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Neue CD: Maurice Steger und La Cetra Barockorchester Basel mit Werken von Johann Sebastian Bach bei Berlin Classics

24.08.2023 | cd

Neue CD: Maurice Steger und La Cetra Barockorchester Basel mit Werken von Johann Sebastian Bach bei Berlin Classics

Licht und beschwingt

Neue CD mit Maurice Steger und dem La Cetra Barockorchester Basel bei Berlin Classics/

steger

Maurice Steger (Blockflöte) hat für sein Bach-Projekt sechs Kompositionen ausgewählt, die sechs verschiedenen Genres folgen. Damit stellt er sich in die Tradition von Bach selbst. Zunächst erklingt das Concerto in D-Dur für Blockflöte, Streicher und Basso continuo BWV 1053 von Johann Sebastian Bach, wobei sogleich das erfrischend gestaltete Allegro seinen festlichen Schwung aus dem entschlossen aufstrebenden Kopfthema gewinnt. Manchmal kommt es auch zu Assoziationen zu den Brandenburgischen Konzerten. Die Aufnahme mit dem La Cetra Barockorchester Basel klingt hier ausgesprochen direkt, wobei die harmonische Durchsichtigkeit des Orchesters auch beim Siciliano nicht zu kurz kommt. Noch überzeugender gestalten die Musiker dann das Ricercar a 6 BWV 1079 in c-Moll aus dem „Musicalischen Opfer“, denn hier glänzt vor allem die kontrapunktische Bedeutung jenes Themas, das Friedrich der Große Johann Sebastian Bach im Jahre 1747 in Potsdam vorspielte und das er so kunstvoll verarbeitete. Die alte Vielstimmigkeit wurde dabei mit dem neuen harmonischen Stil nuancenreich verbunden. Maurice Steger (Blockflöte) und Sebastian Wienand (Cembalo) gestalten die Sonata in g-Moll für Blockflöte und Cembalo obbligato BWV 1020 fast wie einen Gruß an das kommende Rokoko. Und trotz aller kompositorischen Dichte besitzt das erfrischend musizierte Allegro-Finale eine geradezu tänzerische Beschwingtheit, wobei die Intensität des thematischen Geschehens nicht nachlässt. Sehr temperamentvoll und elektrisierend spielen Maurice Steger (Blockflöte), Katharina Heutjer (Violine), Jonathan Pesek (Cello und Viola da gamba), Daniele Caminiti (Theorbe), Fred Walter Uhlig (Violone) und Sebastian Wienand (Orgel) die Triosonate in d-Moll für Blockflöte, Violine und Basso continuo BWV 527, wobei man die vielgliedrigen Verbindungslinien des thematischen Materials stets nachvollziehen kann. Sehr elegisch wirkt das Siciliano der Sonate in E-Dur für  Blockflöte und Basso continuo BWV 1035, wo sich Maurice Steger (Blockflöte), Jonathan Pesek (Violoncello und Viola da gamba) sowie Sebastian Wienand (Cemblo) klanglich sehr gut ergänzen. Die instrumentale Virtuosität sticht vor allem in den Ecksätzen präzis hervor. Zum Abschluss überzeugt noch die transparente Wiedergabe des Concertos in F-Dur für Cembalo, zwei Blockflöten, Streicher und Basso continuo BWV 1057, wo Sebastian Wienand (Cembalo), Maurice Steger und Claudius Kamp (Blockflöten) sowie das La Cetra Barockorchester Basel so leicht und  beschwingt miteinander musizieren, dass die vielfache motivische Gliederung der Themen nur so hervorsprudelt. Diese Werke umspannen wichtige Stationen von Johann Sebastian Bachs Leben und sind in der Spanne zwischen 1721 und 1747 entstanden. Es ist auch bekannt, dass Bach selbst Blockflöte gespielt hat. Maurice Steger gelingt es bei dieser Aufnahme jedenfalls, den Klangreichtum der Blockflöte in vielen reizvollen Farben und Formen zu Gehör zu bringen.

Alexander Walther

 

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