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PULKAU/ Karner/“Kerzenlicht-Konzerte“: REISE IN EINE ALTE ZEIT. Robert Pobitschka interpretierte Couperin, Händel und Haydn im mittelalterlichen Karner von Pulkau am Cembalo

28.03.2023 | Konzert/Liederabende

PULKAU/ Kerzenlicht-Konzerte : Reise in eine alte Zeit
 

Robert Pobitschka interpretierte Couperin, Händel und Haydn im mittelalterlichen Karner von Pulkau am Cembalo

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Der Karner in Pulkau. Foto: Pfarre Pulkau

Der Karner in Pulkau (Weinviertel) mit seinen steilen, mit Figuren besetzten Dreiecksgiebeln, dem romanischen Rundbogenportal und den Rippengewölben im Inneren verstrahlt den Zauber einer tiefen Vergangenheit. Alt auch der ätherische Klang des Cembalo und alt die Musik am Programm des „Kerzenlicht-Konzertes“ am 25. März.

Robert Pobitschka eröffnete die Programmfolge mit einem Rondeau in g-Moll von Couperin.  Sein Vortrag wirkte durch feine Phrasierungen und oft kleine Verzögerungen im Tempo wie aus einer fernen Zeit: ein altes Lied…

Von großer kompositorischer Verdichtung ist Händels Suite Nr. 8 f-Moll (1720). Nach einer langsamen Einleitung folgt eine groß dimensionierte Fuge von kunstvoller Architektur, deren musikalische Symbole – trotz deutlicher Stimmführung des Interpreten –  beim ersten Hören kaum zu entschlüsseln sind. Noch eher konnte man sie als klangvolle Darstellung archaischer Axiome erahnen. Auch die folgenden Tänze Allemande, Courante und Gigue wirken weniger unterhaltsam als bildend. Robert Pobitschka wies in einleitenden Worten auf diesen, Händels Anspruch hin, nicht unterhalten sondern bilden zu wollen.

Joseph Haydn komponierte seine Sonaten aus den späten 1760er Jahren noch am Cembalo, doch stieß er die Türe in eine neue Zeit weit auf. Angeregt durch die revolutionären Werke Carl Philipp Emanuel Bachs entwickelte Haydn eine sehr ausdrucksstarke und persönliche Tonsprache und bediente sich dabei oft extremer Stilmittel, wie etwa vereinzelter Töne in ganz hoher oder tiefer Lage oder  manischer Wiederholungen einzelner Motive. Robert Pobitschka zeichnete ein durchaus lebendiges Bild der Sonaten D-Dur Hob. XVI:19 und As-Dur Hob. XVI:46, die aus dieser Phase stammen. Seine sehr anschauliche Darstellung der langsamen Sätze kontrastierte mit stellenweise zu starkem Drängen in den raschen Finalsätzen.

Absolute Gegenwart. Zwischen den beiden Sonaten Haydns gab Pobitschka die Uraufführung seiner Eigenkomposition „Hörbar unsichtbar“. Das Stück arbeitet mit dem Prinzip von Unterbrechungen: Ein plötzlich abreissender Fluss erzeugt Stille mit hoher Spannung und Konzentration. Konnte man das Unsichtbare dann „hören“? Zumindest ein spannungsvolles Prickeln muss zugegeben werden.

Das Publikum reagierte mit großem Applaus.

Anton Cupak

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Robert Pobitschka interpretierte Couperin, Händel und Haydn im mittelalterlichen Karner von Pulkau am Cembalo

 

 

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