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MÜNCHEN/ Bayerisches Staatsballett in der Bayerischen Staatsoper: SPARTACUS

02.04.2019 | Ballett/Tanz


Vladimir Shklyarov. Foto: Wilfried Hösl

München: Bayerisches Staatsballett: „SPARTACUS“ – 01.04.2019:

Vom 25.03. bis 01.04. gab es beim Bayerischen Staatsballett drei Vorstellungen von Spartacus (Choreographie: Yuri Grigorovich, Musik: Aram Chatschaturjan) zu sehen. Nach Sergej Polunin am 25.03. und Osiel Gouneo am 29.03. verkörperte am 01.04. Vladimir Shklyarov die Titelpartie und überwältigte das Publikum mit seiner mitreißenden, energiegeladenen Art zu tanzen, seinen hohen, kraftvollen, plastischen Sprüngen und seiner emotionalen, berührenden Interpretation. Bei aller technischen Brillanz und Dynamik verlieh er jeder seiner Bewegungen und Gesten einen Sinn und zeigte jede Facette des Charakters des Sklavenanführers Spartacus: die tiefe Verzweiflung über den Verlust seiner Freiheit, den leidenschaftlichen Kampf gegen die römischen Unterdrücker sowie die zärtliche Liebe zu seiner Gefährtin Phrygia. Eine großartige Interpretation, die am Ende vom Publikum zu Recht bejubelt wurde.

Spartacus‘ Gegenspieler Crassus war an diesem Abend Jonah Cook, der wieder einmal zeigte, dass diese Rolle zu seinen besten gehört. Er war ein junger, überheblicher, dekadenter, aber auch mutiger und kampferprobter römischer Aristokrat, der sich den entlaufenen Sklaven um Spartacus so grenzenlos überlegen fühlt, dass er sie zunächst gar nicht als Gefahr wahrnimmt und nach seiner ehrverletzenden Niederlage gegen Spartacus mit umso größerer Rachsucht verfolgen muss. Durch die beiden herausragenden Gestaltungen der männlichen Hauptpartien traten die Ballerinen in dieser Vorstellung etwas in den Hintergrund, obwohl auch sie technisch und auch darstellerisch hochsouveräne Leistungen zeigten. Laurretta Summerscales war bei ihrem Rollendebut eine temperamentvolle und kokette Kurtisane Aegina, die mit Ehrgeiz und Skrupellosigkeit einerseits, aber auch beharrlicher Liebe andererseits den Aufstieg zu Crassus‘ ebenbürtiger Gefährtin schafft. Technische Schwierigkeiten scheint Laurretta Summerscales nicht zu kennen und so meisterte sie diese höchst anspruchsvolle Partie mit Leichtigkeit und begeisterte das Publikum mit ihrem rasanten, dynamischen Tanz. Maria Shirinkina gestaltete die Partie der Phrygia vor allem in den Pas de deux mit Spartacus sehr einfühlsam und romantisch. Im ersten Akt gab sie ihrer Figur aber auch temperamentvolle und leidenschaftliche Züge.

Nicht nur die vier Interpreten der Hauptpartien waren an diesem Abend herausragend, sondern auch die vielen weiteren Solisten und das Corps de Ballet. Stellvertretend für alle seien Zachary Catazaro als Gladiator sowie Dmitrii Vyskubenko, Jan Špunda und Ariel Merkuri als Schäfer genannt. Das Bayerische Staatsorchester unter Karen Durgaryan hatte durch sein temperamentvolles Spiel ebenfalls einen großen Anteil am Erfolg dieser Vorstellung. Ein großartiger Abend, der einem noch lange im Gedächtnis bleiben wird!.

Gisela Schmöger

 

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