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Neue CD mit dem Mozarteumorchester Salzburg bei Berlin Classics/ Mozart Serenades – mit Esprit und Grazie

13.07.2023 | cd

Mozart Serenades mit dem Mozarteumorchester Salzburg

MIT ESPRIT UND GRAZIE

Neue CD mit dem Mozarteumorchester Salzburg bei Berlin Classics/

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Das Mozarteumorchester Salzburg blickt auf eine 180jährige Geschichte zurück. Gegründet wurde es im Jahre 1841 unter der Mitwirkung von Constanze Mozart. Ab der Saison 24/25 ist der spanische Dirigent und Geiger Roberto Gonzalez-Monjas der neue Chefdirigent des Salzburger Orchesters und er legt hier eine interessante Veröffentlichung vor. Diese Aufnahme zeigt in jedem Fall, wie eng die Verbindung dieses traditionsreichen Orchesters zur Heimatstadt Salzburg ist. Die Wiedergabe der  beiden Serenaden Nr. 6 in D-Dur K. 239 und Nr. 4 in D-Dur K. 203/189 B von Wolfgang Amadeus Mozart klingt dynamisch ausgewogen und klanglich eher transparent. In dieser Interpretation erscheint das Werk ausgesprochen jugendlich. Serenaden beziehungsweise Sommernachts-Musiken unter freiem Himmel waren in Salzburg seit dem frühen 18. Jahrhundert sehr beliebt. Schon im Alter von 13 Jahren schrieb Mozart seine erste Serenade und machte sich damit zum unverzichtbaren Bestandteil der Salzburger Sommermonate. Diese Einspielung  beginnt mit der Serenade Nr. 6, die wahrscheinllich die herbstlichen Karnevalsfeiern im fürsterzbischöflichen Residenzschloss begleitet haben. Mozart lässt hier zwei Streicherensembles gegeneinander antreten und verwickelt sie in eine äusserst lebenige Diskussion. Das Mozarteumorchester Salzburg musiziert unter der inspirierenden Leitung von Roberto Gonzalez-Monjas wie aus einem Guss. Als „Concertino“ erscheint ein Streichquartett und als „Concerto“ ein Streichorchester mit Cello (statt Bass) und Pauken. Zudem wird hier ein zwischen majestätischem Glanz und spielerischer Zierlichkeit wechselnder Marsch, ein Menuett mit erlesenem Trio und ein anmutig-buntes Rondo sehr elektrisierend und feurig musiziert. Die Serenade Nr. 4 schrieb Mozart für die sommerliche Abschlussveranstaltung der Benediktineruniversität. Im Rahmen einer Finalmusik musste das Orchester damals spielend vom  Bischofspalast über die Stadtbrücke bis zum Universitätsplatz marschieren. Bei beiden Werken greift der Dirigent auch beherzt zur führenden Violine, was der harmonischen Vielschichtigkeit weitere Reize verleiht. Die Anmut der Oberfläche täuscht dabei keineswegs über den leidenschaftlichen Ernst der Arbeit hinweg. Sophia Herbig (Violine), Milan Radic (Bratsche), Brita Burgschwendtner (Kontrabass) und Michael Mitterlehner-Romm (Pauke) ragen als weitere Solisten hervor.

 

Alexander Walther

 

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