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MÜNCHEN/ Bayerisches Staatsballett: COPPÉLIA

24.04.2022 | Ballett/Tanz

München: Bayerisches Staatsballett: „COPPÉLIA“, 22.04.2022

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Foto: Emma Kauldhar

Im April gab es für das Münchner Ballettpublikum ein Wiedersehen mit „Coppélia“, in der charmanten, revuehaften Choreographie von Roland Petit aus dem Jahr 1975 (Premiere beim Bayerischen Staatsballett: 20.10.2019, Musik: Léo Delibes) mit vielen neuen, spannenden Besetzungen. In der Vorstellung am 22.04. tanzten Ksenia Ryzhkova und Shale Wagman die Hauptpartien Swanilda und Franz. Ryzhkova, die sonst hauptsächlich in den großen, ernsthaften Ballerinenrollen auftritt, konnte auch in dieser heiteren Partie voll überzeugen. Ihre Swanilda war voller Temperament, Witz, Charme und Lebensfreude. Darüber hinaus tanzte Ksenia Ryzhkova die technisch anspruchsvolle Partie auch mit großer Souveränität und Leichtigkeit. Richtig mitgerissen wurde das Publikum an diesem Abend von dem fulminanten Auftritt von Shale Wagman als Franz. Der junge Halbsolist, der zuletzt schon als Solist in „Rubies“ und in dem neuen Ballettabend „Passagen“ auf sich aufmerksam machte, beherrschte die Bühne mit seiner virtuosen Technik, seiner Lust am Tanzen und seiner interessanten Bühnenpersönlichkeit. Javier Amo war ein eleganter Dr. Coppélius, der das Publikum vor allem in seiner großen Szene, dem Walzer mit seiner Swanilda-Puppe begeisterte. Das Corps de ballet als Garnisonssoldaten und feschen Stadtbewohnerinnen hatte sichtlich Spaß an den rasant und keck choreographierten Ensembleszenen. Die Choreographie von Roland Petit zeichnet sich vor allem durch große Musikalität, Temperament und Charme aus. Das Erzählen der Handlung gerät manchmal etwas in den Hintergrund und die einzelnen Tanzszenen reihen sich etwas zusammenhanglos aneinander, was zu der einen oder anderen Länge im Stück führt. Darüber halfen einem aber die hervorragenden Solisten und nicht zuletzt auch das wunderbar schwungvoll aufspielende Bayerische Staatsorchester unter Tom Seligman leicht hinweg, so dass das Publikum am Ende begeisterten und lang anhaltenden Applaus spendete.

Gisela Schmöger

 

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