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NEW YORK/ Wien/ Die Met im Kino: LA FILLE DU REGIMENT – Lebenslust pur!

03.03.2019 | Oper

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Cineplexx Kino

Wien-Landstraße

MET IM KINO: „LA FILLE DU REGIMENT“-LEBENSLUST PUR (2.3.2019)

Eine Sternstunde der Oper: “La Fille du régiment“ von Gaetano Donizetti (UA in Paris 1840) als weltweite Kinoübertragung. Wer hätte das gedacht: auch nach Pavarotti-Sutherland und Juan Diego Florez-Natalie Dessay kann man das Spätwerk des italienische Belcanto-Spezialisten in so brillanter Form erleben, dass das Met-Publikum in Raserei verfällt, mit standing ovations reagiert und der berühmte Papier-Regen rieselt! Ja sogar das Kinopublikum begann zu klatschen!

Die Südafrikanerin Pretty Yende und der Mexikaner Javier Camarena  (er musste die berühmte Arie mit den 9 hohen C wiederholen) brachten das Kunststück fertig, Belcanto-Brillanz mit so viel Freude zu kombinieren, dass das Ergebnis alle ansteckte: Lebenslust pur! Voraussetzung für die allgemeine Euphorie waren aber auch ein idealer Dirigent – Enrique Mazzola – sowie eine geniale Inszenierung durch Laurent Pelly (Bühne: Chantal Thomas).

So wenig die „Lucia di Lammermoor“ vor einem Monat in Wien überzeugte, die weltweit gezeigte Inszenierung der Pelly-„Regimentstochter“ ist witzig, choreographisch(besonders der Chor der MET) und strotzt voller Ideen. Hier wird auf einem Level gearbeitet, der direkt zu Jean-Pierre Ponnelle führt. Aber den Ausschlag für den Triumph gibt die grandiose Besetzung: Pretty Yende ist  als Marie das was man eine Idealbesetzung nennt. Sie ist warmherzig, lyrisch, „trillert“ in den höchsten Lagen, die Stimme ist für einen Koloratur-Sopran mit einer runden, „goldenen“ Mittellage ausgestattet. Ihr Charme ist für einen Fast-soldaten genügen feminin, zugleich scheut sie nicht vor Lausbuben-Grimassen zurück. Ebenbürtig ihr „Tonio“ Javier Camarena! Der mexikanische Tenor ist kein „latin lover“ sondern der sympathische etwas mollige „Kumpel von Nebenan“. Sein Totaleinsatz um Marie ist bemerkenswert und am Ende siegt das Prinzip Hoffnung. Technisch lässt er schon gar nichts zu wünschen übrig. Neben seiner exorbitanten Höhe verfügt er über eine wunderbare Mittellage-hier wächst ein neuer Superstar heran!

Großartig auch die übrige Besetzung. Stephanie Blythe ist eine stimmgewaltige, urkomische Marquise de Berkenfeld. Die Rolle der Duchesse von Krakenthorp wurde als Sprechrolle (ohne jede Gesangseinlage) mit dem Hollywood-Star Kathleen Turner besetzt. Und Maurizio Muraro ließ sich als Sulpice als „indisponiert“ ansagen, hielt aber tapfer durch und rettete mit seinem Einsatz    eine TV-Übertragung, die eine wahre Opern-Sternstunde festhielt.

Peter Dusek                                                                                                                                                            

 

 

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