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OLYMPIA – / – Städtisches Musiktheater „Maria Callas“, Athen:   Operngala „Boulevard des Italiens“

22.01.2024 | Konzert/Liederabende

Olympia – Städtisches Musiktheater „Maria Callas“, Athen 

Operngala „Boulevard des Italiens“

Besuchtes Konzert am 21. Januar 2024

Musikalische Grüsse aus Italien

Es gibt in Athen wohl mehr Operngalas als Opernpremieren pro Jahr. Die klassischen Häppchen kommen beim Publikum gut an, d.h. sie lassen sich verkaufen. Das Olympia Theater führt solche Galas gerne im Programm, reicht doch das schmale Budget nur für wenige Musiktheaterproduktionen. Man lässt sich eine Operngala durchaus gefallen, wenn Programm und Sänger Interessantes versprechen. Dies war nun tatsächlich einmal der Fall.

Unter dem Titel „Boulevard des Italiens“ präsentierte ein Abend im Olympia Theater für Frankreich geschaffene Werke bekannter italienischer Komponisten. Erfreulicherweise kamen dabei auch weniger bekannte Arien zur Aufführung. Das Spektrum an Opern reichte von Luigi Cherubinis „Médée“ und Gaspare Spontinis „La Vestale“ über Gioachino Rossinis „Guillaume Tell“ bis hin zu Gaetano Donizettis „La Fille du Régiment“. Das Programm wies somit eine gewisse Originalität auf und lud das Publikum zu Entdeckungen ein. Orchester und Chor der Stadt Athen boten ganz solide Leistungen. Für zwei grössere Ensembleszenen – es erklang am Schluss das Sextett aus Donizettis „Lucia di Lammermoor“ – waren griechische Sänger zusätzlich aufgeboten, im wesentlichen bestritten aber drei Gäste das Programm: Catherine Hunold, Dmitry Korchak und Marko Mimica. Der Dirigent Alessandro Bonato erwies sich als guter Begleiter, der insbesondere bei den Werken von Rossini und Donizetti Akzente setzen konnte.

Der Star des Abends war der Tenor Dmitry Korchak, den man regelmässig in Paris und Wien hören kann. Ihm steht fürwahr schönes Stimmmaterial zur Verfügung. Dessen Höhenglanz sorgte denn auch für Begeisterungsstürme. Hätte er seine Stimme weniger unter Druck gesetzt, wäre manches noch eleganter über die Rampe gekommen. Eine Arie aus „Guillaume Tell“ präsentierte er recht formidabel, mit Tonios Arie aus „La Fille du Régiment“ konnte er hingegen geradezu triumphieren. Catherine Hunolds dramatischer Sopran ist gut geführt, aber etwas schwach in der tieferen Lage. Sie sang gediegen Arien von Cherubini und Spontini, als Verdis Lady Macbeth konnte sie weniger überzeugen. Da fehlte es doch etwas an Gestaltungskraft und Farben. Marko Mimica ist ein junger Bassbariton mit kraftvoller Stimme. Bei Rossini vermisste man etwas die nötige Agilität, mit Verdi (Die Sizilianische Vesper) vermochte er mehr zu überzeugen. Alles in allem: Ein interessanter Abend mit hochklassigen Stimmen. 

Das Publikum zeigte sich beifallsfreudig und feierte alle Beteiligten am Schluss, insbesondere aber den beeindruckenden Dmitry Korchak. 

Ingo Starz (Athen)

 

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