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MURAU / Stadttheater Murau: DIE SPINNEN, DIE RÖMER! – Premiere

07.11.2026 | Operette/Musical/Show

MURAU / Stadttheater Murau: DIE SPINNEN, DIE RÖMER! – Premiere am 6. November 2026

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Copyright: Andreas Siebenhofer

Mit Stephen Sondheims Musical Comedy „Die spinnen, die Römer!“ ist dem Stadttheater Murau ein ausgesprochen vergnüglicher Theaterabend gelungen. Dass diese anspruchsvolle Produktion ausgerechnet im AK-Saal mit seinen beengten räumlichen und eingeschränkten technischen Möglichkeiten realisiert wird, macht die Leistung aller Beteiligten umso beachtlicher.

Mangels Orchestergraben muss das Orchester unter der musikalischen Leitung von Magnus Fürst seitlich der Bühne Platz nehmen. Auch eine Mikrofonverstärkung steht den Darstellern nicht zur Verfügung – bei einer Musicalaufführung keineswegs alltäglich. Umso bemerkenswerter ist die Leistung der Musiker, die Sondheims anspruchsvolle Partitur mit großer Sicherheit bewältigen. Die akustischen Gegebenheiten setzen allerdings den Solisten Grenzen, sodass manche ihre stimmlichen Möglichkeiten trotz vorhandener sängerischer Erfahrung nicht voll ausschöpfen können.

Darstellerisch ist die Aufführung ein ausgesprochenes Vergnügen. Allen voran Josef Ellers als Pseudolus und Lukas Weinberger als Hysterium bilden ein hinreißendes Gespann. Ihr Zusammenspiel lebt von treffsicherer Komik und einem ebenso spontanen wie gekonnten Umgang mit dem Publikum. Nicht minder köstlich ist Benjamin Prieger als Hero, der für zahlreiche Lacher sorgt. Auch das übrige Ensemble spielt mit sichtlicher Freude und bringt den Witz des Stücks überzeugend zur Geltung. Die Pointen sitzen, das Publikum amüsiert sich prächtig.

Lukas Hölzl, verantwortlich für Regie und Ausstattung, versteht es, den knappen Raum optimal zu nutzen. Besonders die rasanten Verfolgungsjagden sind angesichts der beengten Platzverhältnisse meisterhaft inszeniert. Trotz des hohen Tempos bleibt jede Bewegung nachvollziehbar, und die Situationskomik verfehlt ihre Wirkung nicht. Einen besonders gelungenen Einfall erlaubt sich die Regie, als Pseudolus verkündet: „Jetzt gehen wir alle heim.“ Prompt erhebt sich auch das Orchester und macht Anstalten, den Saal zu verlassen.

Erwähnung verdient schließlich das liebevoll gestaltete Programmheft, das nicht nur optisch anspricht, sondern auch durch seinen ungewöhnlich gehaltvollen Inhalt überzeugt.

Mit dieser Produktion zeigt das Stadttheater Murau, welches künstlerische Potenzial in ihm steckt. Umso bedauerlicher ist es, dass der Institution kein Theaterhaus zur Verfügung steht, das ihren Ambitionen gerecht wird. Einen Sondheim unter solchen Voraussetzungen auf die Bühne zu bringen und dabei einen so unterhaltsamen Abend zu gestalten, ist eine beachtliche Gemeinschaftsleistung, die Anerkennung verdient.

Elisabeth Sabaditsch-Wolff

 

 

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