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MÜNCHENSTEIN bei Basel/ Hofmattsaal: «Funny Money»von Ray Cooney – Schemeli Bühne– Carolin Pfäffli (Regie)

23.05.2026 | Theater

Münchenstein (bei Basel): Hofmattsaal – «Funny Money»von Ray Cooney – Schemeli Bühne– Carolin Pfäffli (Regie)
Besuchte Vorstellungen: 8. Mai 2026 und 22. Mai 2026
«Funny Money» – wirklich very funny!

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Immer Ärger mit den Koffern: Corinne Lienhard, Dieter Jegge, Nicole Kim, Franz Henzen,  Sabin Birrer (dahinter), Jean Schär, Pia Meister, Philipp Kunz (Foto: Uwe Zinke)

Mittlerweile gehen auch Laienbühnen in kleinen und grossen Gemeinden weit über «blosses» Bauerntheater hinaus und wagen sich durchaus auch an Komödien, welche an die Aufführenden höhere Ansprüche stellen. Dass dies sehr gut gelingen kann, stellt die Schemeli Bühne zusammen mit ihrer jungen Regisseurin Carolin Pfäffli auch diese Saison eindrücklich unter Beweis. Pfäffli kam 2025 zu der Truppe, brachte (professionellen) Schwung hinein und riss mit ihrer Begeisterungsfähigkeit das Ensemble mit – der Erfolg blieb nicht aus: Der Schemeli Bühne gelang mit «Charleys Tante reloaded» ein veritabler Wurf.

Mit eben diesem Schwung wagt sich das Ensemble mit seiner Regisseurin an ein Stück, das es wirklich in sich hat: «Funny Money» von Ray Cooney. Eine Geschichte voller überraschender Wendungen, Verwechslungen (nicht nur von Koffern …) und Namen und
vermeintlicher Verwandtschaften, welche da kurzfristig erfunden werden müssen um dann von einer Sekunde auf die andere wieder über den Haufen geworfen zu werden.

Dabei beginnt die Geschichte doch sooooo harmlos: Jeanette Binder bereitet das Geburtstagsdinner für ihren Ehemann Heinz und die geladenen Gäste Bettina und Rolf Jorns vor. Alles läuft seinen gewohnten Gang, bis eben Heinz nach Hause kommt – mit einem
Koffer, randvoll gefüllt mit Geld. Der Fall ist klar: Das Geburtstagsdinner fällt aus, eine spontane Flucht nach Barcelona wird aufgegleist, ein Taxi bestellt. Und damit geht’s los. Neben den offiziell geladenen Freunden Rolf und Bettina finden sich mit Wachtmeister Rüfenacht und der Kommissarin Schlatter weitere Gäste im Hause Binder ein, welche alle mehr oder etwas mit dem Koffer, welchen Heinz in der Strassenbahn versehentlich verwechselt hat – und dessen vermeintlicher Besitzer nun (unfreiwillig) auf dem Grund des Rheins ruht -, zu tun haben. Taxifahrerin Brigitte, welche je länger je weniger weiss, wen sie nun eigentlich zum Flughafen fahren soll, kann da auch nichts zur Klärung beitragen. Und: Wer ist der geheimnisvolle Herr Akdendas, welcher immer wieder anruft – natürlich immer im unpassendsten Moment?

Da stecken viele, viele Stunden, Abende und Tage drin, bis eine solche verworrene Geschichte entworren auf der Bühne steht. Regisseurin Pfäffli hat erneut viel Geschick bewiesen. Sorgfältig hat sie den Darstellerinnen und Darstellern die Figuren auf den Leib
geschneidert. Philipp Kunz als Heinz Binder wird mit «englischen» Distanziertheit seiner Rolle als biederer Buchhalter voll gerecht. Souverän meistert der Darsteller den vertrackten Text mit all seinen Verwirrungen und Verirrungen. Ihm zur Seite Pia Meister – top besetzt als Ehefrau Jeanette, welche in ihrer hoffnungslosen Überforderung und Verzweiflung Trost beim Cognac sucht und vermeintlich auch zu finden glaubt. Jean Schär als Binders «Side Kick», der einiges des Chaos ausbaden muss, ähnelt von der Darstellung Louis de Funès und Bourvil und sorgt für so manchen Lacher. Nicole Kim als Rolfs taffe Ehefrau Bettina, welche ihrem Gatten durchaus zugetan ist, sich aber für einen Haufen Geld bezüglich Gattnentreue durchaus flexibel zeigt. Als brav und pflichtbewusst lernen wir Wachtmeister Rüfenacht, herrlich behäbig dargestellt von Franz Henzen, kennen. Mit basellandschaftlichem Charme und ebenso breitem Dialekt entlarvt Henzen den serösen «Schugger» (baseldeutsch für «Polizist») als ausgekochtes Schlitzohr, das durchaus weiss, wie man die eigenen Finanzen (auf Kosten anderer) aufbessern kann. Köstlich aufbrausend wirbelt Corinne Lienhard als Taxifahrerin Brigitte durch den Abend. Man glaubt ihr vom ersten Auftritt an, dass das Leben in diesem Beruf nicht immer einfach ist – gelinde ausgedrückt … Souverän gibt Sabin Birrer,die Kommissarin Schlatter, welche mit viel Einfühlungsvermögen den Fall um die Leiche im Rhein und dem dazugehörenden Koffer zu lösen versucht, dabei jedoch meistens nicht übers Teekochen hinauskommt. Stimmgewaltig betritt am Schluss ein ramponierter, holländisch sprechender Spaziergänger mit todernster Miene die Szene (köstlich unerschrocken und akzentfrei Dieter Jegge, welcher im normalen Leben lupenreines Baseldeutsch spricht – und dessen Kenntnisse der holländischen Sprache mit den beiden Sätzen erschöpft sind …) und stellt auch noch Ansprüche an den Koffer. Jetzt müsste nur noch klar sein, an welchen …

Die Vorstellung läuft rund, die Einsätze klappen, die Pointen sitzen, das Publikum wird prächtig unterhalten und dankt den Aufführenden mit langem, herzlichem Applaus.

Michael Hug

 

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