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NEW YORK/ Wien/ Die Met im Kino: LA FILLE DU RÉGIMENT

03.03.2019 | Oper

Bildergebnis für metropolitan opera la fille du regiment

MET/Kino „La fille du regiment“ am 2.3.2019

Neuerlich eine Produktion mit Wiedererkennungsfaktor 100: Diese Produktion (Regie und Kstüme von Laurent Pelly, Bühnenbild Chantal Thomas) ist auch hierorts schon oft gezeigt worden, freilich selten in dieser hohen Qualität. Die absolute Objektivität ist nicht möglich, bei allem Respekt vor den Wiener Kräften muss man konstatieren, dass das MET-Ensemble sehr viel zu bieten hatte. Da war eine Spielfreude, Komödiantik gepaart mit phantastischen Gesangsleistungen, die ihresgleichen suchen.

Pretty Yende als Marie war Pluspunkt Nummer eins, ihr faszinierendes, überschäumendes Temperament, wertete die Rolle des Regimentszöglings merklich auf. Wie sie in diesem „Männerhaushalt“ schaltet und waltet und alle am Gängelband hat, ist Klasse. Dazu kommt noch ihre tolle Stimme, mit der sie die Arien um eingelegte Spitzentöne bereichert, die sie bombensicher setzt, da kann man nur staunen. Der zweite überragende Sänger war Javier Camarena als Tonio. Auch er konnte seinen wunderbaren Tenor wirkungsvoll einsetzen, die große Arie zu wiederholen, damit 18 Cs sicher zu singen, macht ihm keiner nach. Optisch vielleicht nicht der strahlende Held, macht er mit gekonntem Spiel einiges wett – einen Tiroler nimmt man ihm allerdings nicht ab.

Maurizio Muraro war der köstliche Sulpice, eine dankbare Rolle für einen Komödianten. Obwohl als leicht erkältet angesagt, sang er die Partie mit viel Routine pannenlos. Auch Stephanie Blythe zeigte sich als Marquise von Berkenfield von ihrer komischen Seite, ihre selbstironische Art, den Drachen zu spielen, kann man als sehr gelungen betrachten. Als Duchesse von Krakenthorp engagierte man die bekannte Filmschauspielerin Kathleen Turner. Auch sie fügte sich mit gekonntem Spiel ins Geschehen. Ihre Verzweiflung über das endlose Abspielen des Menuetts, die auf Englisch gesprochenen Kommentare und ihr resolutes Auftreten (wie einst Ljuba Welitsch in der Volksoper) waren äußerst unterhaltsam.

Am Pult des nicht immer fehlerlos spielenden Orchesters stand mit Enrique Mazzola ein routinierter Dirigent, der vor allem bei der Ouvertüre für furioses Tempo sorgte. Ovationen des Publikums belohnten dieses festliche Spektakel.

Johannes Marksteiner

 

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