Ravenna Festival: Sergio Bernal Dance Company,Palazzo Mauro De Andre‘, 10.7.2026
Sergio Bernal ist ein spanischer Tänzer, der sich vom einfachen Konpaniemitglied zum ‚König des Flamenco“ mit eigener Tanztruppe in Spanien hochgearbeitet hat. Heute gastiert er in ganz Europa und ist berühmt dafür, dass er sowohl das klassische Balett wie auch den spanischen Flamenco in Vollendung beherrscht. Er war als Madrilene Mitglied des Ballett Nacional de Espana und dessen erster Ballerino.
Im Palazzo de Andre‘, einer grossen Mehrzweckhalle hat er mit seiner Companie ein sehr abwechlunsreiches interessantes Programm zusammengestellt.
RANGO
Rango‘ ist ein an Federico Garcia Lorcas „Bernarda Albas Haus“ inspiriertes Stück, das 1963 in Genf debutierte.Die Musik mit gregorianischem Gesang (Roberto Lorente, Cantaor), ist von Miguel Linares.Die Texte wie auch Choreographie,Bühne und Kostüme stammen von Rafael Aguilar. Die Frauengestalten sind Miriam Mendoza (jüngere Schwester), Esmeralda Manzanas (Mutter) sowie Cristina Cazorla, Candela Villasenor, Lucia Fernandez und Nuria Tena (Schwestern). In deren Körperbewegungen und -haltungen manifestieren sich die Gefühle zwischen Zwang und Freiheit, lebendigen Impulsen und und eingeimpfter Disziplin,wie sie in den 30er Jahren grossen Bestand hatten,aber im Faschismus repressiv unterdrückt wurden.Ein äusserst beklemmendes Stück.
SUITE FLAMENCA
Zu diesem zweiten zentralen Stück betont S.Bernal,dass im Flamenco die Tanzenden selber wie ein musikalisches Instrument seien.Das ‚Taconeo‘,die perkussive Fussarbeit mit den Absätzen,bringt den Rhymthmus hervor, und den Körper wie zum klingen.Die sechsteilige Suite stammt von verschiedenen KomponistInnen, der letzte Satz ‚Der Schwan‘ von C. Saint-Saens,tänzerische Interpreten sind Sergio Bernal und Miriam Mendoza.
BOLERO
Kulminierendes Stück am Ende ist „Bolero“ nach M.Ravel von 1980, UA Festival La Versiliana, Italien. Choreographie, Bühne,Kostüme,Licht von Rafael Aguilar. Hier kommt die ganze Truppe mit den noch nicht erwähnten Tänzern David Lorden,Hector Martinez, Alvaro Madrid, Ruben Rojo,Adrian Gomez zum Einsatz.
Diese Performance,die sich von einem Körper zum anderen hin aufbaut und fortschreibt, verwandelt sich zur Power eines unwiderstehlichen Kollektives und gerät damit zu einem umwerfenden Manifest des zeitgenössischen spanischen Tanzes.
Friedeon Rosén

