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Neue CD: White Letters mit der Pianistin Marina Baranova bei Berlin Classics erschienen

17.11.2022 | cd

Neue CD „White Letters“ mit Marina Baranova bei Berlin Classics erschienen

Persönlicher Blick auf die Herkunft (Das Album erscheint am 25.11.2022)

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ZUM VIDEO

Hier stellt die Pianistin ihre eigenen Kompositionen vor. Ihre Einspielung würde einer Playlist ähneln, die ihre persönliche Wahrnehmung der winterlichen Stimmung hörbar mache. Es treffen berühmte Weihnachtsstücke aus der Klassik auf eigene Kompositionen, Werke von ukrainischen Komponisten auf Stücke jüdischer Tondichter wie Ernest Bloch, Rosy Wertheim und Grigory Frid, die für sie das Lichterfest Chanukka symbolisieren würden, so  Marina Baranova. Sie ist in Kharkiv geboren und lebt nun in Hannover. Die Reihenfolge der Werke dieses Albums schlagen tatsächlich einen weiten Bogen – von den Bach’schen Anleihen in Kombination mit „There’s Always Tomorrow“ des jüdischen Komponisten Johnny Marks über das ursprünglich ukrainische Weihnachtslied „Carol of the Bells“ bis hin zu eigenen Kompositionen wie zum Beispiel „Homeland“. Der Albumtitel „White Letters“ stammt übrigens von Levi Isaac, einem chassidischen Rabbiner des 18. Jahrhunderts. Zwischen den gedruckten Buchstaben würden sich verborgene Weisheiten befinden, sogenannte weiße Buchstaben, die für uns nicht sichtbar seien, so Marina Baranova.

Nur die Kombination aus gedruckten Buchstaben und den weißen Buchstaben dazwischen könnten uns alle Geheimnisse offenbaren.  Die Pianistin pflegt hier einen stark verinnerlichten Stil, der den Zuhörer berührt. Marina Baranova erlaubt hier einen sehr persönlichen Blick auf ihre Herkunft. Sie kehre innerlich zurück in ihr damals friedvolles Zuhause, die Landschaft draußen sei mit Schnee bedeckt und innen mit der elterlichen Liebe erwärmt. Davon erzählt auch diese oft meditative Musik bei inspirierenden Titeln wie „With Mother“, „“Dream“, „Carol of the Homeless Children“ (mit impressionistischen Einflüssen von Debussy) oder „Kolyada“.  Schon immer sei sie fasziniert gewesen von der Stimmung, die in der Weihnachtszeit herrsche. Hier treffen berühmte Weihnachtsstücke aus der Klassik auf eigene Kompositionen von Marina Baranova. Aber es begegnen sich auch Werke von ukrainischen Komponisten mit Arbeiten von jüdischen Tonsetzern. Die winterliche Stimmung wechselt mit Kälte und Gemütlichkeit ab. Das spürt man auch musikalisch. Einige Stücke sind vokale Zyklen, die Marina Baranova für Klavier solo bearbeitet hat. „Carol of the Birds“ beispielsweise handelt von der Rettung der Vögel, die in der Weihnachtszeit frieren und verhungern. Einen Choral von Johann Sebastian Bach aus der Kantate „Herz und Mund und Tat und Leben“ hat sie mit dem Lied „There’s Always Tomorrow“ von dem jüdischen Komponisten Johnny Marks kombiniert.

Alexander Walther

 

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