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MÜNCHEN/ Gärtnerplatztheater: HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN – erste Eindrücke. Weiters andere Gedanken zur Situation

28.01.2022 | Oper international

Tim Theo Tinn, Nachthaltiges nach der Premiere:  Hoffmanns Erzählungen, Gärtnerplatztheater,  Premiere 27.01. 2022

Musik Jacques Offenbach, Libretto Jules Barbier nach Jules Barbier u. Michel Carré

Münchner Fassung nach der quellenkritischen Neuausgabe von Fritz Oeser

Deutsch von Gerhard Schwalbe

Hoffnungen zuvor: Wunsch als Vater der Gedanken!

Entrückte Menschenbilder, finstere Melancholie  –  traumhaft traumatisch!       

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  © Marie-Laure Briane

 

Allfällige Allgewalt Aller in Allem! Schweben im bitteren Sehnen, Melancholie überschreitende Grenzen zu Traum, Trauma bis zum Phantasma schwermütiger Sinnlichkeit und Glut – im Rausch von Klang und Bild (werkimmanenter Emotionsrahmen, der psychosoziale Folgerungen intendiert, in denen man Hoffmanns Erzählungen inszenieren müsste/sollte, nach TTT)!

Die außerordentliche Tosca – Inszenierung des Regisseurs Stefano Poda(11/2019) verführte zu diesen Wortmalereien.

Befindlichkeit ca. 1 Stunde danach:  – es war Musiktheater „mostly correct and properly“  ohne lästige Regietheater – Aufbrezelung, ordentlich bis gute Szene und musikalischer Rahmen, gute bis ausgezeichnet und darüber hinaus Singende, Olymia leider ungünstig besetzt. Nur die Hoffnungen …. 

Musik war distinguiert und „understatement“. Glut zum Sturm und Drang …? Szene mehr arrangiert als inszeniert. Vieles bleibt unverständlich – da tanzen laufend durch alle Bilder Glaskästen (s. Szenenbild) mit wechselndem Personenbesatz rundumadum auf der Drehbühne im auf und ab der Podien, wie auf dem Jahrmarkt.

Bühne wirkt nahezu durchgehend klinisch antiseptisch, bedrückend, nicht berauschend, erreicht Zombie-Nähe durch Tote in den Glaskästen, die immer mal agieren.

Einzige tatsächliche Enttäuschung bleibt die Arie der Olympia. Auch wenn durch fragmentarische Hinterlassenschaft (Offenbach starb während der Komposition) Varianten  zulässig sind, kennt man die Arie nur als Kabinettstückchen in exponiertester Lage im höchsten Register für singuläre Koloratursoprane. Die gab es wohl nicht. Da hat man die Musik in eine gefällige Mittelage transponiert, einen eher lyrisch determinierten Sopran eingespannt. Und dann hat sie in der Arie  gequietscht, als das oberste Register unerreichbar blieb. Solche Besetzung ist unfair.

Ungünstig erscheint auch die „Spielgelarie“ des Dapertutto aus dem Guilietta Bild, die hier ins Olympia Bild rutscht, vom Coppelius gesungen. Es gibt weder Spiegel noch Diamant, gesungen wird: „ Ganz neu siehtst du die Welt,  trallala …“. Überkommene griffige Dramaturgie wird kastriert („Leuchte heller Spiegel mir und blende ihn mit deinem Schein, dass sein Herz gehöre dir und sein Leben mir allein“, original „Scintille, diamant, …“ ).

Übrig bleibt ein repertoiretauglicher Musiktheater-Abend, der leider keinen repräsentativen Referenzcharakter hat. Ordentliche Rezension folgt.

Und dann der erste Abend mit neuen Pandemie  – Lockerungen. Das Theater war mit der 50 % Regel ausverkauft. N. m. E. wirkt das bei massivst steigender Infektionslage verwunderlich, bzw. zielführend zum  politschen Willen der Bevölkerungsdurchseuchung.

Mich hat niemand gefragt, ob ich verseucht werden will. Nur so zum Rekapitulieren: wer sich nicht impfen lassen will, wird gesetzlich (bald ?) verfolgt, weil er u. A. Mitmenschen schädigen könnte. Politiker haben nun offensichtlich entschieden, dass ich mich gesundheitlich beschädigen lassen muss, durch Verseuchung! Ist das keine Körperverletzung, Beschädigung meiner Persönlichkeit? Ich will mich nicht verseuchen lassen – wie entscheiden denn da Richter, schlüssig erscheint das als Unrecht.

Und niemand erklärt mir, wo die todbringende Delta-Variante geblieben ist. Nun infiziert nur noch Omnikron? Ist Delta eliminiert, infiziert doch nicht mehr, durch Omnikron? Dann ist Omnikron Gegenmittel zu Delta? Oder? Wieso ist das weltinfizierende Delta-Virus nicht mehr existent bzw. untergegangen, einfach so verschwunden? Verarscht mich da jemand?

Tim Theo Tinn 28. Jan. 2022

 

 

 

 

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