreas bekommt einen Job angeboten, hält kurz durch, legt sein Geld wieder in Pernod an. Andreas trifft eine vergangene große Liebe wieder, findet Geld in einer alten Brieftasche, trifft einen alten Schulfreund, der für ihn ein Zimmer mietet und ihm neue Anzüge schenkt. Die Chancen auf ein neues Leben nach einer Entziehungskur sind da, aber die Sucht ist stärker. Wir begleiten einen alkoholkranken Mann in den Tod.

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© LaloJodlbauer

Die Wirkung

Joseph Roth hat der Nachwelt sein literarisches Testament in Form dieser Novelle hinterlassen. Das Schicksal des Trinkers Andreas ist ein Spiegel von Roths eigener Existenz und Sucht. Warum gelingt der Weg aus der Sucht so selten? Eine Antwort des Dichters Joseph Roth lautet: „Im Alkoholrausch erlebt der Süchtige Glücksmomente, die er im normalen Leben schmerzlich vermisst!“

Bei aller Tristesse im Leben eines Säufers spenden Joseph Roths Texte Trost und Hoffnung. Wir haben einen poetischen Theaterabend erlebt – leicht und traurig zugleich. Der letzte Satz im Stück lautet: „Gott gebe uns allen, uns Trinkern, einen so leichten und schönen Tod!“

 Alexandra Liedtke und ihrem Team ist mit der Textfassung und Regie wirklich Großartiges gelungen. Johanna Lakner verantwortet Bühne und Kostüm.

Elisabeth Dietrich-Schulz

 

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