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Paul Merkelo „The Enlightened Trumpet“ bei Sony Classical erschienen

20.12.2019 | cd

Paul Merkelo „The Enlightened Trumpet“ bei Sony Classical erschienen

Mit fragiler Virtuosität

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Neue CD mit dem Trompeter Paul Merkelo bei Sony Classical erschienen/ Zusammen mit dem einfühlsam musizierenden Oxford Philharmonic Orchestra unter der inspirierenden Leitung von Marios Papadopoulos spielt Paul Merkelo auf seiner Trompete wie ein junger Gott, auch wenn er zuweilen ein allzu rasches Tempo bevorzugt. Da kommt Joseph Haydns Trompetenkonzert in Es-Dur mit Brillanz und chromatischem Feinschliff daher. Gerade der langsame Satz überzeugt mit kantablen Kantilenen und einem klangfarbenreichen Ausdrucksvolumen. Beim Trompetenkonzert in D-Dur von Georg Philipp Telemann ist Paul Merkelo dann ganz in seinem Element. Der thematische Reichtum dieses Konzerts blitzt facettenreich hervor. Fantasie, Frische, Humor und Eleganz gehen hier nahtlos ineinander über. Konservativ-polyphone Satzweisen und homophon-empfindsame Sequenzen der „galanten Zeit“ ergänzen sich dabei fabelhaft. Kontrapunktische Spitzfindigkeiten ragen in graziösen Arabesken hervor. Leopold Mozarts Trompetenkonzert in D-Dur überzeugt bei dieser klanglich opulenten Einspielung einmal mehr aufgrund des breiten Klangspektrums, das sich immer mehr auszuweiten scheint. Zuletzt sprudeln die Themen und Motive bei Johann Nepomuk Hummels Trompetenkonzert in E-Dur nur so hervor und überwältigen den Zuhörer mit ihren zahlreichen dynamischen Kontrasten. Im Rondo-Finale triumphieren sogar die theatralischen Effekte. Überhaupt bleibt das klangliche Gleichgewicht bei dieser Einspielung immer gewahrt – und gelegentlich könnte das Zusammenspiel zwischen Trompete und Streichern sogar noch facettenreicher sein. Insgesamt jedoch kann man bei dieser Aufnahme von einer hervorragenden Interpretation sprechen, die neue musikalische Ansätze liefert. Vor allem die strahlenden Signalmotive der Trompete ragen immer wieder leuchtkräftig hervor. Verschiedene Empfindungswelten blitzen bei zahlreichen glanzvollen chromatischen Passagen auf. Gerade auch die besinnlichen Momente erfasst Paul Merkelo bei den langsamen und ruhigen Sätzen sehr genau. So ergibt sich wiederholt eine erstaunliche poetische Wirkung, die für Barockmusik ungewöhnlich ist. Und auch die Gegensätzlichkeit der einzelnen Themen bilden reizvolle harmonische Kontraste. Zwischen Besinnlichkeit und sprühender Heiterkeit zeigen die Noten ihren ganzen Hintersinn ohne jede Oberflächlichkeit. Die Einspielung lebt vor allem von der Ausdruckskraft der langsamen Sätze. 

Alexander Walther

 

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