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MÜNCHEN: Bayerisches Staatsballett: „ROMEO UND JULIA“ mit Polina Semionova und Friedemann Vogel

18.01.2015 | Ballett/Tanz

 MÜNCHEN: Bayerisches Staatsballett: „ROMEO UND JULIA“ mit Polina Semionova und Friedemann Vogel 

Semionova-Vogel in ROMEO-ch. tandy Semionova-Vogel/co. Ch. Tandy

Für die Vorstellung von „Romeo und Julia“ am 17.01. hatte das Bayerische Staatsballett zwei illustre Gäste eingeladen: Polina Semionova, die nach ihren Auftritten als Marguerite Gautier im November 2014 nun in einer weiteren Hauptrolle in München zu sehen war, und Friedemann Vogel, erster Solist des Stuttgarter Balletts und im Gegensatz zu Semionova ein sehr seltener Gast in München. Die beiden machten die Vorstellung zu einem besonderen Erlebnis. Selten hat man in den letzten Jahren ein so harmonisches Paar in München gesehen. In den wunderbar getanzten Pas de deux brachten sie die Schönheit und die Leidenschaft der Choreographie John Crankos in vollkommener Art und Weise zur Geltung. Jede Pose und jede Hebung gelang perfekt. Dazu verstanden es beide auch exzellent, die innigen Gefühle, die Romeo und Julia für einander empfinden, durch den Tanz zum Ausdruck zu bringen. Auch mit der individuellen Darstellung ihrer jeweiligen Rollen konnten beide voll überzeugen. Semionova war eine mädchenhafte, wenn auch nicht kindliche Julia, die sich voller Glück und Freude der Liebe zu Romeo hingibt und mutig und mit viel Kraft für diese Liebe kämpft. Der Romeo von Friedemann Vogel war ein sympathischer junger Mann, der das Publikum mit seiner freundlichen und offenen Ausstrahlung sofort für sich einnahm. Man glaubte ihm den verträumten Sohn aus gutem Hause, der sich weniger für Kampf und Rivalität, dafür umso mehr für die Liebe interessiert, sofort. Die großen dramatischen Emotionen kamenbei ihm vielleicht ein wenig zu kurz, dennoch sah das Publikum eine sehr berührende Interpretation. Die Tänzer der übrigen Solopartien hatten ebenfalls großen Anteil am Gelingen der Vorstellung. Javier Amo tanzte den Mercutio virtuos und temperamentvoll. Matej Urban beeindruckte als herrisch auftretender, hasserfüllter Tybalt. Das Bayerische Staatsorchester unter Robertas Šervenikas war den Tänzern ein einfühlsamer Begleiter. Am Ende großer Jubel, besonders für Semionova und Vogel.

Gisela Schmöger

 

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