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Neue CD: Bach & Piazzolla mit Nikola Djoric bei Berlin Classics erschienen. Himmlische Höhe

18.08.2021 | cd

Neue CD: Bach & Piazzolla mit Nikola Djoric bei Berlin Classics erschienen/

Himmlische Höhe

Nikola Djoric - Bach & Piazzolla

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Der serbische Akkordeonist Nikola Djoric hat Werke von Johann Sebastian Bach und Astor Piazolla auf einem Album vereint. Eine interessante Kombination. Dabei fällt jedoch auf, dass er den Klang bei Piazzolla oftmals genauer trifft als bei Bach. Gemeinsam mit dem Kurpfälzischen Kammerorchester unter der Leitung von Hans-Peter Hofmann ist hier Piazzollas bekanntestes Konzert „Aconcagua“ zu hören. Hinzu kommen noch Bachs Cembalokonzerte Nr. 1 und 7. Mit dieser Musik werde ein  treuer Notentext präsentiert – nichts werde verändert, keine Arrangements angefertigt, so Djoric. Er spiele Partituren von Bach und Piazzolla auf dem Akkordeon und der Hörer habe die Möglichkeit, ihm bekannte Werke in einer anderen Klangfarbe zu erleben. Das Instrument biete mit seiner Fähigkeit zum Singen und seiner Komplexität einen unvergleichlichen Reiz. Das Cembalokonzert in d-Moll BWV 1052 erhält hier durch den Einsatz des Akkordeons einen durchaus melodiösen Akzent, wobei das Zusammspiel mit dem Orchester verfremdende Effekte natürlich nicht ausschließt. Koloraturen scheinen wie in einer Bachschen Arie kunstvoll hervorzublitzen. Nikola Djoric unterstreicht, dass er hier Bachs geistige Tiefe und  himmlische Höhe erkannt habe. Bachs gesamtes Schaffen sei sehr religiös. Deutlich wird auf dieser CD, dass die Musik von Astor Piazzolla durch die Beziehung der Natur und dem Menschen geprägt ist. Der klangliche Charakter des Bandoneonkonzerts „Aconcagua“ wirkt dabei abenteuerlich, romantisch, melancholisch und gewaltig. Geschildert wird die Geschichte eines Bergabenteuers. Ein knisternder Tango scheint hier den Aufstieg zum höchsten Berg Argentiniens zu beschreiben. 1979 schuf Piazzolla im Auftrag des polnischen Dirigenten Simon Blech sein Konzert für Bandoneon und Orchester. Bachs Cembalokonzert BWV 1052 geht übrigens auf das Oboenkonzert von Alessandro Marcello zurück, was man bei der transparenten Wiedergabe deutlich heraushört. Leidenschaft und Schwermut kennzeichnen dabei gleichermaßen den Anfangssatz und das g-Moll-Adagio, wobei das Klangvolumen hier durchaus noch größer sein könnte. Bei Bachs Cembalokonzert Nr. 7 in g-Moll überraschen neben den chromatischen Finessen vor allem auch die kontrapunktische Feingliedrigkeit und die klangliche Eleganz, die sich dezent vom Orchesterklang abheben. Das Kurpfälzische Kammerorchester unter Hofmann beweist seine klangliche Sensibilität. Der besondere Reiz dieser Einspielung besteht zweifellos in den gut herausgearbeiteten dynamischen Kontrasten, die immer wieder deutlich hervorragen.

Alexander Walther

 

 

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